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FC Bayern: So moderiert Trainer Thomas Tuchel den Bayern-Umbruch

Parallelen zu Chelsea: So moderiert Tuchel die Bayern-Transformation

Schon der Auftakt wird zur Chefsache! So moderiert Thomas Tuchel die Bayern-Transformation.
Image: Schon der Auftakt wird zur Chefsache! So moderiert Thomas Tuchel die Bayern-Transformation.  © DPA pa

Training vor mehr als 2000 begeisterten Fans, Auftakt mit 23 Feldspielern und ein höchst fokussierter Thomas Tuchel: Der Bayern-Trainer packt zum Start des Trainingslagers am Tegernsee höchstpersönlich mit an und genießt in der Vorbereitung Freiheiten wie kaum ein anderer Trainer zuvor. Erinnerungen an seine Zeit beim FC Chelsea werden wach. Führt die Strategie auch zum Erfolg?

Slalomstange eins, zwei, drei, vier, fünf, sechs, sieben und eine kleine Wanderung in Richtung des Mittelkreises: Bayern-Trainer Thomas Tuchel lässt es sich nicht nehmen, die erste Einheit in Rottach-Egern am Tegernsee höchstpersönlich vorzubereiten. Schon der Auftakt des sechstägigen Trainingslagers wird zur Chefsache.

Die Basics und die "verflixten" kleinen Tore

Der große Jubel ist allerdings erst wenige Minuten später erfolgt, als das Starensemble der Münchner samt Thomas Müller, Jamal Musiala und Joshua Kimmich das Spielfeld betreten und die Mission "Titelverteidigung plus X" gestartet hat.

In der ersten Einheit standen wie gewohnt die Basics auf dem Programm: Laufen, Dehnen, Passübungen in Dreiergruppen - aus der Luft und vom Boden. Tuchel schaut genau hin, macht Ansagen und rüffelt auch mal den ein oder anderen Star. So nahm er sich auch einmal Youngster Jamal Musiala zur Brust, der den Ball doch einfach abspielen solle. In diesem Fall hätte der technisch versierte Offensivspieler Leon Goretzka bedienen müssen, machte Tuchel deutlich.

Die Fans haben dem Youngster aber schnell jeden kleinen Fauxpas verziehen - bejubelten ihn dauerhaft mit "Musiala"-Sprechchören.

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Neben weiteren Spielübungen ist auch die Zielgenauigkeit unter Beweis gestellt worden: Während der ersten Trinkpause zielten die Bayern-Stars aus der Distanz auf ein kleines, leeres Tor, ehe es mit der nächsten Übung weiterging. Fehlschuss Kingsley Coman, Fehlschuss Mathys Tel, Fehlschuss Joshua Kimmich, Fehlschuss Thomas Müller - die Bilanz: Ausbaufähig. Natürlich war es der treffsichere Eric Maxim Choupo-Moting, der die Münchner "erlöste".

Wenige Minuten später standen wieder die "verflixten" kleinen Tore auf dem Programm. Pass, prallen lassen - Abschluss: Müller scheiterte unter dem Raunen der Zuschauer am Pfosten, nahm aber den Nachschuss und versenkte eiskalt. In typischer Müller-Manier wandte er sich den Fans zu und reckte seine Jubel-Faust in Richtung des Publikums. Tuchel forderte in den weiteren Spieleinheiten das regelmäßige Bilden von Dreiecken und feuerte seine Profis auch nach kleinen Aufmerksamkeitsfehlern mit einem "weiter, weiter" an. Nach rund 90 Minuten endete die erste Einheit in der Hitze von Rottach-Egern. Nur ein erster Vorgeschmack auf das intensive Trainingslager am Tegernsee.

Es folgten Selfies mit den angereisten Bayern-Fans, Autogramme und ein abschließendes Gespräch des Trainergespanns.

Tuchel aktiv in Kaderplanung involviert

In diesem Jahr kann und wird der Nachfolger von Julian Nagelsmann seine erste volle Vorbereitung mit den Münchnern absolvieren, um den Grundstein für eine erfolgreiche Saison zu legen - wenngleich sich das Aufgebot natürlich noch verändern wird: "Der Kader wird jetzt höchstwahrscheinlich nicht der Kader sein, mit dem wir die Spiele am 1.9. Bestreiten werden", machte der Trainer schon kurze Zeit nach dem Check-in im Seehotel Überfahrt deutlich.

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Hierfür habe Tuchel in den vergangenen Wochen regelmäßig mit Kaderplaner Marco Neppe und CEO Jan-Christian Dreesen ausgetauscht und Transferziele festgelegt. "Es gab aber auch die größere Runde mit Karl-Heinz Rummenigge, Uli Hoeneß und Herbert Hainer. Es ist wichtig, deren Herzblut, Sachverstand und Knowhow zu nutzen", fügte der Trainer hinzu.

Die Hauptarbeit lag allerdings zwischen Neppe, Dreesen und Tuchel. "Und diese wird auch so bleiben, weil es mit dem Trainingsstart nicht vorbei ist. Ein sehr enger Kreis, zielorientiert, sehr interessant", erläuterte der 49-Jährige, der bei potenziellen Neuzugängen klare Forderungen hinterlegt: "Uns hat eine Robustheit und eine Körperlichkeit und auch eine psychische Stabilität gefehlt. Das mussten wir leider gemeinsam erfahren", haderte Tuchel: "Und deshalb gehört das auch zum Profil der Spieler, die wir verpflichten wollen."

Trauert Bayern Rice hinterher?

