SPIELENDE n.V. LIVE Verl. HZ

SpVgg Greuther Fürth - FC Schalke 04. 2. Bundesliga.

Sportpark Ronhof | Thomas SommerZuschauer16.126.

SpVgg Greuther Fürth 3

  • R Massimo (11. minute)
  • J Consbruch (26. minute)
  • D Srbeny (54. minute)

FC Schalke 04 3

  • K Karaman (9. minute)
  • A Younes (84. minute)
  • M Sylla (95. minute)

Live-Kommentar

Hinter die Berichterstattung von dieser Partie und damit dem 27. Spieltag in der 2. Bundesliga können wir jedenfalls einen Haken setzen. Ihnen noch einen schönen Sonntag und bis zum nächsten Mal.

Ein kurzer Ausblick auf die kommenden Aufgaben beider Mannschaften, die nächste Woche wieder im Ligabetrieb gefordert sind: Während Fürth am Samstagmittag in Darmstadt zu Gast ist, empfängt Schalke am Sonntag Abstiegskandidat Ulm zu Hause.

Und so deutlich muss man es dann sagen: Fürth verschenkt zwei Punkte. In der Tabelle ändert sich dadurch rein gar nichts, beide Mannschaften belegen nach wie vor punktgleich die Plätze 10 und 11 und bleiben auch weiterhin zehn Punkte vor dem Relegationsplatz.

Was für ein denkwürdiges Spiel, aus dem Schalke nach zwei späten Toren und fünf VAR-Einsätzen unverhofft einen Punkt der Moral mitnimmt. Schon der erste Durchgang hatte es in sich, Fürth drehte die Partie nach einem frühen Rückstand, erhöhte gar nach der Pause und schien alles im Griff zu haben. Schalke fiel hinten auseinander, mehrfach ließ das Kleeblatt jedoch die Vorentscheidung liegen und so die Tür für die Aufholjagd der Gäste offen. Lange Zeit ohne Durchschlagskraft, machte es Joker Younes nochmal spannend, bevor Comebacker Sylla mit der letzten Aktion des Spiels zum Ausgleich traf.

Wie gesagt, die letzte Aktion - Abpfiff! 

Tooor! Fürth - SCHALKE 3:3. Last-Minute-Wahnsinn im Ronhof, kein Abseits, das Tor zählt! Zumal wir hier tatsächlich von der allerletzten Aktion in diesem verrückten Spiel sprechen: Die Gäste spielen sich links vom Sechzehner fest, Murkin bekommt die Kugel abgelegt und flankt an den ersten Pfosten, wo Karaman hochsteigt und mit dem Kopf an den langen Pfosten verlängert. Dort lauert Sylla freistehend, grätscht mit dem rechten Bein voraus in den Ball und bugsiert diesen aus kurzer Distanz über die Linie. Gießelmann war doch zu spät rausgerückt und hatte das Abseits so aufgehoben.

Vorlage Kenan Karaman

Noch muss sich Sylla gedulden, Gelb gibt es dennoch. Der Stürmer hatte sich das Trikot ausgezogen. 

Tatsächlich, Sylla besorgt den Last-Minute-Ausgleich, oder etwa nicht? Nach Flanke von links und Kopfballverlängerung drückt der Stürmer den Ball ins Tor, im Anschluss geht aber die Fahne hoch. Abseits? Im Hintergrund überprüft der VAR bereits.

Das Kleeblatt hat inzwischen wieder etwas Ruhe reinbekommen. Dennoch läuft Schalke natürlich unermüdlich an und wirft alles nach vorne. Die Hoffnung auf den Lucky Punch lebt. 

Den Gästen bleibt nur noch die Nachspielzeit: fünf Minuten.

Da war jetzt mehr drin! Von der Mittellinie schlägt Murkin den Ball lang in den Rücken der Fürther Abwehr, am Sechzehner lässt Sylla die Kugel bei der Annahme jedoch etwas verspringen. Noll hat gut aufgepasst, kommt schnell raus und begräbt das Leder in seinen Armen.

