Fans von Borussia Mönchengladbach protestieren gegen RB Leipzig
Keine Bratwurst, kein Bier: Gladbach-Fans greifen zu ungewöhnlichen Mitteln, um RB Leipzig finanziell zu treffen.
10.04.2026 | 14:53 Uhr
Wie kreativ der Protest wirklich ist und was dahintersteckt.
Hungern gegen den Kommerz: Die Dachorganisation für Fans von Borussia Mönchengladbach ruft für das Spiel bei RB Leipzig zu einem skurrilen Protest auf. "Verzichtet ausnahmsweise auf das Bier und die Wurst im Stadion", schreibt FPMG Supporters Club vor dem Spiel am Samstag (15.30 Uhr live auf Sky Sport). "Jeder weitere Euro, der direkt oder indirekt an RB geht, ist kontraproduktiv."
Einige Fans von Mönchengladbach sind beim Protest gegen RB Leipzig besonders ausdauernd. Fast schon traditionell werden in den ersten 19 Minuten bei jedem Leipziger Ballbesitz Trillerpfeifen an ihre Leistungsgrenze gebracht. Dies habe "sich mittlerweile etabliert und ist ein elementarer Bestandteil unseres Protestes." Der Protest gilt dem "verhassten Konstrukt, das im Widerspruch zu allen Werten und Überzeugungen" stehe.
Einnahmen durch Bratwurst und Bier können durchaus signifikant sein. Während über die Leipziger Zahlen keine Auskunft erteilt wird, nahm Borussia Dortmund laut Sport Bild in der Saison 2024/25 pro Spiel eine Million Euro mit Catering ein. Der BVB hat einen Zuschauerschnitt von über 80.000, Leipzig hat etwas mehr als die Hälfte davon. Am Samstag stehen Gladbach-Fans 4.735 Plätze zur Verfügung.
Viel Protest, wenig Punkte
Da am Einlass des Leipziger Stadions mittlerweile offenbar penibel auf Trillerpfeifen kontrolliert wird, soll der Klub nun wirtschaftlich leiden. "Während der Erwerb einer Eintrittskarte unumgänglich ist, um den Protest gegen RB und die Unterstützung unseres Vereins zu ermöglichen, sollte auf den Konsum von Speisen und Getränken im Stadion verzichtet werden", heißt es in dem Aufruf.
Empfohlen wird stattdessen, sich in Sachen Verpflegung Alternativen in der Stadt oder rund um das Stadion zu suchen. Gladbach gastiert zum zehnten Mal in Leipzig. Zwei der bisherigen neun Spiele fanden dabei aufgrund der Corona-Pandemie ohne Zuschauer statt.
Sportlich geholfen haben die Proteste bisher nicht. Gladbach hat noch nie in Leipzig gewonnen, viermal erreichte man ein Unentschieden. Zudem wird es der erste Auftritt von Kapitän Rocco Reitz in Leipzig, nachdem sein Wechsel zu RB im kommenden Sommer bekanntgeworden ist.
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