BVB-Bosse Lars Ricken und Sebastian Kehl wackeln

Umbruch bei Borussia Dortmund: Nach den jüngsten Entscheidungen wird sich der Kader der Schwarz-Gelben in der kommenden Saison signifikant verändern. Und auch auf der Bosse-Ebene könnte etwas passieren.

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Die Verträge von Lars Ricken und Sebastian Kehl laufen 2027 aus. Wie geht es mit den BVB-Bossen weiter?

Nach Sky Sport Informationen werden die in 2027 auslaufenden Verträge von Sport-Geschäftsführer Lars Ricken und Sportdirektor Sebastian Kehl vorerst nicht verlängert werden.

Von Patrick Berger und Luca Sixtus

Die BVB-Bosse wackeln!

Sowohl Ricken als auch Kehl stehen in Dortmund unter Druck und müssen liefern. Der Abstand zum großen Rivalen FC Bayern München wird größer, auch wenn die Punkteausbeute der Schwarz-Gelben in der aktuellen Bundesliga-Saison stimmt. Im DFB-Pokal sind sie bereits früh im Achtelfinale gegen Bayer 04 Leverkusen ausgeschieden. Zudem sind sie in der Champions League in den Playoffs an Atalanta gescheitert. Zu wenig.

Der letzte Titel liegt mittlerweile schon fünf Jahre zurück. 2021 brachte der BVB mit dem Pokal-Gewinn letztmals eine Trophäe nach Hause. Mit dem zweitteuersten Kader der Bundesliga sollte schlichtweg mehr möglich sein.

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Kritik an Transferpolitik und Kaderplanung

In der Kritik stehen zuvorderst die Transferpolitik und die Kaderplanung. So waren im vergangenen Sommer unter anderem Jobe Bellingham (35,5 Millionen Euro mit Boni), Fabio Silva (rund 26 Mio. mit Boni), Carney Chukwuemeka (25 Mio. im Paket mit Anselmino-Leihe), Yan Couto (25 Mio.) und Daniel Svensson (7 Mio.) gekommen.

Der Impact der Neuzugänge ist bis dato überschaubar. "Natürlich müssen wir dabei auch selbstkritisch konstatieren, dass nicht alle Neuzugänge bislang schon richtig gezündet haben. Da können wir uns sicher verbessern", räumte Ricken kürzlich im Interview mit der WAZ gewisse Fehler von sich und seinem Team ein.

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Ricken und Kehl raufen sich zusammen

Die Verantwortung für die Kaderzusammenstellung tragen hierfür in letzter Instanz Ricken und Kehl. Das Verhältnis der beiden ehemaligen BVB-Profis? Nicht immer reibungslos.

Kehl blieb einst die Beförderung zum Sport-Geschäftsführer verwehrt. Stattdessen wurde ihm im Mai 2024 überraschenderweise Nachwuchsdirektor Ricken vor die Nase gesetzt. Im Sinne des Klubs hat sich das Duo zusammengerauft und gemeinsam interne Prozesse optimiert.

So existiert nach Sky Sport Informationen eine WhatsApp-Gruppe, in der bei Sichtungs- und Verhandlungsfragen koordiniert wird, wer wen kontaktiert. Hier hat man aus der Vergangenheit gelernt und die Lehren gezogen aus den Konflikten zwischen dem einstigen Technischen Direktor Sven Mislintat und Sportdirektor Kehl hinsichtlich Kompetenzüberschreitungen.

Es rumort nach wie vor beim BVB

Als dann Kehl in der vergangenen Saison am Wackeln war, verlängerte Ricken den Vertrag des Sportdirektors bis 2027 - für den ein oder anderen überraschend. Für Ruhe hat diese Entscheidung nur zeitweilig gesorgt. Es rumort und grummelt nach wie vor in Dortmund.

Mit Carsten Cramer, seit November 2025 Sprecher der Geschäftsführung, tritt nun ein anderer starker Mann des Klubs medial immer offensiver in Erscheinung. Er und Finanz-Geschäftsführer Thomas Treß verfügen ebenfalls jeweils über einen Vertrag bis 2027, sitzen aber - anders als Ricken und Kehl - fest im Sattel.

