WM 2026: Gewitter-Regel, Hitze & lange Pausen – wird das Wetter zum Problem?
Gewitter, Hitze und lange Spielunterbrechungen könnten die WM 2026 massiv beeinflussen. Schon jetzt ist klar: Das Wetter wird zu einem entscheidenden Faktor.
11.06.2026 | 12:51 Uhr
Sky Sport erklärt, welche Regeln bei Gewitter gelten, wie groß die Hitze-Gefahr ist – und warum Spiele stundenlang unterbrochen werden können.
Gewitter bei der WM: Diese Regel sorgt für lange Unterbrechungen
In den USA gehört bei Open-Air-Veranstaltungen und im Sport die sogenannte 30/30-Regel zum Standard bei Gewitterlagen - und sie wird konsequent umgesetzt. Heißt konkret: Liegen zwischen Blitz und Donner 30 Sekunden oder weniger, ist das Unwetter gefährlich nah dran. Dann gilt sofort: runter vom Feld, rein in geschlossene Räume. Erst wenn 30 Minuten lang kein weiterer Donner zu hören war, wird der Betrieb im Freien wieder aufgenommen.
Gerade bei großen Outdoor-Events greifen diese Sicherheitsprotokolle strikt. Sobald ein Blitz in einem Radius von etwa 10 bis 13 Kilometern registriert wird, werden Tribünen und Freiflächen umgehend geräumt. Danach gilt:
- 30 Minuten Pause
- erst danach darf weitergespielt werden
- bei neuem Blitz beginnt der Countdown wieder von vorne
Das kann dazu führen, dass sich Spiele über mehrere Stunden ziehen.
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Schon erlebt: Spiel in den USA stand fast zwei Stunden still
Dass diese Regel schnell zum Problem wird, zeigte sich bereits bei der Klub-WM im vergangenen Sommer. Das Spiel zwischen Chelsea und Benfica in Charlotte wurde fünf Minuten vor Schluss unterbrochen, die Pause dauerte knapp zwei Stunden. Für den damaligen Chelsea-Coach Enzo Maresca ein "Witz".
Extreme Hitze: Gesundheitsrisiko für Spieler
Doch nicht nur Gewitter sorgen für Probleme - auch die Hitze wird zum entscheidenden Faktor. Die Forschungsgruppe World Weather Attribution erwartet für zahlreiche Spiele hohe Belastungswerte:
- Bei rund 26 der 104 WM-Spiele wird ein kritischer Wert überschritten
- Gemeint ist die sogenannte "Wet-bulb globe temperature"
- Diese berücksichtigt neben Temperatur auch Luftfeuchtigkeit und Sonneneinstrahlung
Ab etwa 26 Grad gilt bereits ein erhöhtes Gesundheitsrisiko für Spieler.
Nagelsmann klagte bereits über Halsschmerzen
Dortmund-Trainer Niko Kovac verglich seine Profis bei der Klub-WM im vergangenen Jahr wegen der enorm hohen Temperaturen mit "Grillhähnchen". Und Bundestrainer Julian Nagelsmann klagte wenige Tages nach Ankunft des DFB-Trosses in den Vereinigten Staaten bereits über Halsschmerzen - eingefangen durch die ob der Hitze allgegenwärtigen Klimaanlagen.
Belastungssteuerung, Anpassungsfähigkeit, Umgang mit Unterbrechungen - klar ist: Wer am 19. Juli in New York Weltmeister werden will, braucht mehr als nur fußballerische Klasse.
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