Ein solches Profil hätte Declan Rice erfüllt. Der englische Nationalspieler entschied sich allerdings für einen "londoninternen" Wechsel zum FC Arsenal. Nach Sky Informationen kostet Rice rund 121,8 Millionen Euro (105 Millionen Pfund) und avanciert damit zum Rekordtransfer der Gunners. "Er hat ein Profil, das wir meiner Meinung nach so nicht im Kader haben", machte Tuchel deutlich. "Es könnte eine interessante Ergänzung unseres Kaders sein, einen Spieler mit dem Profil bei uns zu haben". Am Ende habe er sich jedoch anders entschieden: "Rice ist jetzt zu Arsenal gewechselt, das ist auch okay. Guter Spieler, guter Klub - so ist es nun mal."

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Als sich der FC Arsenal für den Rekordtransfer von Declan Rice feierte, wurde Thomas Tuchel doch noch mal ein wenig wehmütig.

Spieler dieser Qualität gebe es allerdings nur selten. Klar erscheint, dass Leon Goretzka nach Tuchels Ansage nicht mehr der unantastbare Stammspieler neben Joshua Kimmich ist. Auch auf dieser Position könnte es also Veränderungen geben - selbst ein Abschied Goretzkas ist nicht auszuschließen: "Es kann immer eine Situation entstehen - wie bei Lucas Hernandez, mit dem ich voll gerechnet habe, dass Spieler andere Pläne haben", blickte Tuchel zurück und fügte hinzu: "Das habe ich von Leon nicht gehört, aber es ist auch erst der Anfang der Vorbereitung. Es gibt einen großen Konkurrenzkampf."

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Tuchel kann keinen Goretzka-Verbleib garantieren

Tuchel fordert "Qualität und Persönlichkeit"

Ob Ryan Gravenberch oder RB-Neuzugang Konrad Laimer in diese Rolle schlüpfen können, wird sich im Laufe der Vorbereitung zeigen. Letzterer hat sich allerdings schon vor Trainingsbeginn ein Sonderlob abgeholt: "Er ist extrem fleißig und laufstark, definiert sich über Ballgewinne", sagte der Trainer. Der 26-jährige Österreicher habe einen sehr guten ersten Eindruck gemacht.

Dennoch werden neben Laimer und Raphael Guerreiro weitere Neuzugänge folgen: "Wir brauchen eine gewisse Qualität und Persönlichkeit, um unseren sehr guten Kader noch stärker zu machen", stellte Tuchel klar. Zu einzelnen Namen wollte er allerdings nicht ins Detail gehen. Mit Neapels Min-jae Kim (nur der Vollzug steht aus), Manchester Citys Kyle Walker (mündliche Einigung mit den Bayern) und Harry Kane (Uli Hoeneß sehr optimistisch) sollen (und werden?) dennoch drei Neuzugänge dazustoßen, die genau dieses Tuchelsche Anforderungsprofil erfüllen.

Klartext bei Mane und in der Torhüter-Frage

Auf der Abgangsseite dürfte Sadio Mane folgen. Die Tage des Senegalesen beim FC Bayern scheinen nach einer "unbefriedigenden Saison" gezählt. "Die Konkurrenzsituation ist extrem hoch für ihn mit Kingsley Coman und Serge Gnabry, da haben wir eine Konstellation, die es für Sadio sehr schwer macht. Das weiß der Spieler auch, er kennt meine Meinung und die Meinung des Klubs", betonte Tuchel.

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Thomas Tuchel sieht für Bayern-Star Sadio Mané eine schwierige Ausgangslage für die kommende Spielzeit. Bedingt durch die Konkurrenzsituation und seine schwache letzte Saison muss vom Senegalesen nun deutlich mehr kommen.

Weniger eindeutig erscheint dagegen die Lage auf der Torhüterposition. Nach der "unklaren Situation" um Manuel Neuer (verpasst die Asien-Reise und wohl auch den Saisonstart) wird aller Voraussicht nach Yann Sommer (Inter möchte ihn) den Kasten des Rekordmeisters weiter hüten. "Ich glaube auf der Torhüter-Position macht es keinen Sinn, was zu machen", ist Tuchel deutlich geworden. So spulte der Schweizer Keeper auch am Tegernsee das geplante Programm ab - erst mit der Mannschaft, dann mit dem Torhüter-Team um Sven Ulreich, Johannes Schenk und Alexander Nübel auf dem Nebenplatz. Letzterer dürfte den Rekordmeister allerdings bei einem entsprechenden Angebot verlassen.

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FC Bayern-Trainer Thomas Tuchel verrät auf einer Presserunde, dass Manuel Neuer wohl nicht zum ersten Pflichtspiel der neuen Saison den nötigen Fitnessstand erreichen wird, um zwischen den Pfosten zu stehen.

Die Vorbereitung wird zur Chefsache

Ob beim Aufbau, im Training, bei den Transferaktivitäten im Hintergrund oder im Gespräch mit der Presse: Der Bayern-Coach packt in jeglicher Hinsicht mit an und erfüllt eine Rolle, die stark an seine damalige Position als Teammanager beim FC Chelsea in der Premier League erinnert.

Mehr Einfluss und klare Forderungen: Tuchel hat einen klaren Plan, um die Bayern-Transformation in gewünschte Bahnen zu lenken - daran ließ er auch bei seiner Premieren-Vorstellung am "alt-ehrwürdigen Tegernsee" keinen Zweifel. Ob Tuchel diesen Prozess erfolgreich moderieren kann, wird sich allerdings erst am Saisonende zeigen, wenn er den Fans (und seinen Kritikern) die ein oder andere Trophäe präsentiert. Am besten Meisterschaft plus X (Super Cup, DFB-Pokal und/oder Champions League).

Bis dahin ist es jedoch noch ein weiter Weg…

Mehr zum Autor Nico Ditter

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