Lando Norris und Oscar Piastri kämpfen in Ungarn hart gegeneinander
Am Ende gab es einen großen Sieger und einen großen Verlierer.
27.07.2026 | 11:28 Uhr
Aufgrund der Gesamtsituation scheint ein McLaren-Zoff fast unausweichlich.
Lando Norris strahlt, Oscar Piastri hadert!
Während der Weltmeister Ungarn als der große Gewinner verlässt, ist der Australier am Boden. Dabei lieferten sich die beiden McLaren-Piloten über 40 Runden zunächst lange ein Kopf-an-Kopf-Duell an der Spitze. Der an P2 liegende Norris funkte immer wieder an seine Box, dass er deutlich schneller sei. Doch Piastri, der Polesetter Norris kurz nach dem Start überholte, machte vorne keine Fehler.
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Norris schneller als Piastri
"Oscar hat es gut gemacht und ist vorbeigefahren. Ich bin ein bisschen weiter rausgefahren und in den ersten paar Runden war es erst mal Game over. Aber ich habe gepusht wie Hölle, um ihn in irgendeinen Fehler zu treiben", meinte der amtierende Weltmeister rückblickend. Vor allem die Upgrades am MCL40 funktionierten in Budapest: "Im Moment sieht es wirklich super aus, aber ich glaube, wir können auch noch weitere Rennen gewinnen."
Die Pace von Norris war über die gesamte Renndistanz unglaublich stark. Auf seiner "Lieblingsstrecke" Hungaroring beendete er das vierte Mal in Serie das Rennen in den Top-2. "Das Auto war sehr schön zu fahren, ich hatte viel Vertrauen" und fügte hinzu: "Ich hatte gar nicht erwartet, dass ich so lange draußen bleiben kann. Aber die Pace war so stark, ich konnte den Stint immer noch länger machen. Mit den neuen Reifen habe ich das Rennen dann heimgefahren."
Stella spielt Situation runter
Während Norris bereits nach der Zieldurchfahrt an seine Box emotional funkte, dass "ich euch alle liebe", war der Funkverkehr bei Piastri alles andere als positiv. Im Gegenteil. Nachdem der Australier nach dem Rammstoß von Carlos Sainz und dem zweiten Boxenstopp hinter Norris zurückfiel und die Box ihn aufmuntern wollte, platzte ihm der Kragen: "Ach Mann, rede jetzt bloß nicht mit mir, verdammt noch mal. Übrigens, nett von euch, dass ihr das (Sainz-Rammstoß; Anm. d. Red.) berücksichtigt habt. Danke." Am Ende schied Piastri in Runde 56 mit einem Getriebeschaden aus.
McLaren-Teamchef Andrea Stella wollte am Sky Sport Mikrofon die Situation noch besänftigen. "Das Feld war eng beieinander und an einem Punkt mussten wir entscheiden, ob wir uns nach hinten abdecken oder nicht. Dann hat Oscar Zeit beim Überrunden verloren. Zugleich hat Lando eine unglaubliche Pace gezeigt und genug Vorsprung herausgefahren, um den Boxenstopp zu machen und vor Oscar wieder herauszukommen. Wir sind trotzdem sehr stolz auf beide Fahrer."
Piastri-Unmut wird deutlich
Doch es brodelt bei McLaren zwischen den Fahrern nicht erst seit Ungarn. Nachdem Piastri im Vorjahr lange auf WM-Kurs lag und erst am Ende des Jahres noch von Teamkollege Norris abgefangen wurde, hatte er mehrfach zwischen den Zeilen seinen Unmut zur Sprache gebracht. Auch eine Benachteiligung gegenüber Norris seitens des Teams war immer wieder Diskussionsthema. In dieser Saison fährt Piastri zumeist deutlich hinter Norris her. Ungarn hat die Reibereien hinter den Kulissen erneut zum Vorschein gebracht, ein McLaren-Zoff scheint mehr als vorprogrammiert.
Immer wieder gibt es Gerüchte, dass Piastri zu Red Bull abwandern und mit Max Verstappen das Cockpit 2027 tauschen könnte. Auch Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher hat bereits mehrfach erklärt, dass ein solches Szenario mehr als realistisch ist. Mit Mark Webber hat Piastri einen engen Vertrauten an seiner Seite, der einst selbst von 2007 bis 2013 sieben Jahre lang für Red Bull fuhr.
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Wechselt Piastri zu Red Bull?
Im Teamduell mit Piastri hat Norris aktuell klar den Kürzeren gezogen. "Norris ist auf jeden Fall ein Gewinner. Seitdem er letztes Jahr den Schalter umgelegt hat und Weltmeister geworden ist, ist er zum echten Leader geworden. Er geht immer ans Limit, aber nicht darüber hinaus, macht kaum noch Fehler, akzeptiert auch, wenn er mal nicht gewinnen kann und arbeitet konstruktiv im Team weiter", meinte Schumacher.
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