Kimi Antonelli behält im epischen Mercedes-Zweikampf mit George Russell in Kanada die Oberhand
Der Youngster setzt seinen beeindrucken Erfolgslauf in Montreal fort.
25.05.2026 | 03:41 Uhr
Für seine Performance wird Antonelli in allerhöchsten Tönen gelobt.
Was für ein epischer Mercedes-Kampf in Kanada!
Kimi Antonelli und George Russell bekämpfen sich beim Rennen in Montreal 30 Runden lang mit allem, was sie haben. Die beiden Mercedes-Piloten geben sich richtig Saures mit harten, aber fairen Mitteln. "Die Blutdrücke gingen schon hoch", räumte der stellvertretende Mercedes-Teamchef Bradley Lord noch während des Rennens bei Sky Sport ein.
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Harter Mercedes-Kampf im Rennen
Antonelli und Russell überholten sich mehrfach gegenseitig, quetschten sich jeweils am Teamkollegen auf der letzten Rille vorbei und sorgten für viel Staunen bei allen Zuschauern. Der ständige Führungswechsel fand in Runde 30 ein jähes Ende, als Russell seinen W17 nach einem Motorschaden abstellen musste und wütend seine Kopfstütze wegpfefferte. Anschließend dominierte Antonelli das Rennen nach Belieben und fuhr zu seinem vierten Sieg in Serie.
"Es war ein sehr spaßiger Zweikampf mit George, ziemlich am Limit", erklärte der Rennsieger im Ziel und fügte hinzu: "Es war sehr eng. Sehr schade, dass George den Ausfall hatte, denn es wäre weiterhin ein sehr cooler Zweikampf gewesen. Aber klar, den Sieg nehme ich gerne mit." Antonelli führt nach fünf Rennwochenenden nun bereits mit 43 Punkten die Fahrerwertung an und ist der absolute Titelfavorit.
Antonelli schreibt weiter F1-Geschichte
Es war der erste Grand-Prix-Erfolg für den 19-Jährigen, den er nicht von der Pole einfuhr. Schon jetzt ist er der nach Alberto Ascari, Riccardo Patrese, Guiseppe Farina und Michele Alboreto der erfolgreichste Italiener der F1-Geschichte - und der erste Fahrer, der seine ersten vier Siege in Serie holte. In der letzten Runde schnappte sich Antonelli noch für die Statistik ganz nebenbei die schnellste Rennrunde. Etwas, dass Max Verstappen in der Vergangenheit auch gerne mal so gemacht hat.
"Es war ein episches Duell. Aber man muss auch sagen: Kimi macht das extrem abgeklärt. Er hat George wirklich immer wieder zu Fehlern getrieben. Er selbst hat natürlich auch einen gemacht, aber klar: Er war der schnellere Mann. Das muss man erst mal schaffen, in so jungen Jahren die Situation so im Griff zu haben und aus seinen Fehlern zu lernen. Wenn es so weitergeht, haben wir da wirklich einen Nachfolger vielleicht auch von Max Verstappen irgendwann mal", schwärmte Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher.
Herber Rückschlag für Russell
Während Antonelli in China, Japan und Miami in einer eigenen Liga fuhr, konnte Russell ihn allerdings in Kanada so richtig fordern. Der Ausfall im WM-Kampf ist ein großer Rückschlag für den Briten. Mit einem Sieg hätte Russell den Rückstand aus eigener Kraft auf elf Zähler minimieren und sich das Momentum vor der Europa-Saison zurückholen können. Nun ist der Rückstand auf den Stallrivalen aber bereits größer, als er zwischen den beiden McLaren-Fahrern Lando Norris und Oscar Piastri 2025 jemals war.
