Daran wird sich Nagelsmann messen lassen müssen - ein Kommentar

Dass Bundestrainer Julian Nagelsmann ausgerechnet die bunten Zuckerstangen-Socken trug, die ihm Oliver Baumann einst schenkte, wirkt wie ein kleiner Treppenwitz. Für die einen war es eine Spitze gegen den degradierten Hoffenheimer Keeper, für die anderen ein genialer Gag.

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Bei der Kadervorstellung für die WM 2026, erklärt Julian Nagelsmann, dass Manuel Neuer und nicht Oliver Baumann als Nummer eins mitfährt. Und das ausgerechnet in geschenkten Happy Socks vom TSG-Keepers...

Die lockere Atmosphäre in der umfunktionierten Futsal-Halle am Frankfurter DFB-Campus tat Nagelsmann jedenfalls sichtbar gut. Im weißen Lounge-Sessel präsentierte der zuletzt für seine Kommunikation oft kritisierte Bundestrainer seinen 26-Mann-Kader für die WM - und hinterließ dabei einen starken Eindruck.

Kein Eiertanz wie zuletzt im ZDF-Sportstudio nach der Sky Sport Enthüllung zur überraschenden Rückkehr von Manuel Neuer. Stattdessen: klare, offene und transparente Antworten. Nagelsmann wirkte charmant, fokussiert und angriffslustig: "Wir wollen weiter Weltmeister werden. Die Aussage gilt!"

Positiv auch, dass er selbstkritisch mit dem Umgang um Baumann umging: "Es gibt immer Dinge, die man besser machen könnte." Diese Offenheit kam an.

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Julian Nagelsmann spricht über die Kommunikation mit den Spielern, besonders im Hinblick auf die Nominierung der Torhüter. Er versucht stets, offen und ehrlich mit den Spielern zu sein, sieht jedoch ein, dass es keinen perfekten Weg gibt.

Sane-Nominierung sorgt für Diskussionen

Kritik an einzelnen Nominierungen bleibt trotzdem erlaubt. Vor allem die Berufung des zuletzt formschwachen Leroy Sane sorgt für Diskussionen - gerade weil Spieler wie Said El Mala, Chris Führich oder Matthias Ginter zuhause bleiben mussten. Nagelsmann erklärte die Entscheidung allerdings nachvollziehbar und setzt darauf, Sane rechtzeitig in WM-Form zu bringen. Daran wird er sich messen lassen müssen.

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Auf der Pressekonferenz spricht Julian Nagelsmann über die Nominierung von Leroy Sane. Er geht dabei auf dessen Stellenwert in der Mannschaft ein und erklärt, warum er sich für dessen Nominierung entschieden hat.

Im Großen und Ganzen hat Nagelsmann aber einen homogenen Kader zusammengestellt. Die Mischung stimmt, die Chemie offenbar auch. Auch deshalb sind "Klebstoff"-Spieler wie Pascal Groß, Waldemar Anton oder Deniz Undav dabei - sportlich verdient haben sie es ohnehin.

Ein klassischer Neuner fehlt

Was allerdings fehlt, ist ein klassischer Neuner: ein Brecher, der als Joker kommt und bei Rückstand auch mal einen reinköpft. Gerade Niclas Füllkrug wäre dafür prädestiniert gewesen. Nagelsmann verwies auf dessen schwache Quote in Mailand - nachvollziehbar, aber trotzdem hätte ich "Fülle" mitgenommen.

Auch die Rückkehr von Neuer sehe ich mit leisen Zweifeln. Er bleibt einer der größten Torhüter der Fußballgeschichte, doch zuletzt wirkte auch er nicht mehr unantastbar. Und die entscheidende Frage bleibt: Hält die Wade?

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Julian Nagelsmann spricht auf der Pressekonferenz über die Stimmung vor der anstehenden WM 2026. Er zeigt sich motiviert und freut sich, dass es bald losgeht. Auch in den anstehenden Vorbereitungsspielen möchte er bereits Leistung zeigen.

Mit diesem Kader gehört Deutschland sicher nicht zu den Top-Favoriten. Aber vielleicht ist genau das die Chance. Mit seiner offenen und ehrlichen Kommunikation hat Nagelsmann jedenfalls einen Teil der Fans zurückgewonnen. Jetzt muss nur noch der sportliche Erfolg folgen.

Mehr zum Autor Patrick Berger

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