S04 drückt auf den Ausgleich. Einen Freistoß aus 25 Metern leicht nach rechts versetzter Position zieht Murkin gut über die Mauer, jedoch etwas zu zentral auf das Tor. Noll ist schnell unten und packt sicher zu.

Die Gäste inzwischen mit der zweiten Luft nach dem Anschlusstreffer. Younes flankt aus dem rechten Halbfeld zentral an die Sechzehnergrenze. Mit dem Rücken zum Tor legt sich Sylla dort unter Bedrängnis das Leder hoch, sein artistischer Fallrückzieher geht dann aber über das Tor.

Younes chippt den Ball in die Box, Quarshie klärt direkt vor die Füße von Gantenbein, der aus 15 Metern wiederum Quarshie abschießt. Im Anschluss geht die Fahne hoch. 

Das Spiel wird gleich ohne Massimo fortgesetzt, der vom Feld humpelt und durch Gießelmann ersetzt wird. 

Tooor! Fürth - SCHALKE 3:2. Wie gesagt, die Gäste bleiben im Spiel - und jetzt auch nicht mehr nur halbwegs! Ein versuchter Befreiungsschlag von Dietz wird vor der rechten Grundlinie geblockt, worauf Barkok nach schönem Direktspiel im Rückraum angespielt wird. Halbrechts vor dem Sechzehner steckt Barkok durch, Younes legt sich die Kugel mit einem kurzen Schlenker an Itter vorbei und wuchtet den Ball aus zwölf Metern halbrechter Position mit links unhaltbar halbhoch ins lange Eck.

Vorlage Aymen Barkok

So bleiben die Gäste aber halbwegs im Spiel, und zwar mit der ersten Großchance im zweiten Durchgang! John springt das Leder an die Hand, Freistoß für Schalke zentral vor dem Sechzehner. Barkok zieht den Ball stark um die Mauer halbhoch auf das linke Eck, Noll macht sich aber lang und entschärft klasse.

Die Offensive der Schalker ist heute nicht das Hauptproblem, dennoch spricht der xG-Wert in Höhe von 0,2 ohne die nötige Durchschlagskraft Bände. Die Fürther stehen hingegen bei 2,23 und hätten gerade in den letzten Minuten alles klarmachen müssen. Betonung auf müssen.

Wahnsinn, immer wieder das gleiche Spiel - kinderleicht lassen sich die Schalker inzwischen im Minutentakt hinten aushebeln. Jetzt hat wieder Klaus über links allen Platz dieser Welt, in einer Zwei-gegen-Eins-Situation blockt Murkin aber den Querpass auf Futkeu und verhindert Schlimmeres.

Den muss Klaus jetzt aber machen! Wieder ein langer Ball hinter die Kette, Aydin kann gegen Hrgota nicht klären und legt ihm den Ball dabei sogar genau in den Lauf vor. Hrgota taucht links in der Box auf, hat Zeit und legt quer. Aus zwölf Metern darf sich Klaus das Eck nach Ballkontrolle aussuchen, setzt seinen Flachschuss aber hauchzart neben den linken Pfosten.

Bei den Fürthern kommt so gut wie jeder Ball hinter die Kette der Schalker auch tatsächlich an, das sagt so einiges aus. Klaus ist über links schneller als Schallenberg, zieht in die Mitte, verfehlt das lange Eck aus 14 Metern halblinker Position aber knapp.

Letzter Tausch bei den Gästen: Antwi-Adjei klatscht mit Younes ab.

Was für ein krummes Ding, um ein Haar legt sich Heekeren ein dickes Ei ins eigene Nest. Im Anschluss an eine Ecke der Fürther flankt Hrgota nochmal links vom Sechzehner in die Box, wo Gantenbein mit dem langen Bein zur Stelle ist und die Kugel so im hohen Bogen auf das eigene Tor befördert. Heekeren weiß wohl selbst nicht, ob er fausten oder fangen soll und lenkt den Ball unkontrolliert an die Latte.

Immerhin stecken die Knappen nicht auf, warum auch. Karaman übergibt links in der Box für Donkor, der von Meyerhöfer zur Ecke geblockt wird. Die wird in der Folge kurz ausgespielt, mit seinem Flachschuss aus der zweiten Reihe bleibt aber auch Antwi-Adjei hängen.

