Bayer 04 Leverkusen - SC Freiburg; Bundesliga
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Bayer 04 Leverkusen - SC Freiburg. Bundesliga.
BayArena.
Das wars an dieser Stelle. Weiter geht es mit dem Krisenduell Gladbach vs. Hoffenheim, dem letzten Match des 6. Spieltags. Vielen Dank für das Interesse und bis dahin!
Freiburg verliert damit die Tabellenführung an den FC Bayern und muss auch dem BVB den Vortritt lassen. Als Dritter geht es nächste Woche gegen den FC Bayern, davor wartet noch die Reise zur AS Monaco. Leverkusen ist jetzt punktgleich mit dem SC Vierter. Spielt am Donnerstag auf Kreta. Und dann am Sonntag in Sinsheim gegen die TSG Hoffenheim.
Ein ausgeglichenes Spiel endet mit einem knappen Sieg für Bayer 04, der auch verdient ist: In einer gutklassigen und meist spannenden, aber sehr chancenarmen Partie hatte die Werkself gerade im zweiten Durchgang die einzigen beiden Möglichkeiten auf seiner Seite, von denen Schick nach toller Vorarbeit von Maza eine zu nutzen wusste. Der Rest war Abnutzungskampf auf hohem spielerischen und taktischen Niveau. Der nur wenige große Szenen bereithielt.
Direkt danach ist Schluss, Leverkusen gewinnt!
Da ist sie, die eine Chance zum Ausgleich: Ginter stiefelt mit nach vorne und bekommt einen langen Diagonalball auf der rechten Seite noch vor der Grundlinie an die Füße. Er flankt an den zweiten Pfosten, wo Höler angeflogen kommt. Seinen Kopfball aus sechs Metern Distanz aber knapp am linken Eck vorbeilegt.
Freiburgs Einwurfflanken sind hier heute kein Faktor. Und mehr kommt nicht von den Gästen. Auf der anderen Seite macht Schick einen langen Ball bärenstark fest, macht es dann aber aus der Distanz selbst, statt auf den freien Tella abzugeben. Und schießt genau auf Backhaus.
Drei Minuten bekommt der Sport-Club nur noch. Es gab auch kaum Spielunterbrechungen.
Auswechslung
Schuster wirft seinen hochwertigen Joker Grifo noch rein. Scherhant geht schnell runter.
Das ist echt stark, wie Leverkusen den eigentlich ja so starken Gegner kleinhält. Freiburg bekommt keine Druckphasen aufgestellt. Ein Schuss von Eggestein streicht jetzt zwar noch knapp am Giebel vorbei, davor begeht Höler aber das Stürmerfoul. Die erste Freiburger Enttäuschung der Saison bahnt sich an.
Und da kommt er schon. Der tiefe Pass von Tella Richtung Hofmann geht aber einen Tick in dessen Rücken, und nicht geradewegs nach vorne. So kommt Irie noch dazwischen und verhindert den freien Lauf des Jokers aufs gegnerische Tor.
Auswechslung
Es war die letzte Aktion von Maza. Hofmann ist jetzt dabei und darf an dessen Stelle die Konter laufen.
Maza hat den Deckel in der Hand, macht ihn aber nicht drauf. Fernandez gewinnt in der eigenen Hälfte den Ball und schickt mit viel Übersicht und Ruhe Maza über halblinks in die Tiefe. Der starke Spielmacher der Hausherren hat nur noch Lienhart vor sich, dribbelt nach innen und schießt aus zentralen 15 Metern. Etwas zu zentral, so kann Backhaus den gut parieren.
Denn auch im fortlaufenden Betrieb schafft es Bayer 04, eine Schlussoffensive des Sport-Clubs gar nicht erst aufkommen zu lassen und das Spiel vom eigenen Tor fernzuhalten. Vielmehr hat Tella einen Abschluss aus 20 Metern, der nur knapp links am Tor vorbeigeht.
