Antonelli schnappt sich im Mercedes in Japan nächsten F1-Rekord - Russell flucht
Der Teenager erobert die Formel 1 aktuell im Sturm.
29.03.2026 | 19:23 Uhr
Teamkollege Russell hat in Suzuka viel Pech, sein Nummer-eins-Status im Team wackelt plötzlich bedenklich.
Was für ein abgezockter Pilot ist dieser Kimi Antonelli!
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Nur zwei Wochen nach seinem Premierensieg in der Formel 1 rast der Mercedes-Pilot beim Großen Preis von Japan zu seinem nächsten Erfolg. Damit ist Antonelli im Alter von 19 Jahren und 216 Tagen nun der jüngste WM-Führende in der über 76 Jahren alten Historie der Motorsport-Königsklasse. Zuvor hielt diese Bestmarke Lewis Hamilton (22 Jahre und 126 Tage). Zwei Siege eines Italieners in Serie fuhr zuletzt der legendäre Alberto Ascari 1953 ein. Ascari wurde damals am Saisonende auch der bislang letzte italienische F1-Weltmeister.
"Das fühlt sich ziemlich gut an. Klar, es ist noch ziemlich früh, um über die Meisterschaft nachzudenken, aber wir sind auf einem guten Weg. Die Pace war einfach unglaublich und das war ein sehr schöner zweiter Stint. Ich habe mich sehr gut gefühlt im Auto und bin sehr glücklich darüber", freute sich der Rennsieger, der die Jubelpose des achtfachen Olympiasiegers Usain Bolt im Parc ferme imitierte. Antonelli gab allerdings auch zu, dass er "definitiv sehr viel Glück mit dem Safety-Car hatte. Ich weiß nicht, was sonst passiert wäre ohne das Safety-Car, wie es ausgegangen wäre".
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Antonelli sprüht vor Selbstvertrauen
Denn der Mercedes-Fahrer hatte einen furchtbaren Start, fiel von der Pole auf den ersten Metern bis auf Platz sechs zurück. "Der Start ist ein bisschen in die Hosen gegangen. Da müssen wir in die Fahrschule gehen, wie man die Kupplung regelmäßig loslässt", analysierte Toto Wolff am Sky Sport Mikrofon. Der Silberpfeil-Teamchef lobte dann aber die "super Fahrt" seines Schützlings und bezeichnete dessen Rennspeed als "pfeilschnell". Der China-Triumph habe Antonelli "Selbstvertrauen" und "Leichtigkeit" gegeben.
Plötzlich ist Kronprinz Antonelli mehr als auf Augenhöhe mit George Russell, der bislang den Status der klaren Nummer eins im Team innehatte und als WM-Topfavorit ins Jahr ging. "Russell hat festgestellt, dass er da einen Teamkollegen neben sich hat, der selbst mit seinen 19 Jahren und nur diesem einen Jahr Erfahrung in der Formel 1 absolut top aufgelegt ist. Er merkt den Druck und das sieht man ihm auch an", machte Sky Sport F1-Experte Timo Glock deutlich.
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Russell erlebt nächsten Rückschlag
Russell erlebte in Suzuka einen heftigen Rückschlag und hatte viel Pech. Im Qualifying am Samstag kämpfe der 28-Jährige bereits mit Setup-Problemen, am Sonntag hatte er dann auf Position zwei liegend Pech mit dem Safety-Car. Dieses kam nach dem heftigen Abflug von Haas-Pilot Oliver Bearman unmittelbar nach dem einzigen Boxenstopp von Russell auf die Strecke. Antonelli war bis dato noch nicht beim Reifenwechsel gewesen und nutzte die Gunst der Stunde.
"Unglaublich. Wow ***. Was haben wir für ein Glück die letzten beiden Rennen", fluchte Russell bereits am Funk ironisch. Nach dem Rennen haderte er dann am Sky Sport Mikrofon mit dem schlechten Timing: "Eine Runde Unterschied und wir hätten das Rennen gewonnen. Nach dem Restart war es schwierig, auch mit dem Aufladen der Batterie. Dann ist Lewis vorbeigeflogen, dann kam dieses Batterieproblem, bei dem Charles an mir vorbeigeflogen ist. Ziemlich frustrierend insgesamt."
Russell im Schatten von Antonelli
Der Brite, der anders als nun Antonelli noch nie zwei Rennen in Folge gewann, vergab seine Podest-Chance am Ende aufgrund eines Fehlers im Duell mit Leclerc auch noch selbst. "In meinen Augen hat Russell einen Knopf am Lenkrad gedrückt, als er aus der Haarnadelkurve herausgefahren ist. Danach kam sofort der Leistungseinbruch. Er hat versucht, seine Strategie umzustellen, um Ferrari zu attackieren und hat sich vielleicht im Menü vertan und die Position verloren. Irgendetwas ist da in seinem Ablauf durcheinandergekommen. Er muss sich beim Ladezyklus vertan haben", so Glock.
Russell, der ein bärenstarkes Jahr 2025 fuhr und auch den Saisonauftakt 2026 in Down Under dominierte, steht plötzlich im Schatten seines Teamkollegen. Denn zur Wahrheit gehört auch, dass Antonelli mit seiner Pace am Samstag dominierte und auch schon vor dem Safety-Car am Sonntag im reinen Renntempo der mit Abstand schnellste Fahrer auf der Strecke war. Spürt Russell bereits in der Frühphase der Saison den steigenden Druck?
Mercedes hat beide WM-Titel im Blick
"Nein, ich glaube, er ist so erfahren, dass es noch keinen Druck macht. Er hat ja immer anerkannt, dass der Junge so schnell ist. Ich bin immer versucht, auf der rationalen Seite zu sein. Es waren zwei Rennen, die gegen George gegangen sind, nicht immer aus eigenem Verschulden. Es sind noch 19 Rennen übrig und da kann sich auch wieder alles drehen", sagte Wolff zur momentanen Situation um seine zwei Piloten, die bislang die noch junge Saison dominieren.
Fakt ist: Auch wenn McLaren und Ferrari in Japan schon deutlich näher an Mercedes herangekommen sind, hat Mercedes immer noch einen klaren Speed-Vorteil. Diesen hat Antonelli im zweiten Teil des Rennens mit freier Fahrt klar zur Schau gestellt. Die Statistik spricht auch dafür, dass Antonelli und Russell die Fahrer-WM unter sich ausmachen. Denn Mercedes hat bislang immer beide WM-Titel geholt, wenn das Team die ersten drei Rennen eines Jahres gewonnen hatte (2014, 2016, 2019, 2020).
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