Ohne Fremdeinwirkung sinkt Asta auf den Hosenboden und deutet an, dass es nicht mehr weitergehen wird. Und schon ist Meyerhöfer neu dabei, ein positionsgetreuer Tausch auf der rechten Schiene.

Viel mehr scheint bei Schalke derzeit nicht drin zu sein: Murkin versucht sein Glück aus über 30 Metern, knallt den Ball aber deutlich über das Tor.

Außerdem wird Consbruch durch den zuletzt etwas angeschlagenen John ersetzt.

Jetzt auch erstmals frisches Personal bei den Hausherren, ebenfalls ein Doppelwechsel: Srbeny hat viel gearbeitet und macht im Sturmzentrum für Futkeu Platz.

Ein möglicher Indikator dafür, dass ein Team keine allzu souveräne Saison spielt und lange nach der nötigen Stabilität suchen musste, ist die Anzahl an eingesetzten Spielern. Siehe Fürth und Schalke, wo jeweils 31 verschiedene Spieler ligaweit zweithöchster Wert sind. Aber gut, in Fürth waren die zahlreichen Transfers in der Winterpause auch von Nöten, erst durch sie kam der Umschwung im neuen Jahr.

Zudem feiert Hoffnungsträger Sylla sein Comeback und übernimmt im Angriff für Ba. 

Doppelwechsel bei den Gästen: Sanchez wird zunächst durch Donkor ersetzt.

Nach der daraus resultierenden Ecke wird mal wieder protestiert, lag hier ein Handspiel vor? Nach Seguin-Hereingabe von links köpft Karaman hinter dem zweiten Pfosten Massimo an, der seinen Arm unnatürlich hoch nach oben reißt. Aber nein, das war nur der Hinterkopf von Massimo.

Vielleicht geht für Schalke mal etwas nach einem Standard? Nach Foul von Itter an Karaman ruht der Ball unweit des rechten Strafraumecks. Bei der Freistoßflanke von Seguin ist aber Quarshie zur Stelle und köpft den Ball sicher über das Tor.

Für das ganz hohe Anlaufverhalten sind ja beide Mannschaften sowieso nicht gerade bekannt. So trafen Fürth und Schalke in dieser Saison auch erst einmal nach hohen Ballgewinnen, was ligaweit Tiefstwert ist. Zugleich kassierte Fürth bereits sechs Gegentore und damit die zweitmeisten nach hohen Ballgewinnen des Gegners, bei den Gästen sind es vier.

Fürth macht im Endeffekt das, was es schon vor dem Derby in Nürnberg über mehrere Wochen gut gemacht hat und ist jetzt voll in seinem Element: Stabil und geschlossen gegen den Ball stehen und effiziente Nadelstiche mittels schneller Gegenangriffe setzen. Aber ja, gerade beim dritten Treffer ließ sich Schalke viel zu einfach überrumpeln.

Bei den vereinzelten Angriffen der Mittelfranken präsentiert sich Schalke hinten einfach viel zu instabil und muss jetzt ohnehin zunehmend öffnen. Immerhin jetzt ein Eckball von links, nach gleich zwei Ablagen in die Mitte wird der Ball aber sicher abgefangen.

Auch das ist erwähnenswert: Drei frische Kräfte hatte Siewert heute gegenüber der Derbyklatsche gebracht. Consbruch, Massimo, Srbeny. Die drei Torschützen des Kleeblatts also.

Tooor! FÜRTH - Schalke 3:1. Die Mittelfranken erhöhen! Nach einem tiefen Ballgewinn läuft der schnelle Gegenangriff, den die Fürther mit einem feinen Kombinationsspiel durch das Zentrum gut ausspielen. Srbeny legt im Halbfeld mit der Hacke auf Massimo zurück, der sofort wieder Srbeny in der Tiefe bedient. Der Stürmer hat dabei Glück, dass die Kugel von seiner Hüfte in den Lauf springt. Srbeny taucht jedenfalls frei vor Heekeren auf und wuchtet den Ball vom Elfmeterpunkt hoch ins linke Eck. Doppelt Glück sogar, das Zuspiel von Massimo war wohl an Consbruch adressiert, der aus dem Abseits gekommen wäre.