Garcia ärgert sich, dass der von Tapsoba und Quansah angetriebene Konter nicht bei ihm rechts im Strafraum landet. Makengo ist mit der langen Grätsche noch gerade rechtzeitig dazwischen. Die Ecke nimmt Garcia aber mit. Auch wenn sie nichts einbringt, allein fürs Spiel mit der Uhr erweist sie sich als nützlich.
Und schon kommt Freiburg. Mit dem gerade eingewechselten Irie, der von der rechten Seite nach innen dribbelt. Seinen Fernschuss dann aber deutlich verzieht.
Das Tor kann der uns bevorstehenden Schlussphase nur guttun. Das Spiel sollte an Schärfe und Spannung jetzt nochmal deutlich zulegen. Das war schon ein großer Verfall, den wir im Verlaufe des zweiten Durchgangs wahrnehmen mussten.
Auswechslung
Außerdem spielt Irie jetzt für Beste.
Auswechslung
Nach dem Gegentreffer wechselt Freiburg doppelt. Osterhage kommt für Engelhardt.
Tor
Tooooor! BAYER LEVERKUSEN - SC Freiburg 2:1. Schick steht drauf, aber Maza steckt drin. Was der Zehner auf der rechten Seite auf der Grundlinie tanzend gegen Beste, Engelhardt und Makengo veranstaltet, ist herausragend. Inklusive Beinschuss für Engelhardt und Makengo setzt er sich im Dribbling durch und gibt stramm in die Mitte. Schick sagt danke und schießt in bester Torjägermanier aus sechs Metern ein. Und ist damit jetzt erster Leverkusen-Profi, der an den ersten sechs Spieltagen jeweils getroffen hat. Chapeau!
Vorlage
Vorlage Ibrahim Maza
Nach langer Zeit mal wieder ein Abschluss. Matanovic schickt Beste links in den Strafraum. Medina stellt sich ihm in den Weg. Beste schießt früh aus ungünstiger Position. Und verfehlt das Tor deutlich.
Auswechslung
Zweiter Wechsel bei der Werkself: Tillman, bei Lech Posen mit einer guten Leistung aufgefallen, kommt für Diaby.
Auch Leverkusen begeht einen der seltenen Fehler im Spielaufbau, Matanovic und Höler, nun als körperlich wuchtige Doppelspitze am Werk, können aber keinen Profit daraus schlagen. Es plätschert gerade ganz schön. Wir glauben, recht viel Risikovermeidung zu erkennen.
Ginter hat Glück, dass sein riskanter wie verunglückter Flugball von rechts in der Abwehr Richtung Zentrum nicht sauber von Maza verarbeitet werden kann. Der Ball springt dem Zehner nach vorne und Lienhart kann dazwischenfunken, dabei kommt es zum Zusammenprall, der bei beiden Spuren hinterlässt.
Auswechslung
Und Höler ersetzt Goto, der gegen die stabilen und ausgebufften Tapsoba und Medina auf verlorenem Posten stand.
Auswechslung
Da kommen zwei. Kübler spielt beim SC für Treu.
Jetzt gerade erlebt die Partie aber eine ungewöhnliche einschläfernde Phase. Zum Beispiel, als sowohl Flekken als auch Backhaus nicht angelaufen werden und sekundenlang mit Ball am Fuß auf der Stelle stehen, bis sich irgendetwas vor ihnen tut. Vielleicht ist es Zeit für weiteren externen Input.
Da hatte Freiburg eben echt Glück, nicht in Rückstand zu geraten. So oft vergibt Schick so eine Chance nicht. Die xGoals werden so auf 0,5 zu 0,5 gestellt. Was sich ja ganz gut mit dem Spielstand und der Effektivität der Teams deckt.
Auswechslung
Der erste Wechsel der Partie: Nathan Tella kommt für Moreira, der sich einen intensiven Fight mit Treu geliefert hat. Der bekommt jetzt einen neuen Gegenspieler.
