Formel 1 News: Schumacher nimmt FIA in die Pflicht wegen Mercedes-Motor
''Beängstigende'' Mercedes-Stärke: Schumacher nimmt FIA in die Pflicht
20.11.2021 | 11:51 Uhr
Lewis Hamilton hat sich am vergangenen Wochenende eindrucksvoll im WM-Kampf zurückgemeldet. Nach der famosen Aufholjagd von Sao Paulo, die im Sprint begann und sich im Rennen fortsetzte, soll auch beim GP in Katar Boden gut gemacht werden. Sky Experte Ralf Schumacher ordnet die aktuelle Stärke von Mercedes ein und nimmt dabei die FIA in die Pflicht.
Der Kampf um den WM-Titel in der Formel 1 spitzt sich immer weiter zu. Vor dem 20. Grand Prix der Saison in Katar trennen die beiden WM-Favoriten Max Verstappen und Lewis Hamilton gerade einmal 14 Punkte.
Mercedes hängt Red Bull ab
Dabei sah es vor einer Woche noch so aus, als hätte Verstappen den siebenmaligen Weltmeister fest im Griff. Es war sogar schon bereits von einer Götterdämmerung und einer Wachablösung in der Formel 1 die Rede. Doch nach dem fulminanten Ritt von Hamilton, der von Startplatz zehn aus bis nach ganz vorne fuhr und die Konkurrenz regelrecht stehen ließ, scheint sich das Blatt (erneut) gewendet zu haben.
Ein neuer Motor machte diese diese Aufholjagd erst möglich, den Mercedes vor dem Rennen in Sao Paulo eingesetzt hatte und nahm dafür sogar eine Startplatz-Strafe von fünf Plätzen in Kauf. Eine Entscheidung, die sich rückblickend als richtig erwies. Denn selbst Red Bull konnte mit der Pace von Hamilton nicht mithalten.
Dieser neue ''Wunder-Motor'', wie er auch bezeichnet wird, löste aber nicht überall Freudentänze aus. Sky Experte Ralf Schumacher bereitet dies Sorgen, wie er nun verraten hat. ''Man muss schon sagen, dass das eine Stärke ist, die schon beängstigend ist. Wir haben auch Rennen gesehen, wo Hamilton nicht nach vorne kam. Und natürlich ist er ein ausgezeichneter Fahrer, das steht ganz außer Frage'', verdeutlichte der 46-Jährige bei ''Warm Up - das Formel 1 Magazin''.
Schumacher: ''Das ist nicht Sinn der Formel 1''
Problematischer sei viel mehr, dass das Austauschen des Motors nicht ins Budget-Cap falle. ''Und das macht mir ein bisschen Sorgen. Da muss die FIA einen neuen Weg finden, weil wenn das hier einmal einreißt, wechselt jeder jedes Mal den Motor und dann kriegen alle die gleichen Strafen und jeder hat die tolle Leistung'', ergänzte Schumacher.
Mercedes habe den Motor im Auto von Hamilton nur deswegen gewechselt, weil dieser in den Rennen zuvor zu viel Verschleiß gezeigt hatte. Kaputt war er jedenfalls nicht. ''Das ist nicht der Sinn der Formel 1'', bemängelte der Sky Experte und erklärte weiter: ''Das finde ich ein bisschen fragwürdig, da sollte man genauer hinterfragen, weil meines Erachtens nach sollte ein Motor erst dann gewechselt werden, wenn es sein muss. Und wenn Mercedes jetzt einen höheren Verschleiß und weniger Leistung als andere hat, dann ist es deren Problem. Man sollte nicht in der Lage sein, solche Vorteile zu nutzen. Das gehört ja auch zum Sport, dass man sich an die Regeln hält.''
Neben dem neuen Wunder-Motor und der enormen individuellen Qualität von Hamilton kommt aber noch ein weiterer Faktor hinzu, der die derzeitige Mercedes-Dominanz ausmacht: Das Reifen-Management, welches sich in den vergangenen Wochen deutlich verbessert hat.
Mercedes in Katar deutlich vorne?
''Mercedes hat es trotz Pushen geschafft, die Reifen besser zu kontrollieren, und das mit vermeintlich weniger Downforce im Mittelteil, ohne die Reifen kaputt zu machen'', schildert Schumacher.
Und weiter: ''Dadurch konnte Hamilton immer wieder aufholen und die Lücke schließen. Das haben wir im Übrigen die Rennen zuvor auch schon gesehen. Und das ist die neue Stärke, die Mercedes hat. Die hat ein bisschen am Anfang des Jahres begonnen, als sie die Reifen nicht auf Temperatur bekommen haben. Jetzt haben sie es aber in den Griff bekommen, dass sie im Qualifying und im Rennen schnell sind.''
Aus Sicht von Verstappen ist fast schon zu befürchten, dass sich dieser Trend auch in Katar (Sonntag, ab 13:30 Uhr LIVE auf Sky Sport F1) auf dem Losail International Circuit fortsetzen wird. Denn die lange Gerade für hohe Spitzengeschwindigkeiten und flüssige schnelle Kurven könnte Mercedes einen Vorteil verschaffen.
Das sieht auch der Sky Experte so. ''Alles medium-highspeed-corners und zu wenig enge Bereiche, wo der Red Bull punkten kann. Auf der Bremse ist der Mercedes auch das stabilere Auto, deswegen ist das hier auf jeden Fall Mercedes-Land'', erklärt der 46-Jährige.
Nur Schadensbegrenzung für Verstappen?
Geht es für Verstappen also erneut nur um Schadensbegrenzung, um nicht allzu viele Punkte auf seinen Kontrahenten zu verlieren? Gut möglich, zumal immer noch eine mögliche Strafe nach seinem Manöver in Sao Paulo denkbar ist. Die ersten Trainings-Sessions am Freitag (ab 11:15 Uhr LIVE auf Sky Sport F1) könnten ein erster Fingerzeig dafür sein.
Dennoch: Die Strecke in Katar ist zwar vom Papier ein klarer Fall für Mercedes, dennoch wird es mit Sicherheit kein Selbstläufer. Das haben die vergangenen Rennen gezeigt. So gewann Verstappen beispielsweise den GP der USA in Austin - eigentlich eine Mercedes-Hochburg. Und beim vergangenen Rennen in Sao Paulo triumphierte bekanntermaßen Hamilton - und das auf einer Red-Bull-Strecke.
Das dürfte den Fans von Verstappen Hoffnung machen, auch wenn die Vorzeichen nicht gerade ideal sind...
Mehr zum Autor Florian Poenitz
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