Flavio Briatore attackiert FIA nach Gasly-Urteil: McLaren-Teamchef Stella weist Vorwürfe scharf zurück
Flavio Briatore hat nach dem FIA-Urteil zum Grand Prix von Monaco schwere Vorwürfe gegen einen Richter des Berufungsgerichts erhoben. McLaren-Teamchef Andrea Stella wies die Anschuldigungen bei der Pressekonferenz in Monza entschieden zurück.
04.09.2026 | 18:01 Uhr
Der Streit um das nachträglich geänderte Monaco-Ergebnis eskaliert weiter. Briatore sprach von einem möglichen Interessenkonflikt, Stella verteidigte die Integrität des Verfahrens.
Was für ein Spektakel auf der Pressekonferenz der Teamchefs am Rande des Großen Preises von Italien!
Nach der FIA-Entscheidung - und dem damit verbundenen Verlust des Podests von Pierre Gasly in Monaco - hat Alpine-Chefberater Flavio Briatore zum Rundumschlag ausgeholt und dabei schwere Vorwürfe erhoben.
"Wir haben das Urteil akzeptiert, aber es war sehr komisch. Es gab vier Richter in diesem Panel. Einer davon hat sich wie ein Chefankläger verhalten. Das Problem ist, dass er eine starke Verbindung zu McLaren hat. Wir haben hier ein schönes Bild von diesem jungen Mann bei einer McLaren-Veranstaltung aus dem Jahr 2018 in Beverly Hills für eine Stiftung. McLaren hat da zwei oder drei Autos gespendet. Daher war es recht unfair mit dieser Verbindung, dass er uns dann auch angeklagt hat", polterte der 76-Jährige.
Stella kontert Briatore
Neben Briatore war auch Andrea Stella auf der Pressekonferenz. Der McLaren-Teamchef konterte die Briatore-Worte umgehend und holte zur Gegenattacke aus: "Ich finde, dass diese Pressekonferenz in eine sehr beleidigende Richtung geht für McLaren und für den Ruf eines Teams, das sehr viel Respekt verdient. Wenn irgendjemand solche Vorwürfe erhebt, die doch sehr ernsthaft scheinen, dann müssen sie dafür die Verantwortung tragen für das, was sie in die Öffentlichkeit bringen."
Stella betonte, dass "die Anhörung des internationalen Berufungsgerichts und diese Entscheidung unter den höchsten Standards durchgeführt wurden. Das sollte nicht infrage gestellt werden, wie es gerade getan wurde." McLaren hatte gemeinsam mit Red Bull Berufung gegen das ursprüngliche Monaco-Ergebnis eingelegt, die FIA stimmte diesem durch das neue Urteil nun zu. Oscar Piastri rückte dadurch nachträglich in Monte-Carlo einen Platz nach vorne und machte dadurch zwei WM-Punkte gut.
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Schumacher wird deutlich
"Andrea muss sich da ein bisschen einbremsen, denn es (die Aussagen von Briatore; Anm. d. Red.) geht nicht gegen McLaren, sondern nur gegen die FIA. McLaren hat nichts damit zu tun, welche Richter bei der FIA einberufen werden. Da sollte man vorsichtig sein", analysierte Ralf Schumacher in Monza. Der Sky Sport F1-Experte sah die Briatore-Attacke also ausschließlich gegen die FIA, betonte aber die Brisanz der gewählten Worte der F1-Ikone.
"Es ist ein sehr schwerer Vorwurf. Offensichtlich hat man ja Beweise dafür, dass der Mann (Richter; Anm. d. Red.) viel von McLaren bekommen hat. Aber wir reden da von McLaren Racing und McLaren Road Car, die sind getrennt, da sie unterschiedlich verkauft wurden. Auch da muss man vorsichtig sein. All das schadet aber dem Motorsport. Es ist eine Saga, die schon so lange geht, das muss in Zukunft unbedingt vermieden werden", wurde Schumacher deutlich.
Dennoch konnte der Vizechampion der Jetski Star WM auch Alpine bis zu einem bestimmten Punkt verstehen: "Sollte es wirklich so sein, dass der Richter irgendwann mal mit McLaren egal in welcher Form in Verbindung stand, dann ist es nicht ganz optimal. Gar keine Frage. Aber ich glaube nicht, dass es ausschlagend gewesen ist für das Resultat. Trotzdem muss man bei so was aufpassen. Den Punkt könnte Flavio in dem Fall haben. Ob das jetzt aber der richtige Ort (auf der Pressekonferenz in aller Öffentlichkeit; Anm. d. Red.) war, um so was auszudiskutieren, sei mal dahingestellt."
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