Monaco-GP nach FIA-Urteil geändert: Pierre Gasly verliert Podium, Isack Hadjar rückt auf Platz drei vor
Pierre Gasly hat nach einem Urteil des FIA-Berufungsgerichts seinen dritten Platz beim Grand Prix von Monaco verloren. Red-Bull-Pilot Isack Hadjar rückt nachträglich auf Rang drei vor und feiert sein erstes Podium für die Österreicher.
04.09.2026 | 14:03 Uhr
Das FIA-Berufungsgericht setzte zwei Fünf-Sekunden-Strafen gegen Pierre Gasly wieder ein. Dadurch verändert sich das Ergebnis des Monaco-GP Wochen nach Rennende erneut.
Das Ergebnis des Grand Prix von Monaco ist Wochen nach dem Rennen erneut geändert worden. Das Internationale Berufungsgericht der FIA gab einer Berufung von McLaren und Red Bull statt und stellte die ursprünglich gegen Pierre Gasly verhängten Zeitstrafen wieder her.
"Die Entscheidungen der Rennkommissare werden in einem anderen Umfeld getroffen als vor Gericht, wo das Gericht Zugang zu umfangreichen und zusätzlichen rechtlichen Gutachten, Argumenten und Beweisen hat", heißt es in einem offiziellen FIA-Statement. Nach Begutachtung aller Faktoren und vorliegenden Beweismittel revidierte die F1 daher nun die ursprünglich getroffen Entscheidung und stuft Gasly zurück.
Der Alpine-Pilot hatte während des Rennens zwei Verstöße gegen das Tempolimit in der Boxengasse begangen. Dafür wurden ihm zunächst insgesamt zehn Strafsekunden aufgebrummt. Die Sanktionen warfen Gasly zunächst vom dritten auf den siebten Platz zurück.
Alpine legte anschließend erfolgreich einen Antrag auf Überprüfung ein. Hintergrund war ein Fehler bei der Berechnung der Länge der Boxengasse. Diese Information lag den Rennkommissaren bei ihrer ersten Entscheidung nicht vor. Die Strafen wurden daraufhin aufgehoben und Gasly erhielt seinen dritten Platz zurück.
McLaren und Red Bull legen Berufung ein
Der Fall war damit jedoch nicht abgeschlossen. McLaren und Red Bull legten Berufung gegen die Aufhebung der Strafen ein. Nach einer Anhörung am 25. August in Paris entschied das Internationale Berufungsgericht nun zugunsten der beiden Teams.
"Das Team bringt seine Enttäuschung und Frustration über die Entscheidung des Internationalen Berufungsgerichts der FIA bezüglich des Ergebnisses des Grand Prix von Monaco 2026 zum Ausdruck", hieß es in einem Statement von Alpine. Die Franzosen haben das Urteil dennoch nun akzeptiert.
Damit werden die zehn Strafsekunden erneut auf Gaslys Rennzeit addiert. Der Franzose fällt auf Rang sieben zurück. Alpine verliert damit wertvolle Punkte im Kampf um die Konstrukteurswertung.
"Wir waren zuversichtlich, dass wir da keine Geschwindigkeitsüberschreitung hatten. Das Panel ist zu einer anderen Entscheidung gekommen und das müssen wir akzeptieren", erklärte Steve Nielsen, Managing Director von Alpine, bei Sky Sport UK.
Hadjar feiert erstes Podium für Red Bull
Profiteur der Entscheidung ist Isack Hadjar. Der Red-Bull-Pilot rückt nachträglich auf Platz drei vor und feiert sein erstes Podium für die Österreich in der Formel 1. Oscar Piastri (McLaren) verbessert sich auf Rang vier, Liam Lawson wird Fünfter und Arvid Lindblad (beide Racing Bulls) Sechster.
"So etwas ist immer schwierig für die Formel 1. Ich bin der Meinung, dass wenn man da abkürzen kann in der Pitlane - das hat es immer schon gegeben und das haben wir immer schon gemacht - , dass es daher nicht bestraft hätte werden sollen. Dann muss man halt die Pitlane anders designen oder anders rechnen, denn das ist ja einfach Quatsch. Ich fand es toll, dass man sich dazu bekannt und die Strafen weggenommen hat und Pierre seinen Pokal bekommen hat. Aber jetzt rein in die Kartoffeln und raus aus den Kartoffeln, ich weiß es nicht. Es ist weder gut für die Formel 1 noch für den Zuschauer. Ich weiß nicht, was das alles soll", wurde Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher deutlich.
"Das ist kontrovers. Sie hätten schon von Anfang an nicht das Ergebnis ändern sollen", meinte auch Williams-Teamchef James Vowles am Sky Sport Mikrofon. Laurent Mekies sah das anders. "Wir sind sehr zufrieden mit dieser Entscheidung. Das ist wichtig für Isack und auch wichtig für den Sport. Wir denken nicht, dass wir Racing fahren wollen und nach dem Rennen dann Gedanken machen, ob die Geschwindigkeit wichtig war oder nicht. Viele haben sich an die Speed-Limits in Monaco gehalten, manche sind drüber hinweg geschossen. Manche haben eine Strafe bekommen, manche nicht. Es ist wichtig, dass wir eine konstante Art haben, um zu racen", sagte Red Bulls Teamchef bei Sky Sport UK.
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Die Entscheidung hat auch historische Bedeutung für Red Bull. Seit dem Grand Prix von China 2024 hatte ausschließlich Max Verstappen Podestplätze für das Team eingefahren. Damals stand Sergio Perez als Dritter auf dem Podium. Hadjars Monaco-Podium beendet diese Serie nach 48 Rennen.
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