Toto Wolff spricht über den teaminternen WM-Kampf von Kimi Antonelli und George Russell
Mercedes dominierte den Start in die Formel-1-Saison 2026 – und steuert auf ein internes WM-Duell zu. Toto Wolff warnte vor dem Rennen in Miami George Russell und Kimi Antonelli jedoch eindringlich: Bei Mercedes darf sich kein Fahrer über das Team stellen.
30.04.2026 | 22:50 Uhr
Mercedes ist bislang der Maßstab der neuen Saison. Nach drei Rennen führen die Silberpfeile die Konstrukteurs-WM mit 45 Punkten Vorsprung an. In der Fahrerwertung trennt Kimi Antonelli und George Russell allerdings nur ein Neun-Punkte-Polster – ein teaminternes Titelduell bahnt sich an.
Teamchef Toto Wolff machte nun unmissverständlich klar, wie Mercedes mit einer solchen Situation umgehen würde. Angesprochen auf seine Erfahrungen aus der Hamilton-Rosberg-Ära betonte Wolff, dass zwar freies Racing erlaubt sei - die Interessen des Teams jedoch immer über allem stünden.
Mercedes steht für mehr als individuelle Ambitionen
"Der Moment, in dem ein Fahrer denkt, es geht nur um ihn, ist ein Mindset, das wir niemals akzeptieren würden", sagte Wolff jüngst auf einer digitalen Pressekonferenz. Mercedes stehe für weit mehr als individuelle Ambitionen: für eine Marke mit Geschichte, für 150.000 Mitarbeitende weltweit - und für gemeinsame Werte. Im Zweifel, so Wolff drastisch, würde er lieber nur ein Auto einsetzen, als diese Philosophie zu gefährden. Er ist jedoch überzeugt, dass es nicht so weit kommen wird, da beide Fahrer tief in der Mercedes-DNA verwurzelt seien.
Sportlich verlief der Saisonstart spannend: Russell gewann das Auftaktrennen in Australien und galt vorab als klarer Favorit. Doch der erst 19-jährige Antonelli schlug eindrucksvoll zurück - mit Siegen in China und Japan übernahm der Rookie sensationell die WM-Führung.
Antonelli will "Messlatte höher legen"
Antonelli selbst räumt ein, dass sich seine Erwartungen durch den starken Beginn verändert haben. Trotzdem wolle er bewusst nicht an den Titel denken. Stattdessen gehe es darum, sich auf den Prozess zu konzentrieren, jedes Wochenende zu maximieren und Schritt für Schritt besser zu werden - zumal die Konkurrenz näherkommen werde.
"Was ich nicht tun möchte, jetzt, wo wir offensichtlich in einer guten Position sind, ist, über das Endergebnis oder langfristige Ergebnisse nachzudenken. Ich möchte mich einfach auf die Gegenwart konzentrieren und darauf, wie ich jedes Mal, wenn ich ins Auto steige, das Beste herausholen kann, um das bestmögliche Ergebnis zu erzielen. Ich konzentriere mich auf den Prozess und versuche dann, Schritt für Schritt die Messlatte höher zu legen, denn George ist super stark und die Konkurrenten werden näher herankommen, also muss ich einfach weitermachen."
Russell genießt den engen Schlagabtausch
Russell zeigte sich derweil wenig überrascht vom Tempo seines jungen Teamkollegen. Er habe immer gewusst, dass Antonelli "unglaublich schnell" sei. In China und Japan sei er durch äußere Umstände ausgebremst worden, dennoch genieße er den fairen, engen Schlagabtausch. Der große Vorteil 2026: Selbst kleine Quali-Abstände reichen aktuell noch für die erste Startreihe.
Mit dem Miami Grand Prix steht nun das nächste Kräftemessen an - und trotz der Renn-Ausfälle im Nahen Osten bleiben Russell und Antonelli die Männer, die es zu schlagen gilt. Das Mercedes-Interessen-Duell geht in die nächste Runde.
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