Wie viel finanzielles Risiko muss der BVB bei Transfers eingehen?
Die beiden BVB-Reporter Patrick Berger und Jesco von Eichmann blicken im Sky Sport Podcast "Auffe Süd" auf die Frage, wie viel finanzielles Risiko Borussia Dortmund bei Neuzugängen im internationalen Vergleich eingehen muss.
15.07.2026 | 16:48 Uhr
"Wir wollen noch ein, zwei, drei gute Transfers machen", kündigt BVB-Geschäftsführer Lars Ricken an.
Ousmane Dembele, Mats Hummels, Jude Bellingham - auf der Liste der teuersten Transfers von Borussia Dortmund stehen prominente Namen. Für den aktuellen Weltfußballer Dembele überwies der BVB vor zehn Jahren 35 Millionen Euro an Stade Rennes.
Viel Geld, doch die Investition sollte sich lohnen, denn ein Jahr später verkauften die Dortmunder den Franzosen für 148 Millionen an den FC Barcelona. Für Bellingham, der etwas mehr als 30 Millionen gekostet hatte, bekam die Borussia drei Jahre später 127 Millionen von Real Madrid.
"Karetas wäre ein Statement-Transfer"
Kostas Karetsas könnte der nächste Spieler werden, für den der BVB über die 30-Millionen- Marke gehen muss. 35 Millionen Euro ruft der KRC Genk für den griechischen Nationalspieler auf. Viel Geld für einen 18-Jährigen. Zu viel?
"Karetas wäre ein Statement-Transfer, der sicherlich teuer ist, aber so ist der Markt", sagt Patrick Berger im Sky Sport Podcast "Auffe Süd". Der junge Grieche habe "das Potenzial, in ein oder zwei Jahren durch die Decke zu gehen", erklärt der Sky Sport Transfer-Experte. Karetas wäre nicht nur ein potenzieller Nachfolger von Julian Brandt, sondern sogar "ein Upgrade und könnte ein großer Verkauf werden", ergänzt Berger.
#56 - Ein Comeback, ein Wunschtransfer und ein BVB-DFB
Cramer erinnert an die DNA des BVB
Man wolle aber "nicht immer nur junge Spieler entwickeln, damit wir sie morgen verkaufen, sondern sie auch mal bis übermorgen oder überübermorgen bei uns behalten", betonte BVB-CEO Carsten Cramer zuletzt im kicker.
"Wir werden wieder mehr in Werte investieren müssen, das ergibt sich aus unserer DNA", erklärte Cramer: "Wir sind der Verein, der entwickelt, die Spieler besser macht, und damit müssen wir einen anderen Marktwert generieren als aktuell."
Wettbewerb wird "jedes Jahr brutaler"
Der internationale Wettbewerb werde allerdings "jedes Jahr brutaler", führte der Dortmunder Boss weiter aus. "Wir sind gerade auf der Kante der europäischen Top-10. Wenn wir das halten und nicht auf Platz 15 heruntergereicht werden wollen, dann müssen wir den nächsten Schritt gehen."
Die Frage, die der BVB sich stellen müsse, laute: "Wollen wir der Herausforderer im europäischen Fußball- und Business-Establishment bleiben? Oder wollen wir uns von Klubs wie Newcastle, Aston Villa, Inter Mailand, Atletico Madrid oder gar Leipzig überholen lassen?"
El Mala? "Nicht für diese Summe"
Doch anders als bei Aston Villa, das Freiburgs WM-Shootingstar Johan Manzambi dem Premier-League-Rivalen Newcastle United für ein Gesamtpaket von 70 Millionen Euro vor der Nase wegschnappte, sitzt beim deutschen Vizemeister das Geld nicht so locker.
Das gilt auch für die Personalie Said El Mala. Der Kölner sei zwar "super spannend, aber aktuell nicht für diese Summe", sagt Sky Sport Reporter Berger. 50 Millionen Euro fordern die Geißböcke für den Flügelflitzer.
"Der BVB kann nicht die Kohle so easy von links nach rechts schieben wie andere Klubs", erklärt Berger. Intern gelte die Devise: "Lass und erstmal gucken, was in Sachen Abgänge passiert."
Für Karim Adeyemi kassiert der BVB nach Sky Sport Informationen eine Sockelablöse von 22 Millionen Euro vom FC Barcelona. Neun Millionen könne Dortmund durch Bonuszahlungen einstreichen, hinzu kommt eine Weiterverkaufsklausel in Höhe von 35 Prozent.
Dazu kommen Einnahmen aus den Verkäufen von Julien Duranville (bis zu acht Millionen), Cole Campbell (bis zu 6,5 Mio.) und Kjell Wätjen (drei Millionen Euro).
Ricken kündigt "ein, zwei, drei gute Transfers" an
Bis auf Adeyemi und Brandt haben man "den Kern der Mannschaft beisammengehalten", sagte Geschäftsführer Lars Ricken beim BVB-Trainingsauftakt am Dienstag. Über Karetsas wollte sich Ricken nicht äußern, kündigte aber an:
"Wir wollen noch ein, zwei, drei gute Transfers machen."
Man wolle jedoch "die richtigen Transfers machen und nicht irgendwelche Transfers, wo wir mal kurzfristig Applaus kriegen", betonte Ricken. "Wir nehmen uns die Zeit, um Spieler zu verpflichten, die uns am Ende besser machen."
Bis zum 1. September ist das Sommer-Transferfenster in Deutschland geöffnet. Auf den BVB und seinen Sportdirektor Ole Book wartet noch viel Arbeit.
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