Fast hätte Felix Nmecha gar nicht für Deutschland gespielt! Wie der DFB erfolgreich um ihn kämpfte
Felix Nmecha überzeugte zum WM-Auftakt beim DFB-Team gegen Curacao.
20.06.2026 | 10:42 Uhr
Dabei gab es eine Zeit, zu der es keinesfalls sicher war, dass der BVB-Star überhaupt für Deutschland spielt. Doch der Verband kämpfte um Nmecha - mit Erfolg.
Aus Toronto berichten Patrick Berger und Kerry Hau
Felix Nmecha wird auch in Toronto wieder im deutschen Mittelfeld die Fäden ziehen. Gegen die Elfenbeinküste wird der 25 Jahre alte Mittelfeldspieler erneut in der Startelf stehen.
Sein Ziel: an die starke Leistung gegen Curacao anzuknüpfen - mit einem Tor und einer Vorlage hatte er beim 7:1 maßgeblichen Anteil am Erfolg.
Fast wäre der BVB-Star allerdings gar nicht in der deutschen A-Nationalmannschaft gelandet. Der in Hamburg geborene Nmecha wuchs in England auf und durchlief dort zahlreiche Nachwuchsteams der Three Lions. Die ersten sieben Jahre verbrachte der Sohn einer deutschen Mutter und eines nigerianischen Vaters in Hamburg, ehe die Familie auf die Insel zog. Aufgrund seiner familiären Situation besitzt Nmecha neben der deutschen auch die britische Staatsangehörigkeit.
Zwischen 2015 und 2018 spielte er deshalb für Englands U16-, U18- und U19-Nationalmannschaften - unter anderem an der Seite von Jadon Sancho, Bukayo Saka und Conor Gallagher. Dazwischen wechselte er bereits einmal den Verband und lief für die deutsche U18 mit dem Bundesadler auf der Brust unter Trainer Guido Streichsbier auf.
Di Salvos Einsatz für Nmecha
Dass Felix Nmecha heute bei der WM in den USA, Kanada und Mexiko im Team von Julian Nagelsmann spielt und die Fans begeistert, ist letztlich auch Antonio Di Salvo zu verdanken. Nach Sky Sport Informationen kämpfte der heute 47-Jährige intensiv um den Mittelfeldspieler. U21-Trainer Di Salvo traf sich in Wolfsburg mit dem talentierten Profi und zeigte ihm einen konkreten Perspektivplan auf, um Weihnachten herum kontaktierte er den Spieler erneut - mit Erfolg. "Wir würden uns freuen, wenn Felix zukünftig für Deutschland spielen kann und werden dafür alles tun", ließ sich der damalige DFB-Nachwuchschef Joti Chatzialexiou, heute Nürnberg, seinerzeit zitieren.
Im Sommer 2021 war Felix gemeinsam mit seinem älteren Bruder Lukas aus Manchester nach Wolfsburg gewechselt und etablierte sich dort schnell bei den Profis. Bei seiner Entscheidung für Deutschland dürfte auch eine Rolle gespielt haben, dass Lukas bereits im November 2021 unter Hansi Flick sein Debüt in der A-Nationalmannschaft gefeiert hatte. Die Aussicht, es seinem Bruder, der mit der U21 Europameister wurde, gleichzutun und vielleicht sogar einmal gemeinsam für Deutschland aufzulaufen, reizte Felix enorm.
"Das war ein großer Verdienst von Antonio", blickt der damalige DFB-Manager Oliver Bierhoff zurück. Im März 2022 debütierte Felix Nmecha schließlich in der U21 unter Di Salvo und traf wenige Monate später sogar in einem Pflichtspiel gegen England.
Bierhoff schwärmt: "Felix hat einfach eine tolle Entwicklung hinter sich und mittlerweile auch eine starke Präsenz auf dem Platz. Es freut mich, dass er so gut für uns gestartet ist."
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