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Fragen und Antworten zum Großen Preis von Singapur

30 Grad und Flutlicht machen es den Fahrern schwer

Sport-Informations-Dienst (SID)

21.09.2019 | 13:17 Uhr

Der GP von Singapur findet mit Flutlicht statt.
Image: Der GP von Singapur findet mit Flutlicht statt. © Getty

Der Große Preis von Singapur ist eines der speziellsten Rennen im Formel-1-Kalender. Wir beantworten im Vorfeld die wichtigsten Fragen.

Was steht an?

Nach Abschluss der traditionellen Europa-Rennen geht die Formel 1 wieder auf Reisen, erster Stopp: Singapur. In der glitzernden Finanzmetropole sind Ferrari-Pilot Sebastian Vettel und Weltmeister Lewis Hamilton mit jeweils vier Siegen die Rekordgewinner. Am Sonntag (ab 14:05 Uhr MESZ LIVE auf Sky Sport 2 HD) darf sich allerdings Hamilton die deutlich größeren Chancen auf Sieg Nummer fünf in den hell erleuchteten Straßenschluchten ausrechnen.

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Warum ist Ferrari nach zuletzt zwei Siegen nicht der Favorit?

In Spa und Monza war Topspeed auf den langen Geraden Trumpf - genau das ist die Stärke des Ferrari SF90. Vettels Teamkollege Charles Leclerc ergriff die Chance und gewann beide Rennen, weswegen in der teaminternen Hierarchie das Pendel immer deutlicher in Richtung des 21-jährigen Monegassen auszuschlagen scheint. In den Straßen von Singapur kommt es aber vor allem auf gute Traktion in den zahlreichen engen Kurven an. Hier haben Mercedes mit Hamilton und auch Red Bull mit Max Verstappen auf dem Papier deutliche Vorteile gegenüber der Scuderia und dem Rest des Feldes.

Wie stark ist Vettels Position im Team noch?

Dem Stallduell mit Leclerc dürfte Vettels volle Aufmerksamkeit gelten. Der Heppenheimer und auch der Monegasse spielen in der Fahrer-WM, wo der Brite Hamilton abseits des Ferrari-Getöses beinahe unbemerkt seinem sechsten Titel entgegensteuert, keine Rolle mehr. Leclerc hat die Sympathien der italienischen Öffentlichkeit spätestens mit dem Doppelschlag von Spa und Monza endgültig hinter sich gebracht.

Auch teamintern kann er sich mittlerweile Alleingänge leisten, wie die Windschatten-Farce im Qualifying von Monza gezeigt hat, als er augenscheinlich bewusst bummelte, um Vettel keinen Geschwindigkeitsvorteil geben zu müssen. Vettel tobte hinter den Kulissen, immerhin hatte er Leclerc zuvor genau diesen Dienst erwiesen. Gestützt wurde Vettel, der sich allerdings im Saisonverlauf auch einige Patzer geleistet hat, aus den eigenen Reihen zuletzt nur noch halbherzig.

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Beim Qualifying zum Großen Preis von Italien kam es nach einem Crash von Kimi Räikkönen zu einer kuriosen letzten Runde, in der nahezu alle Top-Fahrer keine gezeitete Runde mehr auf den Asphalt brachte. Ferrari-Pilot Sebastian Vettel klärt auf (Video

Hat Vettel noch eine Zukunft bei Ferrari und in der Formel 1?

Das dürften die kommenden Wochen zeigen. Der viermalige Weltmeister hat bei Ferrari noch einen Vertrag bis 2020. Beide Seiten verweisen bei entsprechenden Fragen stets auf die Gültigkeit des Arbeitspapiers. Doch wenn sich der Trend der vergangenen Rennen fortsetzt und der 21-jährige Leclerc weiterhin regelmäßig vor dem routinierten und hochdekorierten Teamkollegen das Ziel erreicht, könnten Vettel und auch die Teamführung an ihre Schmerzgrenze gelangen.

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Ferrari-Pilot Sebastian Vettel erlebt beim Heim-GP des Traditionsrennstalls ein Debakel. Nach dem verkorksten Rennen äußert er sich zu seiner Leistung und zum Unfall mit Lance Stroll (Video-Länge: 1:05 Minute).

Wie ist die Lage bei Nico Hülkenberg?

Wenn man den Rheinländer fragt: glänzend. Nach seiner Demission bei Renault zum Saisonende hat der 32-Jährige nach eigenen Angaben mehrere Optionen auf eine Weiterbeschäftigung in der Formel 1. Am wahrscheinlichsten erscheint ein Engagement beim US-amerikanischen Haas-Team ab der kommenden Saison. Dessen Teamchef Günther Steiner lobte Hülkenberg zuletzt in höchsten Tönen und sprach von einer Entscheidung zwischen dem Deutschen und dem bisherigen Stammfahrer Romain Grosjean, der allerdings bislang eine Saison mit mehr Tiefen als Höhen erlebt hat.

Warum ist das Rennen in Singapur so einzigartig?

Für die Fahrer wird der Grand Prix wie in jedem Jahr zu einer Tortur: Das Thermometer fällt kaum einmal unter die 30-Grad-Marke, vor allem aber die hohe Luftfeuchtigkeit setzt den Piloten zu. Hinzu kommt der verschobene Zeitplan: Weil es sich um ein Nachtrennen handelt, wird der europäische Rhythmus beibehalten. Der Formel-1-Tross geht somit erst in den Morgenstunden ins Bett, Mittagessen gibt es nicht vor 18 Uhr, das Rennen startet erst um 20.10 Uhr Ortszeit. Ermöglicht wird dieses Spektakel durch 1600 Lichtprojektoren entlang der rund 5 km langen Strecke.

Sport-Informations-Dienst (SID)

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