Vorlage Roberto Massimo

Auch Noll hatte seine Emotionen dabei nicht ausreichend unter Kontrolle und wird ebenfalls verwarnt. 

Noll fängt eine Bogenlampe im Strafraum vor Ba ab, worauf es nach einem kleinen Rempler von Ba zu einer Rudebildung kommt. Am Ende sieht Karaman die Gelbe Karte.

Fürth mit der Chance! Einen Querpass im Aufbau der Gäste fängt Massimo vor dem zu sorglosen Gantenbein ab, läuft Richtung Sechzehner, verzieht halblinks von der Strafraumkante aber deutlich. Da wäre das Abspiel auf den mitgelaufenen Hrgota die deutlich bessere Option gewesen.

Das geht ja gut los hier. Bei einer lang gezogenen Freistoßflanke aus dem rechten Halbfeld läuft Ba von hinten ein und drückt seinen Kopfball auf Höhe des zweiten Pfostens völlig freistehend aus sechs Metern per Aufsetzer ins Tor. Aber nein, hier hatte die Abseitsfalle der Fürther deutlich zugeschnappt.

Wenngleich der Ronhof seinen Ruf als Festung in dieser Saison verloren hat, so kam das Kleeblatt zuletzt ja doch wieder zu Hause in Fahrt. Aus den letzten drei Heimspielen holte man sieben Punkte, zudem konnte man vier der vergangenen sechs Heimspiele gewinnen.

Und dann kann es wieder weitergehen, Hälfte zwei läuft.

Kees van Wonderen nutzt die Halbzeit für einen Wechsel: Der offensivere Barkok wirkt fortan anstelle von Bachmann mit.

Was war hier nicht alles los in dieser verrückten ersten Hälfte: individuelle Aussetzer, Aluminium, VAR-Wahnsinn, Verletzungspech. Einen solchen Aussetzer nutzte Karaman zur frühen Führung für Schalke, nach der Massimo seinen Fehler aber umgehend persönlich wieder gutmachte. Fürth drehte das Spiel nach dreifachem Elfmeternachschuss, wobei der Elfmeter als solcher durchaus strittig in der Entstehung war. In der Folge beruhigte sich das Spiel, Schalke fand gegen hinten stabile Fürther keine Lösungen und verlor kurz vor der Halbzeit auch noch Lorius Karius, der verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste.

Jetzt aber: Halbzeit im Ronhof.

Eine Szene haben wir noch: Im Halbfeld nimmt Hrogta den hinterlaufenden Asta zu seiner Rechten mit, der im Sechzehner einen Haken gegen Murkin schlägt und im Rücken des Verteidigers zu Fall kommt. Aber nein, das weiß Asta auch selbst, da war nichts. 

Noch immer ist nicht Halbzeit im Ronhof. Mit einer Flanke von links kommt Murkin nicht durch, setzt im Rückraum aber gut nach. So steht über Umwege eine weitere Flanke von rechts, in der Mitte ahndet Tom Bauer jedoch ein Offensivfoul.

Fürth nochmal mit einem schnellen Gegenangriff. Srbeny setzt Massimo über halblinks gut in Szene, im Sechzehner stellt Gantenbein aber souverän zu und trennt den Torschützen zum zwischenzeitlichen Ausgleich vom Ball.

Auch die Nachspielzeit dürfte sich jedenfalls in die Länge ziehen. Den zweiten Eckball, diesmal von links getreten, haut Klaus am zweiten Pfosten sicher weg. 

Gantenbein flankt aus dem rechten Halbfeld in die Box, wo Quarshie vor Antwi-Adjei mit dem Kopf auf Kosten einer Ecke klärt. Die schlägt Murkin in der Folge von rechts, im Gewühl wischt Noll den Ball nicht weit genug weg, Klaus kann aber gegen Ba blocken.

