DFB-Entscheidung naht: Bosse denken an Nagelsmann-Aus!
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) spielt in der Bundestrainer-Frage nach dem neuerlichen WM-Desaster vorerst auf Zeit, die Luft für Julian Nagelsmann aber wird dünner.
30.06.2026 | 17:43 Uhr
"Wir können und wollen nach einem derartigen Tiefschlag mit Blick auf die anstehenden Aufgaben nicht einfach zur Tagesordnung übergehen", sagte Präsident Bernd Neuendorf in einer DFB-Mitteilung rund 16 Stunden nach dem blamablen 3:4 i.E. im Sechzehntelfinale gegen Paraguay.
Er habe nach dieser "bitteren Niederlage" und dem Ausscheiden bei der WM "noch länger mit Bundestrainer Julian Nagelsmann und der sportlichen Leitung um Andreas Rettig und Rudi Völler zusammengesessen", berichtete Neuendorf und verkündete: "Wir sind uns einig, dass das Abschneiden bei der WM nicht unseren Ansprüchen genügt."
In den kommenden Tagen werde man nun "gemeinsam und in Ruhe die Gründe erörtern, weshalb die Mannschaft ihr vorhandenes Potenzial nicht hat abrufen können und ihren eigenen und den Erwartungen Fußball-Deutschlands nicht gerecht geworden ist". Ein Weiter so mit Nagelsmann schließt Neuendorfs Satz vom Übergang zur "Tagesordnung" aber praktisch aus.
Noch keine Entscheidung gefallen
Nach Informationen von Sky Sport ist aber noch keine Entscheidung gefallen. Nach dem ersten Analyse-Gespräch zwischen Neuendorf, Rettig, Völler und Nagelsmann soll eine weitere tiefgründige Analyse erfolgen. Das Achtelfinale war das absolute Minimalziel des Verbandes. Die DFB-Spitze wird sich in Deutschland vor Ort treffen. Mit Entscheidungen, auch in der Trainerfrage, ist Ende der Woche zu rechnen.
Die Trennung von Nagelsmann ist ein ernsthaftes Szenario, die Rückendeckung im Präsidium für den Bundestrainer bröckelt. Darüber hinaus sind auch weitere Konsequenzen möglich: Das DFB-Präsidium muss beispielsweise auch über die Zukunft von Rettig und Völler entscheiden. Der Sportdirektor hatte Nagelsmann nach dem blamablen Ausscheiden geschützt: "Ist ein Top Trainer!"
Nagelsmann selbst hat den Rücktritt ausgeschlossen. Sein Vertrag läuft noch bis zur Heim-EM 2028. Er verdient bis zu acht Millionen Euro pro Jahr. Die Rauswurf-Klausel, mit der sich der DFB absicherte, hätte bei einem Vorrunden-Aus gegriffen. Klopp stünde bereit: Nach Sky Sport Infos würde er den Bundestrainer-Job übernehmen, wenn der DFB auf ihn zukommt.
Auch Hans-Joachim Watzke hat als mächtiger Funktionär bei DFB und DFL großen Einfluss. Er hat einen guten Draht zu Nagelsmann, wollte ihn beispielsweise damals zum BVB holen. Aber natürlich ist auch sein Draht zu Klopp top. Auch Red-Bull-Boss Oliver Mintzlaff wird mitreden, sollte der DFB auf ihn wegen einer möglichen Freigabe Klopps zukommen. Zudem sind Holger Blask, Oke Göttlich und Oliver Leki Teil des großen Präsidiums.
Tiefpunkt nach drittem frühen WM-Aus
Bei der Heim-EM 2024 war Nagelsmann mit der DFB-Auswahl im Viertelfinale am späteren Europameister Spanien gescheitert (1:2). In der Nations League erreichte die Nationalelf danach erstmals das Final Four, Platz vier war aber ebenfalls enttäuschend. Das dritte frühe WM-Aus einer deutschen Mannschaft in Serie ist nun der Tiefpunkt.
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