"Mir fehlen ein wenig die Worte, viel mehr kann ich gerade nicht sagen. Es war ein gutes Wochenende. Ich habe die Sprint-Pole geholt, den Sprint gewonnen, die Pole im Qualifying geholt, lag im Rennen in Führung. Ich war da, wenn ich da sein musste und hatte gute Zweikämpfe mit Kimi. Von meiner Seite fühlt es sich so an, als hätte ich an diesem Wochenende nicht mehr machen können. Klar bin ich jetzt nicht zufrieden, sondern ziemlich niedergeschlagen und frustriert mit dem, was passiert ist. Aber was kann ich machen?", zeigte sich Russell bei Sky Sport ratlos und frustriert.
Wolff will vorerst keine Teamorder geben
Beide Mercedes-Piloten und alle Rivalen und Zuschauer hätten das teaminterne Silberpfeil-Duell gerne bis zur Zielflagge gesehen. Nur in der Mercedes-Garage sahen das die Verantwortlichen etwas anders. "Mir ist lange viele Runden heiß geworden. Ich hätte mir gewünscht, dass sie es ein bisschen rausnehmen, aber das ist dann nicht passiert. So sind Rennfahrer", sagte Teamchef Toto Wolff am Sky Sport Mikrofon.
Die gute Nachricht: Wolff will seine beiden Fahrer auch in Zukunft vorerst nicht einbremsen und frei gegeneinander fahren lassen. Schumacher sieht allerdings eine harte Zeit auf Russell, der erstmals nach 40 Rennen am Stück nicht die Zielflagge sah, zukommen: "Kimi geht jetzt den nächsten Schritt, er will nach vorne und das Team anführen. Er gibt jetzt George keine Gelegenheit mehr zu atmen, setzt ihn ständig unter Druck. George ist zwar superschnell, kann mit Druck aber nicht gut umgehen."
McLaren-Strategie sorgt für Verwunderung
Klare Aussage von Schumacher, der nicht nur für Russell entsprechende Worte fand. Die McLaren-Entscheidung am Start, beide Autos auf Intermediates zu setzen, kritisierte der Sky Sport F1-Experte. Wolff, Ferrari-Teamchef Fred Vasseur sowie Red-Bull-Teamchef Laurent Mekies reagierten auf die Wahl verwundert. Verstappen bezeichnete die Papaya-Strategie auf der Fahrer-Pressekonferenz gar als "komplettes Chaos" und machte sich auch noch drüber lustig: "Guter Call, vielen Dank."
In Runde zwei und drei mussten Piastri und Norris dann schon zum Reifenwechsel an die Box. Am Ende wurde der Australier Elfter, der Titelverteidiger schied aus. McLaren blieb damit zum achten Mal bei den letzten zehn Kanada-Rennen ohne Punkte. Teamchef Andrea Stella begründete die Reifenwahl mit der rutschigen Strecke zu Beginn und nannte unglückliche Umstände für den schlechten Ausgang dieser. Am Ende sei es "nicht die richtige Reifenentscheidung" gewesen."
Hamilton und Verstappen haben Spaß
Während Russell und McLaren als die großen Verlierer aus Montreal abreisen, zählen zwei Superstars neben Antonelli zu den ganz großen Gewinnern. Kanada-Rekordsieger Lewis Hamilton fuhr mit P2 sein bestes Ferrari-Ergebnis beim 29. Start ein. "Ein großer Triumph für ihn. Er war schneller als der Teamkollege. Das beflügelt ihn auch, macht ihm Spaß. Starker Job", lobte Schumacher. Auch Vasseur zeigte sich extrem zufrieden mit Hamiltons Leistung. Der siebenfache Weltmeister strahlte im Ziel.
In einem tollen Duell ließ Hamilton dabei seinen einstigen Dauerrivalen Verstappen knapp hinter sich. Der Niederländer fuhr zu seinem allerersten Podium in 2026, das erste für einen Ford-Motor seit 23 Jahren. Die Änderungen am Red Bull funktionieren offensichtlich, Verstappen hatte sichtbar Freude im Auto. "Ich hatte ein paar coole Zweikämpfe. Wieder vorne mitzukämpfen, macht immer mehr Spaß. Sehr positiv", so der vierfache Champion.
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