Ralf Schumacher kontert Verstappen-Kritik an neuen Formel-1-Autos
Mit seiner Kritik an den neuen F1-Boliden hat Max Verstappen für Wirbel gesorgt. Der Rest des Paddocks ist geteilter Meinung.
17.02.2026 | 11:50 Uhr
Für Sky Sport Formel 1 Experte Ralf Schumacher sind die Worte des Superstars verfrüht.
"Das ist nicht mehr das originale Formel-1-Gefühl".
Während die Welt der Formel 1 im ersten Test der Saison 2026 in Daten vertieft war und an ihren neuen Konzepten tüftelte, haute Max Verstappen einen raus. "Es macht eigentlich gar keinen Spaß zu fahren", so das drastische Urteil des Niederländers am Mikrofon von Sky Sport Formel 1 über die Boliden der Königsklasse im Jahr 2026.
Nach "Formel E auf Steroiden" fühle sich das neue Antriebskonzept an (Sky Sport berichtete) - ein kleiner Paukenschlag und keine gute Werbung für die Rennserie.
Auch Alonso will die Zeit zurückdrehen
Eigentlich geht das neue Konzept der Formel 1 in die Richtung, die ein Großteil der Piloten schon lange fordern: Leichter, kürzer, schmaler. Doch es ist die Veränderungen am Antriebsregelement, das die Hybrid-Boliden drastisch beeinflusst: Statt einem Fünftel Kraftanteil von der Batterie liefert die Elektropower nun die Hälfte der Leistung. Das Resultat: Die Fahrer müssen ihre Energie konstant verwalten. Vollgas-Formel war gestern.
Nicht nur Verstappen stößt das sauer auf, auch Altmeister Fernando Alonso stört sich an der Fahrbarkeit der neuen Auto-Generation: "Für mich werden es immer die Autos der späten Neunziger- und frühen Nullerjahre sein, die sich am besten fahren. Die waren leicht, du hattest den Sound und das Adrenalin. Um eine richtig schnelle Runde zu fahren, musstest du richtig ans Limit gehen. Um jetzt eine schnelle Runde zu fahren, musst du schauen, wie viel Energie du noch verfügbar hast."
Schumacher: "Formel 1 ist größer als jedes Individuum"
Sky Sport Formel 1 Experte Ralf Schumacher empfindet die Kritik zumindest für den Moment nicht angebracht. Bei Backstage Boxengasse - Der Formel 1 Podcast hob der siebenfache Grand-Prix-Sieger die Eigenverantwortung des Superstars hervor: "Ich verstehe Max auch. Man kann eine Meinung haben, natürlich. Aber die Formel 1 ist größer als jedes Individuum, selbst größer als Bernie Ecclestone - und der hat sie erfunden. Man darf nie vergessen, wo man herkommt und was man mit seinen Äußerungen auslösen kann."
Ohnehin ist es für den 50-Jährigen zu früh für solch defätistische Aussagen: "Vielleicht sollte man die ersten Rennen abwarten, bevor man gleich so harte Urteile fällt. Man muss zusammenhalten. Das würde man als Fahrer auch von der anderen Seite erwarten. Und wenn man sieht, was alles dahintersteckt - die Regeländerungen, die Arbeit der Ingenieure - dann ist es eben nicht hilfreich, sofort in die Panik zu gehen."
Auch Vettel äußert sich
Neben Max Verstappen äußerte sich nun ein weiterer vierfacher Weltmeister: Sebastian Vettel tritt, ähnlich wie Schumacher, auf die Bremse. "Im Moment wird viel gesprochen und geredet. Ich bekomme das alles auch noch ein bisschen mit, aber ich glaube, dass man geduldig sein muss und sich jetzt noch kein Fazit erlauben darf - dafür ist es zu früh. Aber sind schon sehr viele Änderung dabei, sehr viel Neues. Aber der erste Eindruck war schon spannend", sagte der Heppenheimer bei ServusTV.
Dennoch kann Vettel Verstappen und Alonso verstehen: "Aus Fahrersicht möchte man, dass die Autos schnell und aggressiv sind. Man möchte pushen können und nicht so sehr damit beschäftigt sein, irgendwelche Knöpfe zu drehen oder in irgendeinem Modus festzuhängen und von einem Meeting ins andere zu gehen. Man muss aber auch ehrlich sein, dass das die moderne Formel 1 ist."
Nico Hülkenberg ist vertritt eine ähnliche Meinung. Der Audi-Pilot erklärte im exklusiven Interview mit Sky Sport Formel 1 in Bahrain: "Ich würde da gar nicht so viel urteilen am Anfang".
"Wie die Autos sich im Rennen verhalten, das wissen wir erst in Melbourne, sagte der 38-Jährige weiter und stellte fest: "Ich bin froh, dass es neue Autos sind und das man wieder neu lernen muss."
Mehr zum Autor Malte Göttlinger
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