Und so kommt es dann auch. Mit dick bandagiertem linken Bein muss Karius beim Verlassen des Feldes gar gestützt werden. Heekeren hatte seinen Stammplatz erst vor wenigen Wochen an Karius verloren und kehrt vorerst wieder ins Schalker Tor zurück.

Inmitten der sechsminütigen Nachspielzeit wird Karius weiterhin auf dem Spielfeld behandelt, offensichtlich muss es ihn da wirklich äußerst unglücklich an der Wade erwischt haben. Und nein, das sieht alles andere als gut aus. An der Seitenlinie macht sich Ersatzmann Heekeren bereits warm.

Nächste strittige Szene mit schmerzhaften Folgen: Mal wieder rutscht ein einfacher langer Ball von Noll durch, im Rücken der Abwehr wird Klaus an der Sechzehnerkante leicht von Schallenberg geschubst, ein Elfmeterpfiff bleibt jedoch aus. Karius kommt dabei aus seinem Kasten und wird von Klaus getroffen, der ihn im Fallen unabsichtlich mit den Stollen an der Wade streift. 

Bei einem Pass in die Tiefe kommt Schallenberg klar zu spät gegen Klaus, räumt den Fürther ab und sieht zu Recht Gelb.

Viel passiert derzeit nicht, die inzwischen wieder hohen Ballbesitzwerte der Gäste fallen ausnahmslos unter die Kategorie leeres Ballgeschiebe. Aydin jetzt mal mit einer Flanke, weit und breit ohne Abnehmer.

Bei einem solchen Umschaltmoment wird jetzt Klaus auf dem Flügel auf die Reise geschickt, ist dann rechts vom Sechzehner aber auf sich allein gestellt und muss wieder abdrehen. 

Fürth lässt die Knappen in diesen Minuten machen und schaut sich das Ganze in aller Ruhe gegen den Ball an. Wirklich Raumgewinn kann Schalke aber nicht verzeichnen, das Kleeblatt steht kompakt und lauert auf Umschaltmomente.

Nach der ordentlichen Anfangsphase tut sich Schalke inzwischen schwer. Eine Flanke von Antwi-Adjei rutscht durch, weil auch Aydin in der Mitte fällt. Da war ihm in Person von Ba jedoch der eigene Mitspieler in die Hacken gelaufen.

Grundsätzlich mal das Stichwort Punkte nach Rückstand und der Blick auf die durchschnittlichen Comeback-Qualitäten beider Mannschaften: Fürth holte aus bisher 15 Rückständen heraus immerhin noch zehn Punkte und drehte dabei drei Spiele. Bei den Gästen stehen hier ebenfalls zehn Punkte, wobei Schalke bereits 17-mal in Rückstand geriet und noch zwei Partien drehte.

Fein kombiniert bei den Fürthern. Asta tief auf Hrgota, der über halbrechts mit der Hacke in seinen Rücken weiterleitet. Im Sechzehner kommt Klaus aber nicht durch und bleibt an Schallenberg hängen.

Und dann wird es doch schon wieder wild. Murkin ist vor der Box mit einer Grätsche dazwischen, Sanchez lässt den Ball aber durchrutschen, behält dann vor dem nachsetzenden Massimo gerade noch den Überblick und kann klären.

Nach dem zweiten Treffer der Fürther dürfen wir jetzt aber wirklich festhalten, dass sich das Spiel ein wenig beruhigt. Schalke muss sich erstmal wieder fangen, hinten war das bislang teils zu wild.

Was für ein verrücktes Spiel. Die Überprüfung hat natürlich auch hier einige Minuten in Anspruch genommen, wodurch wir uns auf eine üppige Nachspielzeit einstellen dürfen. Fragwürdig war eher die Entscheidung, den Elfmeter überhaupt erst zu geben. Hilfreich im Übrigen, dass Tom Bauer seine Entscheidungen heute per Stadiondurchsage mitteilt, sonst könnte man hier schnell den Überblick verlieren. 

