FC Bayern: Kommentar zum DFB-Pokal-Aus des FCB gegen Freiburg
Kommentar: Bayern-Stars können sich vor M-Frage nicht verstecken
05.04.2023 | 10:42 Uhr
Der FC Bayern München scheitert erneut früh im DFB-Pokal. Das Triple ist damit futsch. Und das trotz des Trainerwechsels. Es ist an der Zeit, die Mannschaft in die Pflicht zu nehmen. Ein Kommentar.
Das dritte DFB-Pokal-Halbfinale in Folge findet ohne den FC Bayern München statt. Den Klub, der für sich das Triple als Ziel ausgibt und dafür trotz aussichtsreicher Position den Trainer kurzerhand ersetzt. Ein Pokal-Viertelfinale später stehe man laut Thomas Müller nach dem 1:2 gegen den SC Freiburg vor einem "Scherbenhaufen".
Wohl auch wissend, dass bei jedem der vergangenen drei Pokal-Rauswürfe drei verschiedene Trainer an der Seitenlinie standen und man es sich mit der Nagelsmann-Ausrede zu einfach machen würde. Ist auch das mehrmalige Ausscheiden nicht unmittelbar zu vergleichen, ist diese Tatsache ein gutes Bild dafür, dass ein Wechsel auf der Trainerposition nicht zwangsläufig das Allheilmittel ist. Vielmehr stellt sich die Frage nach der Mentalität der Mannschaft.
Mentalitäts-Debatte plötzlich beim FC Bayern
Ist eigentlich der ärgste Bundesliga-Konkurrent bekannt dafür, Probleme mit dem M-Wort zu haben, sprechen manche Verhaltensweisen seit der WM in Katar dafür, dass auch die Bayern-Stars sich nicht vor dieser Debatte verstecken können.
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Die Bayern ließen gegen Freiburg erneut anhaltenden Offensivdruck, Konstanz, Leidenschaft und beständige Konzentration vermissen. Hinzu kommt der fehlende, "allerletzte Hunger", wie Trainer Thomas Tuchel nach der Partie analysierte sowie individuelle Fehler. Allein in den vergangenen drei Spielen verursachten die Bayern vier Strafstöße. Faktoren, die genau unter die Mentalitäts-Frage fallen. Diese Aspekte in den Griff zu bekommen, darf und muss von einem der besten Kader Europas in einem Pokal-Viertelfinale beziehungsweise einem Alles-oder-Nichts-Spiel wie dem gestrigen erwartet werden. Nur rückte das anscheinend zuletzt aus dem Fokus.
Kahn und Salihamidzic müssen Mannschaft in die Pflicht nehmen
Die Chefetage um Oliver Kahn und Hasan Salihamidzic war zu beschäftigt damit, Debatten über das fehlende "Mia san mia"-Gefühl oder die missglückte Kommunikation während der Nagelsmann-Entlassung zu führen, dass sie zumindest öffentlich vergaß, der Mannschaft deutlich zu machen, dass auch sie ihren Teil dazu beitragen müsse, um die Leistungsschwankungen in den Griff zu bekommen. Selbiges Bild auch nach der Partie im Interview: Nach dem Aus gegen Freiburg verteidigte Salihamidzic erstmal Tuchel, bevor er die Mannschaft zart kritisierte.
War das Problem also vielleicht gar nicht unbedingt Julian Nagelsmann? Sitzt die Ursache für das unbeständige Auftreten vielleicht doch etwas tiefer? Nach einer Woche unter Tuchel sollte man diese Situation nicht zu früh bewerten. Es ist aber auffällig, dass ein Motivator wie der Ex-Chelsea-Coach es in einem K.o.-Spiel nicht schafft, vor einem Viertelfinale die letzte Gier aus dem Team herauszukitzeln und damit aber nicht alleine zu sein scheint.
Die Verantwortung dafür hat Tuchel nach dem Spiel bereits trotzdem übernommen. Vielleicht ist es aber an der Zeit, diese Verantwortung mal dem Team zu übertragen.