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Bundesliga: Hertha BSC nach Derby-Sieg gegen Union oben auf

Derbysieger, Stadtmeister: Bruno macht die Hertha flott

Sport-Informations-Dienst (SID)

23.05.2020 | 17:37 Uhr

Bruno Labbadia bringt frischen Wind in die Hertha.
Image: Bruno Labbadia bringt frischen Wind in die Hertha. © Imago

Der Aufschwung von Hertha BSC nach der Coronapause wird von zwei Personen geprägt: Trainer Bruno Labbadia und Angreifer Vedad Ibisevic. Am Freitag führten sie die Berliner zum Derby-Sieg gegen Union.

Für den ersten "Titel" seiner Amtszeit gab es keine Blumen und keinen Pokal, nicht einmal mit den Fans konnte Bruno Labbadia feiern. Und doch genoss der neue Trainer bei Hertha BSC den Gewinn der inoffiziellen Berliner Stadtmeisterschaft in vollen Zügen - und war von der Außenwirkung des verdienten 4:0 (0:0) im Geister-Derby gegen Aufsteiger Union überzeugt.

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Labbadia: "Müssen die Leute für uns gewinnen"

Die unter seinen Vorgängern verspielten Sympathien in der Hauptstadt, so dachte Labbadia, gewann Hertha am Freitagabend dank einer starken Leistung ein Stück weit zurück. "Wir müssen die Leute mitnehmen und für uns gewinnen", sagte Labbadia: "Ich glaube, mit dem Fußball, den wir heute gespielt haben, haben wir viele Leute für uns gewonnen."

Die Alte Dame Hertha, die sich seit Saisonbeginn zumeist als Pflegefall präsentierte und nicht nur in Berlin zum Gespött machte, wird plötzlich wieder sexy. Sieben Tore in zwei Spielen, sechs Punkte ohne Gegentreffer - der Labbadia-Effekt hat aus dem Abstiegskandidaten Hertha BSC einen stabilen Bundesligisten gemacht.

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Die Hertha befindet sich nach der Corona-Pause im Aufwind. Sky Reporter Raul Kristen erklärt, was unter dem neuen Trainer Bruno Labbadia jetzt besser läuft. (Videolänge: 01:07 Minuten)

Zweite Derby-Halbzeit wird zur Hertha-Show

Das große Fußball-Fest war das Derby nicht, die über 74.000 grauen Sitzschalen im Olympiastadion blieben bei Labbadias Heimdebüt leer. An der spielerisch dürftigen ersten Halbzeit hatten die Zuschauer in den heimischen Wohnzimmern oder den Berliner Gaststätten wenig Freude.

Nach dem Seitenwechsel drehte Hertha aber auf, Kapitän Vedad Ibisevic (51.), Dodi Lukebakio (52.), Matheus Cunha (61.) und Dedryck Boyata (77.) nahmen Revanche für die 0:1-Schmach aus der Hinrunde. Union wurde dagegen kaum gefährlich. "Wir wissen genau, was dieses Spiel für die Fans bedeutet und auch, wie schmerzhaft die Niederlage aus dem Hinspiel war", sagte Ibisevic bei DAZN: "Dies wollten wir wieder revidieren, und umso mehr bin ich glücklich, dass es uns auch gelungen ist."

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Ibisevic vor zweitem Frühling?

Ibisevic, 35, blüht unter Labbadia, mit dem er bereits beim VfB Stuttgart zusammenarbeitete, auf. In Hoffenheim und gegen Union erhielt der Bosnier den Vorzug vor dem polnischen Winter-Millioneneinkauf Krzysztof Piatek und sammelte Argumente für eine Verlängerung des im Sommer auslaufenden Vertrags. Gegen Union avancierte er mit einem Treffer und zwei Vorlagen sogar zum Matchwinner.

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Labbadia und er hätten ein sehr gutes Verhältnis, sagte Ibisevic: "Er gibt mir viel Selbstvertrauen. Er hat mir eine faire Chance gegeben, und die habe ich nun genutzt."

Genutzt haben Labbadia und sein Trainerstab auch die spielfreie Zeit in der Coronakrise. In Herthas Spiel ist plötzlich eine Struktur zu erkennen, die Abstimmung auf dem Platz hat sich verbessert, die Chancenverwertung ebenfalls.

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Labbadia will weiter vorsichtig bleiben

"Wir haben die vier Wochen ohne Mannschaftstraining sehr, sehr gut genutzt", sagte Labbadia, der vom schnellen Erfolg aber selbst überrascht war: "Es war nicht zu erwarten, dass wir schon so weit sind, dass wir diese Geduld aufzeigen, und auch so überzeugend im Ballbesitz sind."

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Hertha-Trainer Bruno Labbadia verteidigt den umstrittenen Jubel-Szenen im Spiel gegen Hoffenheim. (Videolänge: 01:55 Minuten)

Nach sechs Punkten in sechs Tagen sind die Blau-Weißen viele Sorgen losgeworden. Den Abstiegskampf erklärte Labbadia aber dennoch nicht für beendet: "Wir haben diese Situation extremst verbessert. Aber ich bin zu lange dabei, man muss im Abstiegskampf immer Respekt haben."

Sport-Informations-Dienst (SID)

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