SSV Jeddeloh II - Hertha BSC; DFB-Pokal 2. Runde
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SSV Jeddeloh II - Hertha BSC. DFB-Pokal 2. Runde.
Marschwegstadion.
Das wars an dieser Stelle. Um 20:45 Uhr wird der DFB-Pokal fortgesetzt und das Achtelfinale komplettiert. Vielen Dank für das Interesse und bis dahin!
Trotzdem werden sie auch in Jeddeloh II mit dieser Leistung und mit dieser aufregenden Saison im DFB-Pokal natürlich sehr zufrieden sein. Am Sonntag heißt der Alltag wieder Regionalliga Nord, Heimspiel gegen den Bremer SV. Die Hertha beobachtet die Auslosung für das Pokal-Achtelfinale am Sonntag ganz genau. Und bestreitet bereits am Samstag das schwere Zweitligaspiel beim 1. FC Kaiserslautern.
Nach einer torlosen ersten Halbzeit überstand Hertha BSC in der 49. Minute mit Glück die eine Szene, in der Brinkmann den Regionalligisten in Führung hätte schießen müssen. Tat er nicht, dann nahmen die Dinge ihren Lauf. Hertha BSC näherte sich im Zuge eines soliden und sachlichen Auftritts immer weiter an und irgendwann fielen naturgemäß die Tore. Brekalo und Eitschberger schossen den hochverdienten Sieg mit gut herausgespielten Treffern heraus. Bei 70 Prozent Ballbesitz und 33 Abschlüssen (allerdings nur 4 auf das Tor!) hätten noch wesentlich mehr fallen können.
Schlusspfiff!
Drei Minuten gibt es noch obendrauf. Die Jeddeloher werden wahrscheinlich zu platt sein, um sie nochmal genießen zu können.
Thorsteinsson will auch noch sein Tor, dribbelt auf der linken Seite an, zieht nach innen. Auch sein Schuss wird aber geblockt. Danach sammelt Gramberg mit einer kernigen Grätsche auf dem rumpeligen Geläuf nochmal Szenenapplaus vom zufriedenen Publikum.
Fällt hier noch der Ehrentreffer? Der ja gleichzeitig der Anschlusstreffer wäre, so weit ist Jeddeloh II gar nicht weg. Janßen schlägt auf der linken Seite gegen Eitschberger den Haken nach innen und schießt mit der Innenseite. Noch bevor Gersbeck zugreifen muss, steht noch Gechter im Weg und blockt.
Auswechslung
Außerdem macht der Vielarbeiter Brekalo ein bisschen früher Schluss. Klemens darf noch mitwirken.
Auswechslung
Gleichzeitig wird Friedrichs ausgewechselt und Asani betritt das Feld.
Auswechslung
Die letzten Wechsel dieser Partie werden neun Minuten vor ihrem regulären Ende vollzogen: Brandes kommt für Krasniqi.
Aber diese 14. Ecke, alle von Brekalo geschlagen, die sparen wir uns.
Auch der Ballbesitzwert bleibt stabil bei etwas über 70 Prozent, aufs ganze Spiel gesehen, wohlgemerkt. Daraus entspringt jetzt der nächste Schuss von Thorsteinsson, schon der 31. Hertha-Abschluss in diesem Match. Abgeblockt, doch eine Ecke springt bei raus, weil Onken sie nicht mehr verhindern kann.
Eine Flanke von Brekalo von der linken Seite wird abgelenkt und landet hinter dem zweiten Pfosten bei Seguin. Der hat erstaunlich viel Zeit für seinen Anlauf und einen konzentrierten Abschluss. Umso erstaunlicher, dass ihm diese Direktabnahme böse verrutscht und sie nicht ansatzweise gefährlich wird.
Es wirkt gerade nicht so, als könnte für Hertha BSC nochmal etwas anbrennen. Zumal die neuen Gesichter der Gäste bislang für keinerlei Qualitätsverlust gesorgt haben. Neben Adewumi wirbelt und nervt auch Thorsteinsson fleißig und sorgt dafür, dass der Druck Richtung Jeddeloh-Tor hoch bleibt.
