Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur reagiert auf Kritik von Mercedes-Star George Russell

Ferrari-Teamchef Frederic Vasseur hat die anhaltende Diskussion um mögliche Anpassungen der Startregeln in der Formel 1 scharf zurückgewiesen.

Ferrari-Superstar Lewis Hamilton (vorne rechts) führte das Rennen nach dem Start in China an.
Image: Ferrari-Superstar Lewis Hamilton (vorne rechts) führte das Rennen nach dem Start in China an.  © Imago

Nachdem Mercedes-Pilot George Russell den Italienern vor dem China‑GP "Egoismus" und "Unsinn" vorgeworfen hatte, stellte Vasseur nun klar: Für die Scuderia ist das Thema beendet.

Die Roten hatten in den ersten beiden Rennen der neuen Ära für Aufsehen gesorgt. In Australien zündete Charles Leclerc einen perfekten Raketenstart, in China stürmte Lewis Hamilton aus der zweiten Startreihe an die Spitze. Die Konkurrenz sieht darin einen entscheidenden Vorteil - und genau deshalb wurden weitere Regelanpassungen gefordert.

Hintergrund: Durch die neuen Power-Unit-Regularien ist der Startvorgang komplizierter geworden. Für 2026 wurde deshalb ein fünfsekündiges "Pre-Start"-Fenster eingeführt, das vor dem Saisonstart bereits eine erste Anpassung darstellte.

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Wie in Australien spielt sich auch in China bereits vor dem offiziellen Rennstart ein Drama ab. Und das erwischt gleich vier Fahrer. Anschließend liefern besonders die Ferraris Entertainment. Aber reicht das, um die Mercedes zu gefährden?

Russell kritisiert - Vasseur kontert deutlich

Nachdem es in Shanghai erneut große Unterschiede beim Wegkommen gab, verlangte George Russell eine erneute Überarbeitung des Systems und zielte verbal auf Ferrari. Doch Vasseur hält dagegen - und erinnert daran, dass Ferrari bereits Kompromisse eingegangen sei.

"Wir haben die Regeln schon massiv verändert", betonte der Teamchef. "Ich habe die FIA früh darauf hingewiesen, dass das schwierig wird. Die Antwort war klar: Wir müssen das Auto an die Regeln anpassen, nicht die Regeln ans Auto."

Die neu eingeführte blau blinkende Startlicht-Phase habe der Scuderia keinesfalls geholfen. Der Franzose machte deutlich: "An einem gewissen Punkt ist genug - für mich ist das Thema erledigt."

FERRARI 🇮🇹

  • Name: Scuderia Ferrari
  • Gründungsjahr: 1929
  • Unternehmenssitz: Maranello, Italien
  • Vorgänger: -
  • Konstrukteurs-Titel: 16 (1961, 1964, 1975, 1976, 1977, 1979, 1982, 1983, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2007, 2008)
  • Teamchef: Frederic Vasseur
  • Fahrer: Charles Leclerc (MCO), Lewis Hamilton (GBR)
  • Testfahrer: Antonio Giovinazzi (ITA)

Mercedes hat den stärksten Motor

Während Ferrari beim Start stark auftritt, liegt das Team in anderen Bereichen weiter hinter Mercedes zurück. Auch eine Regeländerung bei den Prüfverfahren für das Verdichtungsverhältnis der Motoren, die ab 1. Juni greift, wird laut Vasseur keinen großen Einfluss auf die Kräfteverhältnisse haben.

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Spannender sei vielmehr das neue ADUO-System (Additional Development and Upgrade Opportunity), das Teams mit motorischem Rückstand während der Saison zusätzliche Entwicklungsspielräume bietet. Die erste Einstufung erfolgt nach dem sechsten Rennen.

"Das wird eine Gelegenheit sein, die Lücke zu schließen", so Vasseur. "Aber Leistung hängt nicht nur vom Motor ab. Energie-Management, Chassis, Reifen - alles zählt."

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Ferrari will Rückstand aufholen

Mercedes dominiert die Saison bislang mit zwei Doppelsiegen. Ferrari nähert sich zwar an, aber der Weg ist lang. Die Daten sprechen für einen langsamen, aber stetigen Fortschritt: In Melbourne betrug der Rückstand 0,8 Sekunden, in China nur noch 0,4 Sekunden.

Vasseur bleibt dennoch realistisch: "Sie sind noch weit weg. Wir müssen überall besser werden - nicht nur beim Motor." Wunderdinge erwartet in Maranello auf Anhieb niemand.

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