Tooor! FÜRTH - Schalke 2:1. Nach Ansicht der Bilder bleibt es bei der ursprünglichen Entscheidung, das Tor zählt! Srbeny war bei seinem halbhohen Elfmeter also gleich zweimal am herausragend reagierenden Karius gescheitert, Torschütze Consbruch beim Nachstochern dann zunächst noch einmal am Pfosten. Absolut kurios, aber nein, Karius hatte die Hand nach der zweiten Parade gegen Srbeny zwar am Ball, jedoch nicht unter Kontrolle. 

Jetzt aber die große Frage, die hier im Raum steht: Hatte Karius die Hände bereits kontrollierend am Ball, bevor Consbruch überhaupt erst nachstochern konnte? Referee Bauer wird an den Monitor gebeten.

Was ist hier denn nur los? Srbeny nimmt sich der Sache aus elf Metern an und scheitert, Consbruch trifft dann aber doch, oder etwa nicht? Karius hat zunächst die linke Ecke, wehrt stark nach vorne ab und pariert dann auch noch den Nachschuss von Srbeny glänzend. Dann muss es eben der durchgelaufene Consbruch richten, der die Kugel im Kampf um den Ball mit Karius erst an den rechten Innenpfosten und von dort ins Netz stochert.

Und was ist jetzt? Elfmeter für das Kleeblatt! Links im Strafraum spielt Hrgota nach einem langen Ball aus der Drehung blind in die Mitte zurück, wo Asta sich die Kugel mit der Hacke an Seguin vorbeilegen will. Ein Kontakt am Fuß ist schwer auszumachen, dennoch zeigt Bauer auf den Punkt. Höchstens ein leichter Kontakt, der VAR schaltet sich nicht ein.

Das Spiel beruhigt sich? Von wegen! Bei einem ruhenden Ball steht Consbruch unweit der rechten Eckfahne bereit und zieht den Freistoß hinter den zweiten Pfosten, wo Itter am linken Fünfereck im Luftduell mit Bachmann eher unkontrolliert den Kopf seitlich reinhält. Tückische Flugkurve im hohen Bogen, der Ball prallt an den rechten Pfosten und von dort ins Feld zurück.

Wirklich Zeit, das Geschehen halbwegs einzuordnen, hatten wir bislang ja auch noch nicht. Schalke fand gut und kontrollierend ins Spiel, wobei die Fürther anfänglich eine abwartende Herangehensweise gewählt hatten. Vom postwendenden Ausgleich zeigten sich die Gäste durchaus beeindruckt, sind inzwischen aber wieder auf der Höhe.

Das Spiel beruhigt sich in dieser Phase ein wenig. Ganz viel Tradition und insgesamt zehn deutsche Meisterschaften unter sich, dennoch treffen Fürth und Schalke heute erst zum elften Mal in einem Pflichtspiel aufeinander - erstmals 1940 im Pokal. Neben fünf Pleiten stehen für Schalke bislang erst zwei Siege, beim letzten davon im September 2012 lief Gerald Asamoah in der Bundesliga für die Mittelfranken auf.

Unnötig von Hrgota, der die schnelle Ausführung eines Einwurfes verhindert, Ex-Fürther Seguin gar den Ball aus der Hand reißt und Gelb sieht.

Der Eckball im Anschluss bringt nichts ein, das Kleeblatt erarbeitet sich aber prompt den nächsten. Über Umwege köpft Asta aus dem Rückraum in den Fünfer, wo Quarshie verpasst und Karius sicher zupackt.

Um ein Haar dreht Fürth das Spiel! Mit einem langen Ball hebelt Loosli die gesamte S04-Defensive aus, worauf Klaus die Kugel halbrechts im Sechzehner mit etwas Mühe kontrolliert bekommt. Die Gäste stehen viel zu weit weg, aus spitzem Winkel visiert Klaus aus der Drehung flach das lange Eck an. Karius ist schnell unten und lenkt das Leder gerade noch um den Pfosten.

Beim Skifliegen in Planica durften die slowenischen Zuschauer heute einen neuen Weltrekord bestaunen, der durch ihren Landsmann Domen Prevc bei einer Weite von 254,5 Metern aufgestellt wurde. Im Ronhof wird sich der neutrale Zuschauer über diese Anfangsphase bislang auch nicht beschweren dürfen.