Auswechslung
Und für Sessa kommt der 20 Jahre junge Nachwuchsspieler Selim Telib.
Auswechslung
Die Hertha legt mit Zeefuik für Pedersen nach.
Auswechslung
Und Gramberg spielt für den unglücklichen Brinkmann, dessen Träume wir heute Nacht nicht teilen wollen.
Auswechslung
Vier Wechsel auf einmal, zwei auf jeder Seite: Janßen kommt bei Jeddeloh II für Steinwender.
Gelbe Karte
Adewumi spielt groß auf. Der Jungspund eilt davon, Friedrichs grätscht hinterher. Und holt sich die erste Gelbe Karte in dieser sehr fairen Partie ab.
Das ist schon sehr, sehr viel, was Jeddeloh II jetzt Richtung eigenes Tor zulässt. Theoretisch muss es hier 4:0 stehen, allein aus Szenen im zweiten Durchgang, praktisch ist auch das 2:0 für die Hertha jetzt recht deutlich.
Erst die tolle Vorarbeit, jetzt lässt Adewumi das 3:0 liegen. Der Flugball aus dem Zentrum landet acht Meter fast zentral vor dem Tor genau auf seinem Schlappen. Doch mit der Innenseite drückt er die Kugel links neben das Tor.
Tor
Toooor! SSV Jeddeloh II - HERTHA BSC 0:2. Eitschberger und der gerade erst eingewechselte Adewumi sorgen im Alleingang für den nachgeholten Doppelschlag: Mit einem doppelten Doppelpass kombinieren sie sich auf der rechten Seite nach vorne. Vor allem der zweite, verzögerte Pass von Adewumi ist klasse und rollt parallel zur Strafraumlinie Richtung Zentrum. So, dass Eitschberger den Ball auf seinem linken Schlappen hat und aus relativ zentralen 16 Metern mühelos ins lange Eck einschießen kann.
Vorlage
Vorlage Oluwaseun Adewumi
Auswechslung
Außerdem spielt jetzt Thorsteinsson für Gouram mit.
Auswechslung
So bleibt es offen. Und zwei neue Hertha-Profis dürfen beitragen, dass sich das schnell ändert: Adewumi kommt für den guten Alfa-Ruprecht.
Dieser Grönning-Fehlschuss hatte in etwa den Wert der großen Brinkmann-Chance. Spätestens jetzt darf sich auch die Hertha über unnötig vergebene Großgelegenheiten ärgern. Das Spiel könnte entschieden sein.
Fast der Doppelschlag, der hier alles klarmacht. Nach einem tollen Diagonalball ist wieder der auffällige Alfa-Ruprecht auf der rechten Seite im Sechzehner frei durch. Er legt ins Zentrum. Und ein Meter hinter dem Elfmeterpunkt vergibt Grönning recht kläglich, indem er den Ball links neben das Tor schiebt.
Tor
Toooor! SSV Jeddeloh II - HERTHA BSC 0:1. Gouram reibt sich zentral im Mittelfeld gegen Krolikowski erfolgreich auf und gewinnt den Ball, der von Sessa übernommen wird. Und dann gehts schnell und zielgerichtet: Sessa legt vor dem Strafraum nach rechts raus zu Alfa-Ruprecht, der spielt mit dem ersten Kontakt den Querpass auf die andere Seite. Dort steht Brekalo frei und schiebt aus halblinken sieben Metern cool und sicher ins kurze Eck ein.
Vorlage
Vorlage Farid Alfa-Ruprecht
Auswechslung
Der Arbeitsaufwand ist hoch, der Rasen ist tief. Zeit für frische Beine. Hyseni bringt zwei mit und kommt für Bothe.
Die Chance für Brinkmann gerade hat für 0,562 xGoals angeschrieben. Herthas bester der 23 Torschüsse war einer von Pedersen für 0,291. Um nochmal die Verhältnisse klarzustellen.
