Blick in die Statistik - wie alarmierend sind diese Neuer-Zahlen?
Die DFB-Elf hat den Schwung aus den ersten beiden WM-Gruppenspielen nicht mitnehmen können und gegen Ecuador eine verdiente Pleite einstecken müssen. In einer schwachen Mannschaft hat auch Torwart-Legende Manuel Neuer unglücklich ausgesehen.
26.06.2026 | 12:44 Uhr
Ob Torwartfehler oder nicht: Die Zahlen rund um Deutschlands Nummer eins sind alles andere als erfreulich.
Es läuft die 77. Minute beim WM-Spiel zwischen dem DFB-Team und Ecuador, als Gonzalo Plata zum 2:1-Siegtreffer einnetzte und Manuel Neuer alt aussehen ließ. Der 25-jährige Angreifer schoss den Ball über die fangbereiten Arme der Torwart-Ikone ins Tor.
"Auch Manuel Neuer sah bei beiden Gegentoren, insbesondere beim entscheidenden zweiten Treffer, nicht glücklich aus", urteilt Sky Sport Reporter Florian Plettenberg in seinem Kommentar. "Neuer war beim 1:2 dabei", schreibt Sky Sport Experte Lothar Matthäus in seiner Kolumne. "Wer den Fehler gemacht hat - ob es zu 80 zu 50 Prozent sein Fehler war - er hat solche Bälle schon besser gelöst."
Neuer selbst wies die Schuldfrage zurück: "Jeder Torwart, der schon einmal gespielt hat, der weiß, dass ich mich so zu dem Ball hinstellen muss. Das ist wie, wenn ein Spieler zum Ball geht, und der eine, der kommt halt eine Fußspitze vor dem anderen dran. Ich schaue natürlich auf die Verlängerung, auf das, was vorn passiert."
Ob Fehler oder nicht - die DFB-Rückkehr hätte sich Neuer sicherlich anders vorgestellt.
Schwache Abwehrquote
Bei der WM kassierte der 40-Jährige mehr Gegentore (vier) als dass er Bälle abgewehrt hatte (drei). Er kommt damit auf eine Paradenquote von 43 Prozent - laut OPTA-Daten die mit Abstand geringste Quote aller 20 WM-Torhüter, die bislang drei Partien durchgespielt haben. Dahinter folgt Bosnien-Keeper Nikola Vasilj mit 50 Prozent.
Insgesamt kassierte Neuer während des Turniers 0,8 Gegentore mehr als nach dem Expected-Goals-on-Target-Conceded-Modell zu erwarten war (3,2 xGoals, vier Gegentore). Nur elf aktuelle WM-Keeper sind in dieser Statistik schwächer.
Das DFB-Team blieb auf WM-Ebene damit insgesamt zum neunten Mal in Folge ohne Weiße Weste. Neuer stand immer im Tor. Der Weltmeister von 2014 spielte zuletzt im WM-Finale gegen Argentinien zu Null. Eine solche Negativserie gab es zuvor nur während Deutschlands ersten WM-Auftritten zwischen 1934 und 1954. Lediglich Mexikos Keeper Antonio Carbajal blieb länger ohne Weiße Weste (zehn Spiele ohne Zu-Null-Spiel zwischen 1950 und 1962).
Bundestrainer Julian Nagelsmann nahm seine Nummer eins nach der 1:2-Niederlage gegen Ecuador dennoch in Schutz. "Es ist wieder extrem ärgerlich für Manu, dass er so die Winner-Aktion leider noch nicht hatte", sagte Nagelsmann. "Die Abschlüsse waren alle eklig."
Der Bundestrainer mag mit dieser Einschätzung recht haben, aber der Blick in die Zahlen bleibt alles andere als erfreulich …
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