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Weltcup in Kuusamo

Mit Kampfkraft & Glück: Deutsche Kombinierer feiern Auftaktsieg

02.12.2018 | 14:57 Uhr

Die Staffel der deutschen Kombinierer feiert einen Saisonauftakt nach Maß.
Image: Die Staffel der deutschen Kombinierer feiert einen Saisonauftakt nach Maß. © Getty

Das Olympiasieger-Quartett um Johannes Rydzek und Eric Frenzel gewann beim Auftakt in Kuusamo nach einer tollen Aufholjagd den einzigen Staffel-Wettbewerb der Weltcup-Saison.

Mit großer Kampfkraft und einer gehörigen Portion Glück haben die deutschen Kombinierer einen Start nach Maß in den WM-Winter gefeiert - allerdings auch dank gnädiger Mithilfe der schärfsten Kontrahenten Norwegen und Österreich.

"Die Taktik war, von Anfang an Druck zu machen. Es ist ein richtig schönes Rennen gewesen", sagte Rekordweltmeister Rydzek im ZDF, nachdem er 24 Stunden nach seinem dritten Platz im Einzelwettbewerb als vorletzter Läufer den entscheidenden Vorsprung zum ersten deutschen Staffelsieg im Weltcup seit zwei Jahren herausgelaufen hatte.

Japan nach dem Springen auf Platz 1

1:05 Minuten auf die nach dem Springen führenden Japaner musste das deutsche Quartett in der Loipe wettmachen, bereits Fabian Rießle als zweiter Starter übernahm die Führung - nach 20 km hatte Schlussläufer Vinzenz Geiger schließlich 1:04,8 Minuten Vorsprung auf das Team Nippon.

"Läuferisch sind wir richtig stark, das gefällt mir schon zum Saisonbeginn wirklich gut", meinte Bundestrainer Hermann Weinbuch: "Wir haben nach dem ersten Wochenende einen Sieg und einen Podestplatz - Saisonauftakt geglückt."

Keine regelkonforme Anzüge bei Riiber & Greiderer

Nach dem Springen hatte das DSV-Team am Sonntag ursprünglich nur auf Rang vier gelegen - zwischen Japan und Deutschland waren noch höchst aussichtsreich die Österreicher (drei Sekunden Rückstand) um Mario Seidl, den souveränen Einzelsieger vom Samstag, sowie die Norweger (24 Sekunden zurück) platziert.

Bei der Materialkontrolle erwischte es allerdings Lukas Greiderer aus den Reihen der ursprünglich zweitplatzierten Österreicher und Jarl Magnus Riiber, den besten Springer der drittplatzierten Norweger. Ihre Resultate wurden gestrichen, da beide einen nicht regelkonformen Anzug benutzten. Somit ging das DSV-Team von Rang zwei in den abschließenden Skilanglauf über 4x5 km. Österreich und Norwegen, das letztlich noch Platz drei rettete, fielen aussichtslos zurück.

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Rydzek: "Superstart in die Saison"

Dabei hatten die deutschen Kombinierer mit Ausnahme von Rydzek, der sich am Sonntag einen größeren Bock leistete, eine stabilere Sprungleistung als noch beim Einzelwettbewerb gezeigt. Rießle und Frenzel hatten sich da mit Rang 28 und 31 in einem allerdings auch vom Winde verwehten Wettbewerb frühzeitig um jede Siegchance gebracht.

"Das ist Kuusamo, da werden Fehler gnadenlos bestraft", sagte Weinbuch mit Blick auf Rießle und Frenzel, die den Wettkampf auf Platz 18 und 19 beendeten. Rydzek kam in seiner zweiten sportlichen Heimat - acht seiner bisherigen 16 Einzelsiege im Weltcup hatte er in Finnland gefeiert und in Lahti 2017 den historischen "Sweep" mit vier WM-Titeln in vier Rennen geschafft - gut zurecht, lag nach dem Springen auf Platz acht und stürmte noch weit nach vorne. Sieger Seidl und der zweitplatzierte Riiber lagen allerdings klar außer Reichweite.

Dennoch befand Rydzek: "Das war ein Superstart in die neue Saison. Bei den schwierigen Bedingungen in Kuusamo heißt es, bei sich zu bleiben, das ist mir gelungen", sagte Doppel-Olympiasieger Rydzek, der 2014 und 2016 das erste sowie im Vorjahr das dritte Saisonrennen im Ruka-Skizentrum gewonnen hatte. Manuel Faißt als Fünfter und Geiger als Achter sorgten für weitere starke Einzelergebnisse. (sid)

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