Zumal die offensiven Akzente sich wieder häufen. Jetzt mit Kanowski, der die linke Seite entlang geschickt wird. Sein Pass ins Zentrum ist dann aber für Bothe nicht zu erreichen.
Stattdessen also weiter das Anlaufen der Hertha. Aber der harmlose und unpräzise Schuss von Gouram ist genauso zu wenig wie die missratene Halbfeldflanke von Brekalo in die Arme von Onken. Jeddeloh II gewinnt gerade wieder Zuversicht.
Was für eine dramatisch vergebene Chance. So eine, von der ein ambitionierter Hobbykicker wie Brinkmann noch träumen wird. Dieser Ball MUSS rein. In der Regionalliga Nord, erst recht aber in der 2. Runde im DFB-Pokal gegen den ungeschlagenen Spitzenreiter der 2. Liga.
Aber was, wenn Jeddeloh auf einmal den einen Moment hat? Und da ist er fast: Eine Ecke fliegt der Hertha um die Ohren, weil der geklärte Ball 40 Meter vor dem Tor in den Jeddeloher Reihen landet. Er wird nach links verlagert, wo der Konter über Steinwender läuft. Der wird seinem Namen gerecht, wobei Eitschberger der Stein ist. Dann der scharfe Ball ins Zentrum, ohne Ziel, auf gut Glück. Und tatsächlich steht Brinkmann vor dem Tor völlig frei - und schießt seine Direktabnahme aus sechs Metern knapp links vorbei.
19 Torschüsse, sieben Ecken, knapp über 1,5 xGoals und weit über 70 Prozent Ballbesitz: Hertha BSC muss sich nicht viel vorwerfen lassen. Leistung und Zielstrebigkeit stimmen. Wenn die Gäste so weitermachen, wird in der Regel irgendwann einer reinfallen.
Keine Wechsel zur Pause. Weiter gehts.
Mit Geschick und der richtigen Einsatzbereitschaft, aber auch viel Glück übersteht Jeddeloh II die erste Halbzeit ohne Gegentor und bietet Hertha BSC damit den Pokalfight, den sich der Dorfverein gewünscht haben dürfte. Die Hertha taute erst spät auf, kann sich aber mittlerweile keinen Vorwurf mehr machen: Bei zwei Pfostenschüssen, einem auf der Linie geklärten Ball und weiteren zahlreichen Abschlüsse wäre der Führungstreffer mittlerweile überfällig. Doch noch wollte keiner reingehen.
Und so geht es torlos in die Pause.
Hertha lässt sich nicht beirren und attackiert weiter. Und hat das Pech jetzt gepachtet: Nach einem toll von hinten herausgespielten Angriff inklusive zweier Hackentricks von Brekalo und Grönning kann Gouram aus dem Zentrum auf die freie rechte Seite verlagern, wo Alfa-Ruprecht nicht mehr einzuholen ist. Am rechten Torraumeck schließt der schnelle Außenstürmer frei vor Onken ab, scheitert aber am linken Pfosten. Und den Abpraller bekommt Grönning aus elf Metern nicht ins leere Tor gedrückt.
War der wirklich nicht drin, dieser Gechter-Kopfball? Das sieht in der TV-Wiederholung schon so aus. Eine Torlinientechnik haben wir hier in Oldenburg nicht. Einen VAR durchaus. Der kann aber natürlich auch nur eingreifen, wenn es klar ist. Und klar war es ganz und gar nicht. So oder so bleibt das Spielglück den Jeddelohern treu.
Und aus dem wird die beste Chance des Spiels. Pedersen flankt an den langen Pfosten, wo Gechter hochsteigt und aus Nahdistanz aufs Tor köpft. Onken reagiert klasse mit der Pranke, der Ball wäre aber trotzdem ins Tor gefallen, weil Friedrichs die Brust nicht weggezogen bekommt. Doch danach beweist Friedrichs erstaunliches Geschick, als er den Ball wohl ganz knapp nicht hinter der Linie aus dem Tor schlägt. Da passte kein Haar zwischen.