Tooor! FÜRTH - Schalke 1:1. Von wegen Abseits, das Tor zählt! Schon in der Entstehung war es enorm eng, bei einem langen Flugball über die rechte Seite kam Asta aber nicht aus der verbotenen Zone. In der Folge legt Klaus für Consbruch quer, der vor dem Sechzehner nach innen zieht und die Kugel dann halblinks in den Strafraum hebt. Dort enteilt Massimo im Rücken von Aydin, steht dabei ebenfalls nicht im Abseits, darf völlig freistehend zum Flugkopfball ansetzen und drückt diesen aus sechs Metern ins linke Eck.

Vorlage Jomaine Ellay Consbruch

Massimo macht seinen Fehler direkt wieder gut, die Fahne geht aber hoch. Consbruch hatte den Ball aus dem Halbfeld fein in die Box gechippt, wo der einlaufende Massimo seinen Flugkopfball im Tor unterbringt. Abseits lautet die Entscheidung, im Hintergrund zieht der VAR aber bereits fleißig die kalibrierte Linie. 

Tooor! Fürth - SCHALKE 0:1. Den musst du erstmal so machen, die Gäste setzen den ersten Stich! Ausgangspunkt ist ein Aussetzer von Massimo im Aufbau, der auf der rechten Seite in der Rückwärtsbewegung einen viel zu kurzen Rückpass auf Noll spielt. Karaman spritzt vor dem herauseilenden Torhüter dazwischen, scheut rechts vom Sechzehner rund fünf Meter vor der Grundlinie den spitzen Winkel nicht und zirkelt den Ball maßgenau ins linke Innenetz.

Die hohen Ballbesitzwerte der Knappen lässt Fürth bis hierhin aber auch bewusst zu, wobei jetzt auch die Mittelfranken den Ball durch die eigenen Reihen zirkulieren lassen. Schalke presst deutlich höher, Fürth hingegen erst in der eigenen Hälfte.

Schalke hat bislang deutlich mehr vom Spiel, wir sprechen hier von rund 80 Prozent Ballbesitz. Gantenbein nimmt in der Vorwärtsbewegung Ba zu seiner Rechten mit, dessen Flankenversuch auf Sechzehnerhöhe zu flach gerät und locker von Quarshie abgefangen wird. 

Und da war jetzt erstmals mehr drin für die Fürther. Ein langer Abschlag von Torhüter Noll rutscht über halblinks durch, Gantenbein sieht da nicht gut aus. Massimo droht durchzubrechen, kriegt die Kugel aber nicht sauber verarbeitet und muss abdrehen.

Den Gästen gehört der erste ordentliche Abschluss in diesem Spiel. Einen langen Ball von der Mittellinie leitet Ba in der Tiefe mit dem Kopf auf Antwi-Adjei weiter, der über halbrechts an Itter vorbei in die Box zieht. Dort wird der Winkel auf Höhe der rechten Fünfergrenze jedoch zu spitz, der Abschluss landet im Außennetz.

Wir wären so weit, Schalke hat angestoßen.

Geleitet wird die Partie von Tom Bauer, der dabei von Luca Schlosser und Felix Wagner an den Seitenlinien assistiert wird. Vierter Offizieller ist Nikolai Kimmeyer, vor den Bildschirmen bilden Robert Hartmann und Marco Achmüller das VAR-Duo.

Beide Teams nutzten die Länderspielpause für ein erfolgreiches Testspiel mit überwiegend Spielern aus der zweiten Reihe: Fürth schlug Regensburg 3:1, Schalke setzte sich gegen Groningen 1:0 durch. Im Hinspiel Ende Oktober erlebte van Wonderen übrigens ein Heimdebüt zum Vergessen. Gegen teils desolate Schalker hatte Fürth lange leichtes Spiel, lag 4:1 in Front und machte es erst zum Ende mit zwei späten Gegentoren ungewollt spannend. S04 konnte bislang keines der fünf Duelle in Liga zwei gegen das Kleeblatt gewinnen (2U, 3N).

