George Russell auf Pole in Baku: Antonelli patzt und startet nur von Platz 16
George Russell hat sich die Pole Position für den Großen Preis von Aserbaidschan gesichert. Kimi Antonelli beschädigte seinen Mercedes in Q1 und startet nach einem Fehler nur von Platz 16.
25.09.2026 | 17:51 Uhr
Für Russell ist Baku die große Chance im WM-Kampf. Der Mercedes-Pilot profitierte vom Qualifying-Patzer des führenden Kimi Antonelli und peilt nun den Sieg an.
Kimi Antonelli hat im Qualifying zum Großen Preis von Aserbaidschan einen seltenen Fehler gemacht. Der 20-Jährige küsste in Q1 in der ersten Kurve mit dem linken Vorderrad die Wand und musste sein Auto anschließend auf Anweisung seines Renningenieurs Peter Bonnington abstellen. Die Vorderachse am Silberpfeil war zu stark beschädigt.
"Der Grip kam immer mehr, Runde für Runde. Ich habe in Kurve eins eingelenkt und im Vergleich zur Runde davor ging das Ganze einfach schneller und besser. Ich bin dann an die Wand gekommen, ein Fehler meinerseits. Das ärgert mich auch ziemlich. Ich versuche, es im Rennen besser zu machen", erklärte der WM-Führende am Mikrofon von Sky Sport seinen Fauxpas. Er werde nun versuchen, es wieder gutzumachen.
Gelingt Antonelli eine erneute Aufholjagd?
"Kimi muss das schnellstmöglich abhaken und nach vorne schauen. Er muss konzentriert das Paket, das er zur Verfügung hat, ausnutzen und maximale Schadensbegrenzung betreiben. Das muss sein Ziel sein. In Baku kann vieles passieren, es ist alles möglich", meinte Sky Sport F1-Experte Timo Glock zu der Situation. Antonelli wird von Startplatz 16 aus ins Rennen (am Samstag, ab 11.30 Uhr, LIVE & EXKLUSIV bei Sky Sport) gehen, da sein erster Versuch in Q1 reichte, um ins Q2 zu kommen.
"In Q1 sieht so ein Fehler natürlich doof aus. Das kann aber passieren, wenn man ein Rennauto am Limit bewegt", sagte Bradley Lord zu dem Vorfall bei Sky Sport. Der stellvertretende Mercedes-Teamchef fügte hinzu: "Wir hätten locker die Pace gehabt, um eine reine erste Startreihe einzufahren. Wir haben aber die Pace, dass Kimi im Rennen viele Plätze gutmachen kann. In Monza haben wir schon gesehen, was drin ist. Es wird nach vorne gehen." In Italien raste Antonelli von Startplatz 19 sogar zum Sieg.
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Russell brilliert bislang in Aserbaidschan
In Aserbaidschan dürfte dies aber deutlich schwerer werden. Denn Teamkollege George Russell brillierte mit einer Wahnsinnsrunde und schnappte sich mit über acht Zehntelsekunden Vorsprung die Pole. "Es ist wahrscheinlich der größte Vorsprung in meiner Karriere. Das Auto fühlt sich bisher super an. Unglaublich. Ich hatte die perfekte Runde", so der Brite, der mit Blick auf Samstag auch ganz deutlich wurde: "Wir fahren auf Sieg."
Lob bekam Russell für seine Performance anschließend nicht nur von Lord, sondern auch von der Konkurrenz. "Russell ist geflogen, er war in seiner eigenen Welt. Das wird schwierig sein, das aufzuholen", räumte Ferrari-Teamchef Fred Vasseur bei Sky Sport ein. Charles Leclerc, der neben Russell aus der ersten Reihe starten wird, musste angesichts des Rückstandes zugeben: "Was den Abstand angeht, ist es wesentlich mehr, als wir erwartet haben."
Russell muss Riesenchance nun nutzen
Für Russell, der als erster Verfolger 81 Punkte in der Fahrer-WM hinter Antonelli liegt, ist Baku eine große Chance, noch einmal einen Fuß in den WM-Kampf zu bekommen. "George muss jetzt zünden. Die Möglichkeiten und den Speed hat er. Jetzt zählt es im Rennen", betonte Glock. Alles andere als ein Sieg des 28-Jährigen auf dem rasanten Stadtkurs am Kaspischen Meer wäre ein herber Rückschlag für Russell, der seine fünfte Pole in dieser Saison einfuhr und dabei den größten Abstand zum Zweitplatzierten seit mehr als drei Jahren auf dem Zahlentableau hatte.
Ob er nun seine Chance wittere, wollte ein Journalist auf der Pressekonferenz wissen. "Kimi hat nicht viele Fehler gemacht dieses Jahr. Er hat die Saison bislang kontrolliert. Ich werde aber weiter dran glauben und alles geben, bis es rechnerisch vorbei ist", antwortete Russell und gab sich angriffslustig. In Baku muss Russell nun auch am Rennsamstag liefern.
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