Die beiden Achter im direkten Duell: Brinkmann mit dem Tritt ans Schienbein von Sessa. Das zieht einen Freistoß für die Hertha zwei Meter hinter dem linken Strafraumeck nach sich.
Also notieren wir die nächsten Schüsse. Von Brekalo, von Pedersen, von Seguin. Der letzte wird zur Ecke geblockt, die werden allesamt ganz fies direkt auf den gegnerischen Keeper gezogen, ob von rechts oder links. Doch noch können sich Onken und seine Vorderleute dabei immer behaupten.
Die Abschlüsse der Hertha mehren sich, zwölf sind es jetzt immerhin schon. Und das summiert sich: Es stehen schon über 1,2 xGoals zu Buche, obwohl die ganz dicke klare Chance bislang ja immer noch fehlt. Aber die über 70 Prozent Ballbesitz der Berliner werden immer konkreter
Vor diesen Umschaltmomenten muss sich Jeddeloh II in Acht nehmen. Den nächsten gibt es nach einem Ball in die Spitze, den Herthas Abwehr abfängt. Dann verlagern Sessa und Seguin das Spiel auf die rechte Seite zu Alfa-Ruprecht, der recht viel Platz hat, in den Strafraum eindringt und aus spitzem Winkel zwei Meter zu hoch schießt.
Geht jetzt auch mal was übers Kombinationsspiel? Nur bedingt. Nach einem Ballgewinn an der Mittellinie ist mal etwas Platz und Grönning kann zwar den tiefen Ball von Pedersen direkt auf die freie linke Seite zu Brekalo weiterleiten. Der findet mit seiner flachen Hereingabe im Zentrum aber nur ein Abwehrbein.
Da wäre Onken nicht mehr rangekommen. Das wäre fast der Knotenlöser für Hertha BSC gewesen. Doch dass es heute nicht ohne Spielglück geht, ist aus Jeddeloher Sicht auch jedem klar.
Da ist mal was: die erste Torchance für die Hertha. Zwei stramme Distanzschüsse werden erst noch geblockt, dann legt Seguin in der Zentrale kurz nach links zu Pedersen. Der schießt auf Höhe des linken Pfostens flach Richtung rechtes Eck. Und verfehlt das Ziel nur knapp. Der Ball küsst den Außenpfosten.
Nur wir liegen langsam auf dem Trockenen. Es passiert zu wenig, dass zu schildern wert wäre. Oder wer will lesen, dass Brekalos flache Hereingabe von der rechten Seite in einem Jeddeloher Bein landet? Oder Krasniqi einen unbedeutenden Freistoß im Mittelkreis zieht?
"Auf gehts Hertha, kämpfen und siegen", hallt es aus über 5.000 Berliner Kehlen. Ihnen wird gerade viel abverlangt, es ist Geduld gefragt. Aber die haben die vielen Hertha-Fans natürlich. Der famose Saisonstart und die neu gewonnene Geschlossenheit hat Vertrauen geschürt.
Alles, was die Hertha bislang nach vorne brachte, ist kein Deut gefährlicher. Seguin etwa jetzt mit einem Volley aus weiter Distanz, der in die Hose geht. Mehr ist nicht. Es ist kein wirklich tolles Spiel. Was alles für die Mühen und die Arbeit des SSV Jeddeloh II spricht.
Und siehe da, aus dem Freistoß entstehen zwei Szenen, die nicht ohne sind: Erst wird der Standard kurz ausgeführt, Hertha wird überrascht und kann den Querpass von links neben dem Strafraum Richtung Krasniqi nicht unterbinden. Dessen Abschluss wird zur Ecke geblockt. Die wird nah ans Tor geschlagen. Und, erneut durch Krasniqi, knapp übers Tor geköpft.
Zur Wahrheit gehört aber auch, dass die Entlastungsphasen immer geringer werden. Jetzt gibt es mal eine, weil Kanowski auf der linken Seite den Freistoß gegen den ungeschickten Eitschberger rausholt. Das wäre auch ohne Freistoß gegangen.