Auf Schalke ist van Wonderen natürlich einem ganz anderen Erwartungsdruck ausgesetzt, den Blick auf die nächste Saison will der 56-Jährige aber eben erst im Falle des sicheren Klassenerhalts werfen. Kein Platz also für mögliche Experimente, zumal man bei der jüngsten Niederlage gegen Hannover einen Sieg innerhalb von zwei Minuten kurz vor Ende aus der Hand gab. Trotz zwei eher glücklichen Siegen zuvor geht so die Suche nach der Stabilität weiter, gegen Fürth forderte van Wonderen die "volle Energie" seiner Spieler.

Trotz der jeweiligen Niederlagen am letzten Spieltag dürfte dieses Ziel in Anbetracht der ordentlichen Rückserien für beide Teams doch realistisch sein. Auch in der Rückrundentabelle ist man punktgleich, bei 13 Zählern hat hier Fürth als Neunter das bessere Torverhältnis. Viele Parallelen also, wobei gerade die Franken nach der Nichtleistung im Derby gefordert sind. Siewert erinnerte an die gute Entwicklung in den Wochen zuvor, schließlich holte das Kleeblatt vier Siege in sechs Spielen und zeigte sich eigentlich gerade defensiv stabilisiert.

Fürth gegen Schalke also, Tabellennachbarn unter sich. Als Elfter kann Schalke die bessere Tordifferenz gegenüber Fürth vorweisen, wobei es für beide Mannschaften in dieser Saison nur noch darum gehen dürfte, den Klassenerhalt rechnerisch möglichst früh unter Dach und Fach zu bringen. Die obere Tabellenhälfte ist fast so weit entfernt wie die rote Zone, das Polster auf den Relegationsplatz beträgt aber zehn Punkte. Oder wie van Wonderen vor dem Spiel sagte: "Die Zukunft beginnt erst dann, wenn wir 40 Punkte geholt haben."

Bei den Knappen fällt der Rückblick auf den vergangenen Spieltag ebenfalls ernüchternd aus. Im Heimspiel gegen Hannover hatte man sich mit einer späten 1:2-Niederlage in die Länderspielpause verabschiedet. Kees van Wonderen tauscht heute gezwungenermaßen einmal: Kaminski fehlt gelbgesperrt und wird in der Innenverteidigung durch Sanchez ersetzt, der letztmals im Hinspiel gegen Fürth auflief und mit Gelb-Rot vom Platz flog. Während Bulut, Hamache und Höjlund weiterhin ausfallen, kehrt Torjäger Sylla erstmals seit Anfang Februar nach überstandenem Faserriss zumindest wieder in den Kader zurück.

Aufseiten der Gäste aus dem Ruhrgebiet soll es dagegen folgende Elf richten: Karius - Gantenbein, Schallenberg, Sanchez, Murkin - Bachmann, Seguin - Aydin, Karaman, Antwi-Adjei - Ba.

Für das Kleeblatt ging es vor zwei Wochen mit einer bitteren Pleite in die Länderspielpause. Ausgerechnet im Frankenderby erlebte man einen Tag zum Vergessen und unterlag in Nürnberg verdient 0:3. Im Vergleich dazu nimmt Jan Siewert drei personelle Änderungen vor: Green fällt mit muskulären Problemen aus, der etwas angeschlagene John sitzt dagegen wie auch Futkeu zunächst auf der Bank. Neu dabei sind dafür Consbruch im zentralen Mittelfeld, Massimo auf der linken Schiene sowie Srbeny im Angriff. Neben Green muss Siewert auch weiterhin auf Banse sowie den Langzeitverletzten Calhanoglu verzichten.

Werfen wir zunächst einen Blick auf das heutige Personal und beginnen dabei mit der Anfangself der Hausherren: Noll - Loosli, Quarshie, Itter - Asta, Dietz, Green, Massimo - Klaus, Hrgota - Srbeny.

Herzlich willkommen in der 2. Bundesliga zur Begegnung des 27. Spieltages zwischen der SpVgg Greuther Fürth und dem FC Schalke 04.