Nach der 0:3-Pleite gegen Gladbach steckt der FC Bayern endgültig in der Krise. Für Dietmar Hamann liegt die Schuld daran bei den Spielern. Dabei sieht der Sky Experte eine besorgniserregende Entwicklung.
"Ich habe die Befürchtung, dass diese Mannschaft charakterlich nicht zusammenpasst. Einige Spieler - ich möchte da keine Namen nennen - stellen ihr eigenes Wohl über das Gesamtwohl des Vereins", erklärt Hamann bei Sky90.
Hamann zieht Vergleiche zu Ancelotti und Co.
Dabei vergleicht er die aktuelle Situation mit seiner eigenen aktiven Zeit beim FC Bayern. "Das war damals nichts anderes. Da hat es einige gegeben, denen hat der Trainer nicht gepasst. Dann sind sie ins Büro gelaufen zu den Oberen und haben sich über den Trainer beschwert. Da haben die Spieler Gehör gefunden."
Dies sei beim deutschen Rekordmeister laut Hamann bereits mehrfach der Fall gewesen. Der 45-Jährige nennt dabei die Amtszeiten von Otto Rehagel, Giovanni Trapattoni und Carlo Ancelotti - allesamt Beispiele für eine gescheiterte Trainer-Karriere beim FC Bayern.
Ist der FC Bayern untrainierbar?
"Ich vermute, dass so etwas Ähnliches dieses Jahr auch passiert ist - aus welchen Gründen auch immer. Damit untergräbst du den Trainer. So einen Bruch innerhalb von wenigen Tagen oder Wochen - das gibt es nicht. So einen Einbruch wie bei den Bayern in den letzten zwei, drei Wochen hab ich in den letzten 20 Jahren nicht gesehen", ist Hamann von der Entwicklung negativ überrascht.
In dieser sieht er für den FC Bayern eine nicht zu vernachlässigende Gefahr. "So lange die Vereinsführung den Spielern Gehör gibt und sie bei Problemen nicht zum Trainer schickt, wirst du eine Situation kreieren, die den FC Bayern irgendwann untrainierbar macht."
Trainerverschleiß beim FC Bayern
Ein Indiz dafür seien die zuletzt häufigen Trainerwechsel, die der FC Bayern vollzogen hat. Ancelotti musste nach knapp 15 Monaten gehen, Jupp Heynckes, der einen Freundschaftsdienst für Hoeneß leistete, machte nach acht Monaten Schluss. "Jetzt hast du mit Kovac einen Trainer, der nach drei Monaten in Frage gestellt wird. Das kann's ja nicht sein", kritisiert Hamann.
Kovac sei nicht der Schuldige an der Misere des FC Bayern, wie Hamann mehrmals betonte und dabei vor allem die Spieler in die Pflicht nahm. Diese müssten deutlich selbstkritischer sein.
Hamann: "Der Anfang vom Ende"
Stattdessen übten die Akteure Kritik an der Spielweise und an der von Kovac praktizierten Rotation - eine äußerst brisante Situation. Denn wenn solche Unruhen an die Öffentlichkeit gerieten - wie es aktuell der Fall sei - "dann ist das oft der Anfang vom Ende. Das sind alles sehr ungute Zeichen", so Hamann.