Und so dürfen wir die erste Bergetappe des Regionalligisten kommentieren: Die Anfangsphase hat Jeddeloh II nicht nur schadlos überstanden, sie blieb auch ohne Torchance, weder auf der einen, noch auf der anderen Seite.
1.300 Menschen leben in Jeddeloh II, sie sehen, wie sich ihr Team tapfer und vielbeinig gegen den größer werdenden Druck der Hertha wehrt. Da glänzt längst nicht alles, das Spiel schiebt sich aber dauerhafter in Richtung des Jeddeloher Strafraums. Unter anderem mit einem geblockten Schuss von rechts am Strafraum von Pedersen. Und der dritten Ecke von Brekalo, die abermals nicht konkret wird.
Bei der zweiten wird es dann fast skurril: Brekalo zieht die direkt aufs Tor, Onken ist mit den Fäusten zur Stelle, boxt den Ball aber kerzengerade nach oben. Vor ihm purzeln zwei Jedeloher übereinander und der Ball fällt dem orientierungslosen Krolikowski an die Schulter. Der Ball liegt kurz links im Strafraum frei. Und Jeddeloh II hat Glück, dass die Hertha daraus keinen Nutzen zieht.
Erstmal nicht, die Ecke von Brekalo wird nah ans Tor geschlagen, aber nur nächsten Ecke geklärt.
Clever, wie Brönning an der linken Eckfahne noch die Ecke gegen von Aschwege herausholt, der sich etwas ungeschickt anstellt und angeschossen wird. Nicht, dass sich das rächt?
Insgesamt ist es ein erstaunlich offener und temporeicher Start. Und es ist keinesfalls so, dass sich Jeddeloh II hinten einigelt und das Tor verteidigt. Da wird aktiv mitgemacht. Jetzt über Steinwender, der von der rechten Seite flankt. Und mit Friedrichs, der den ersten offiziellen Torschuss der Partie verzeichnet. Aus 30 Metern recht deutlich zu hoch. Muss er machen.
Die Hertha startet die ersten zwei Anläufe über die rechte Seite, wo Alfa-Ruprecht Betrieb macht. Erst landet seine Flanke nahe der Grundlinie aber hinter dem Tor. Dann ist er ins Kombinationsspiel eingebunden, die Hereingabe kommt aber von Eitschberger. Und die Flanke kommt zu weit, als dass Brekalo sie hinter dem zweiten Pfosten nochmal scharfstellen könnte.
Hui, ganz schön viele Herthaner, die die über 400 Kilometer aus der Hauptstadt bis nach Oldenburg auf sich genommen haben. Fast die gesamte Gegengerade ist gefüllt mit stehenden und hüpfenden Berlinern. Sie sehen einen mutigen Auftakt des Außenseiters, der eine erste Flanke von der linken Seite in den Strafraum schlägt, dicht gefolgt von einem Flugball hinter die Kette. Bei beiden Anläufen gibt es keinen Abnehmer.
Anpfiff von Schiedsrichter Justin Joel Hasmann, das Spiel Regionalligist vs. Zweitligist läuft.
Auch im DFB-Pokal war mit Hertha BSC in den vergangenen Jahren zu rechnen. Der Hauptstadtklub, der noch nie das Finale in der Hauptstadt erreicht hat, scheiterte im Vorjahr erst im Viertelfinale dramatisch im Elfmeterschießen gegen den SC Freiburg, zuvor war im Achtelfinale, davor erneut im Viertelfinale Schluss. In den vergangenen acht Ausgaben erreichte Hertha BSC in sechs Fällen immer mindestens das Achtelfinale. Diesmal besteht die Chance darauf, weil in der 1. Runde die Elferlotterie in Saarbrücken gerade so überstanden wurde.