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Ricken steckt in der Kovac-Zwickmühle

Wer ebenfalls nicht zur Disposition steht, ist Niko Kovac. Aber er steht etwas zwischen den Stühlen. Denn es war Ricken, der den Deutsch-Kroaten im Februar 2025 zum Chefcoach gemacht hatte. Kovac war nie der Trainer von Kehl. So ist aus dem Klub zu hören, dass der 54-Jährige viel mit BVB-Präsident Hans-Joachim Watzke und Bosse-Berater Matthias Sammer sowie mit Ricken kommuniziert.

Nichtsdestotrotz steckt Letzterer bei Kovac ein wenig in der Zwickmühle. Denn einerseits ist Ricken dem Trainer unendlich dankbar, dass dieser in der vergangenen Rückrunde den Karren aus dem Dreck gezogen hat und den Klub noch in die Champions League geführt hat. Andererseits liegt dem Sport-Geschäftsführer als ehemaliger Nachwuchsdirektor besonders die Einbindung junger Talente in den Profi-Kader am Herzen. Dafür war Kovac bislang eher weniger bekannt. Das haben die Verantwortlichen ihm aber mittlerweile als Auftrag mit an die Hand gegeben.

Kovac werde "zwar manchmal vorgeworfen [...], zu sehr auf Erfahrung zu setzen", aber er gehe diesen Weg laut Ricken mit absoluter Überzeugung mit. "Er hat bei den Transfers junger Spieler wie Jobe Bellingham oder Fabio Silva totale
Übereinstimmung gezeigt. Luca Reggiani hat sein Champions-League-Debüt mit 18 Jahren im K.o.-Spiel gegen Bergamo gefeiert. Da haben wir nebenbei zu Null gespielt. Samuele Inacio wird nicht gegen Heidenheim, sondern
gegen den FC Bayern reingeworfen. Da hat Niko schon gezeigt, dass er den Mut besitzt", sagte Ricken gegenüber der WAZ.

Kovac wiederum sieht allerdings auch, dass auf der Bosse-Ebene nicht immer mit einer Sprache gesprochen wird. In dieser Hinsicht werden sich die ein oder anderen aus der Führung am Riemen reißen müssen. Denn: Kovac hat längst Begehrlichkeiten geweckt - unter anderem aus der Premier League.

Wer entscheidet über die Bosse-Zukunft?

Und wer entscheidet nun über die Zukunft der beiden Bosse Ricken und Kehl?

Fakt ist, dass Watzke ab dem 30. Juni dem Präsidialausschuss vorschlagen darf, wie man mit Ricken umzugehen hat. Das ist formell beim BVB so geregelt. Das Schicksal von Kehl liegt wiederum in den Händen der Sport-Geschäftsführung - in Person von Ricken und Cramer.

Krösche bleibt ein Thema

Nach Sky Sport Informationen bleibt Markus Krösche weiterhin ein Thema in Dortmund. Der 45-Jährige ist seit Sommer 2021 Sportvorstand von Eintracht Frankfurt und formt die Hessen - trotz ständiger Umbrüche - immer wieder zu einem Team mit internationaler Konkurrenzfähigkeit.

Krösche sprach jüngst in der SportBild über seinen Kontakt mit BVB-Präsident Watzke. Aber: "Das hatte nichts mit dem Thema Borussia Dortmund zu tun." Die Gerüchte um einen möglichen Wechsel zu den Schwarz-Gelben wies er zurück. "Ich halte mich an die Fakten. Ich habe einen Vertrag bis 2028. Es ist ein pulsierender Klub, bei dem ich mich wohlfühle - und mehr gibt es dazu auch nicht zu sagen", ließ Krösche verlauten.

Krösche war schon immer ein Thema beim BVB. Dass es über Verbindungsleute Kontakt gab, ist in diesem Zuge kein Geheimnis.

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