Formel 1: Upgrades sorgen für mehr Spannung zwischen Mercedes, McLaren, Ferrari und Red Bull
In Miami zündeten McLaren, Ferrari und Red Bull große Upgrade-Pakete. Mercedes siegt weiter, doch der Vorsprung schrumpft. Es scheint so, als gewänne die Formel 1 vor dem Kanada-GP an Brisanz.
06.05.2026 | 11:49 Uhr
Beim Formel-1-Wochenende in Miami rückten die Spitzenteams enger zusammen. Während Mercedes seine Siegserie fortsetzte, sorgten umfangreiche Upgrade-Pakete von McLaren, Ferrari und Red Bull für neue Spannung.
Vier Spitzenteams auf Augenhöhe in Miami
Der Miami Grand Prix markierte den Neustart der Formel 1 nach einer fünfwöchigen Pause - und wurde von vielen im Fahrerlager als Beginn eines „neuen Kapitels" der Saison bezeichnet. Insgesamt brachten die Teams 64 neue Fahrzeugteile an den Start, davon 27 allein von den vier führenden Rennställen Mercedes, McLaren, Ferrari und Red Bull. Die Erwartungen an mögliche Verschiebungen in der Hackordnung waren entsprechend hoch.
Mercedes reiste trotz seiner dominanten Frühform mit lediglich zwei kleineren Updates an. McLaren und Red Bull führten jeweils sieben neue Teile ein, Ferrari sogar elf - mehr als jedes andere Team im Feld. Die Maßnahmen zeigten schon im Sprint-Format Wirkung.
Sprint-Erfolg für McLaren, Antwort von Mercedes
In der Sprint-Qualifikation sicherte sich Lando Norris die erste Nicht-Mercedes-Pole der Saison. Im anschließenden Sprint feierte McLaren durch Norris und Oscar Piastri einen Doppelsieg. Damit endete die bisher makellose Serie von Mercedes in Wertungssessions.
Im Grand-Prix-Qualifying fand Mercedes jedoch zurück zu alter Stärke. Kimi Antonelli erzielte mit einer starken Runde die Pole Position und gewann das Rennen anschließend souverän. Es war der vierte Grand-Prix-Sieg im vierten Rennen für Mercedes in der neuen Regelära. Norris hielt den Anschluss bis in die Schlussphase, während Piastri als Dritter bereits 27 Sekunden Rückstand hatte. Das restliche Feld folgte mit deutlichem Abstand.
Einschätzungen zur neuen Hackordnung
McLaren-Teamchef Andrea Stella sprach von spürbaren Veränderungen im Wettbewerbsbild. Die Upgrades hätten dazu beigetragen, dass McLaren, Ferrari und Red Bull den Abstand zu Mercedes verkleinert hätten. Gleichzeitig verwies Stella auf die weiterhin vorhandene Stärke von Mercedes, insbesondere im Renntrimm.
Ferrari erlebte ein gemischtes Wochenende. Trotz der umfangreichsten Upgrade-Pakete verpasste das Team erstmals in dieser Saison einen Podestplatz in Sprint und Grand Prix. Teamchef Frederic Vasseur verwies auf starke Pace in freier Fahrt, aber Probleme im Verkehr und eine fehlende Konstanz im Rennverlauf.
Red Bull sah sich hingegen klar im Aufwind. Sportdirektor Laurent Mekies sprach von einem „deutlichen Schritt nach vorne". Der Abstand zur Spitze verringerte sich im Qualifying spürbar, auch wenn ein Podest weiterhin ausblieb.
Ausblick auf Kanada
Bis zum nächsten Rennwochenende in Kanada bleibt erneut Zeit für Weiterentwicklungen. McLaren plant dort die zweite Ausbaustufe seines in Miami begonnenen Update-Pakets. Mercedes wiederum hat größere technische Neuerungen für Montreal angekündigt, warnt intern jedoch vor zu hohen Erwartungen.
Mit vier Teams, die regelmäßig um Pole-Positionen und Rennsiege kämpfen, zeichnet sich eine intensive Entwicklungsphase für den weiteren Saisonverlauf ab. Der Kampf an der Spitze der Formel 1 bleibt damit offen - auch über Miami hinaus.
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