Die Auftragslage an Hertha BSC und dessen Checfoach Stefan Leitl ist derweil natürlich klar: Jedem Stolperstein ausweichen und das Achtelfinale sicher eintüten, nicht mehr, nicht weniger. Als ungeschlagener Tabellenführer der 2. Liga ist der Anspruch hoch. Mit acht Siegen aus neun Spielen hat sich Hertha in der Liga schon einen beachtlichen Vorsprung erarbeitet.
Nach zwei Spielen unter Interimslösung Olaf Blancke feierte beim 1:1 des Dorfklubs gegen den Eimsbütteler TV am vergangenen Samstag mit Burak Bahar der neue Chefcoach sein Debüt. Und der bringt, die Geschichten des Fußballs, ausgerechnet Hertha-Vergangenheit mit: Bahar war von 2022 bis 2024 als Co-Traienr für Herthas U17 verantwortlich und freut sich auf das Wiedersehen heute.
Die Chancen für den Coup sind aber nicht nur naturgemäß gering, auch die Form spricht nicht für den Jeddeloh II. Der Regionalligist steckt nämlich tief im Abstiegskampf. Vier Siege aus 14 Spielen in der Regionalliga Nord sind viel zu wenig für den Anspruch des Vorjahresvierten. Das musste auch Trainer Kristian Arambasic erfahren, der nach einem 2:7 gegen Drochtersen/Assel freigestellt wurde.
Wie schon in der 1. Runde muss Jeddeloh II dafür ausweichen: Die kleine HASKAMP-Arena im Landkreis Ammerland ist für eine Partie dieser Größenordnung nicht geeignet, das Marschwegstadion in Oldenburg steht als Ersatz bereit. Die 10.000 Tickets waren schnell vergriffen. Mit Hertha BSC soll ein weiterer hochdekorierter Zweitligist nach Hause geschickt werden.
Seit der Saison 2008/09 hatten nicht mehr alle 18 Bundesligisten die verhängnisvolle 1. Runde des DFB-Pokals überstanden. In diesem Jahr und nach den Nachholsiegen des BVB und von Bayern München im September war es so weit. Das heißt aber nicht, dass Überraschungen ausblieben, sie waren nur seltener. Die größte: der Sieg des SSV Jeddeloh II. Der Dorfverein feierte einen berauschenden 5:2-Sieg gegen Bundesliga-Absteiger Heidenheim. Und freut sich heute aufs größte Duell der Klubgeschichte.
Bei Hertha BSC lohnt sich dagegen der unmittelbare Vergleich der Startelf mit der aus dem letzten Pflichtspiel. Das war der Last-Minute-Sieg gegen Bielefeld, der beim 1:0 zu Hause ganz schön knapp ausfiel. Trainer Leitl rotiert nur punktuell und bringt drei positionsgetreue neue Spieler: Eitschberger für Zeefuik. Alfra-Ruprecht für Adewumi. Und Gouram für Thorsteinsson.
So beginnt Hertha BSC: Gersbeck - Eitschberger, Gechter, Kolbe, Pedersen - Seguin, Sessa - Alfa-Ruprecht, Gouram, Brekalo - Grönning.
Jeddeloh II spielte zuletzt in der Regionalliga Nord 1:1 gegen den Eimsbütteler TV. Wir wollen aber vor allem auf den Pokalcoup aus der 1. Runde zurückblicken, als Bundesliga-Absteiger Heidenheim mit 5:2 niedergeschossen wurde. Damals noch unter der Verantwortung von Kristian Arambasic. Im Vergleich dazu schickt der neue Trainer Burak Bahar heute Siala, Brinkmann und Bothe ins Rennen. Gramberg, Janßen und Hyseni müssen weichen.
So spielt der SSV Jeddeloh II: Onken - Steinwender, von Aschwege, Siala, Friedrichs, Kanowski - Taguchi, Krolikowski - Krasniqi, Brinkmann - Bothe.
Herzlich willkommen zur 2. Runde des DFB-Pokals 2026/27 zur Begegnung zwischen dem SSV Jeddeloh II und Hertha BSC.