Mitten rein in dieses Belauern: die dicke Chance für Schick! Garcia hebt einen Ball rechts in den Strafraum zu Diaby, der den Stellungsfehler von Makengo nutzt. Diaby bekommt den Ball unter Bedrängnis und weil Ginter noch seinen Kopf reinhält und unfreiwillig weiterleitet in die Mitte gelegt. Wo Schick wuchtig abzieht. Und aus acht Metern zentraler Position, ebenfalls bedrängt, zu hoch zielt.
Ein paar halbgare Abschlüsse also, insgesamt aber bleibt der Druck auf die Tore gering. Es geht zwar hin und her, allerdings hauptsächlich im Mittelfeld. Die Spielanteile sind genau so wie die Torschüsse völlig ausgeglichen.
Auf der anderen Seite dribbelt sich Moreira im Alleingang links in den Strafraum, kommt zwar erst an Treu, aber nicht an Ginter vorbei. Der Abschluss fast von der Grundlinie ist dann etwas panisch. Und wird von Backhaus im kurzen Eck sicher weggefangen.
Freiburg zieht nach Fernschüssen nach. Beste spielt von rechts nach innen zu Eggestein. Der schießt direkt in die Arme von Flekken.
In einem Spiel, das so gut wie ohne Torchancen daherkommt, müssen wir den Fernschuss von Medina eben schon als solche deklarieren. Das gilt fast auch für das Dribbling von Scherhant links im Sechzehner, obwohl der von der sauberen Grätsche von Quansah gestoppt wird. Wie auch für den folgenden Eckball, der frei durch den Fünfer tickt, aber nicht aufs Tor gedrückt werden kann.
Der erste ganz ordentliche Abschluss kommt dann von Medina. Diaby rennt einen Konter und kann sich an Makengo vorbeidribbeln, verliert sich dann aber auf der rechten Seite etwas. Mit Übersicht findet er dann aber noch Medina links im Rückraum. Und dessen Flachschuss aus 20 Metern rollt links am Tor vorbei.
Die ersten spielerischen Szenen brennen dann wieder nicht so sehr wie die Bengalos. Ein Querpass von Diaby kommt nicht an, Schick braucht in der Regel nicht viel Platz, ein bisschen aber schon, bekommt er nicht, er wird geblockt. Und Matanovic kriegt den Ball links im Strafraum nicht quergelegt.
"Bayer 04 - Verbotspolitik stoppen", steht auf einem großen Transparent, das jetzt in der Fankurve der Werkself ausgerollt wird. Der organisierte Anhang protestiert also gegen den eigenen Verein. Auf Tennisbälle verzichtet er, nicht aber auf zahlreiche Bengalos. Das Spiel beeinflusst das aber nicht.
Ohne personelle Veränderungen wird das Spiel fortgesetzt.
Das Spiel ist grundsätzlich gut, weil sehr ausgeglichen und auf einem ansprechenden technischen und spielerischen Niveau, außerdem sind zwei echt schöne Tore gefallen. Wir hatten uns aber offensiv noch etwas mehr erhofft. Ein Spektakel war es wahrlich nicht, große Szenen gab es abseits der Tore nicht, dafür ein paar schöne und stellenweise harte Tacklings und Grätschen. Der Ausgang allerdings ist völlig offen und macht die Partie unverändert sehr interessant.
Und so geht es mit dem logischen und gerechten 1:1 in die Pause.
Vom SC kommt noch ein ganz ansehnliches Dribbling samt folgender Flanke von Scherhant. Aber auch hier: kein Abschluss.
Guter Moment nochmal für Bayer 04, weil Quansah einen Gegenangriff nach Mazas Spieleröffnung durchs rechte Halbfeld treibt und eine Lücke findet, um Diaby Richtung Grundlinie zu schicken. Der macht es genau richtig, als er den Ball an den Elfmeterpunkt zurücklegt. Doch da ist keiner mitgelaufen. Treu kann klären.
Es werden genau die fünf Minuten nachgespielt, die uns die Tennisbälle in der Anfangsphase gekostet haben.
Scherhant hebt den Ball Richtung Elfmeterpunkt, wo Leverkusen aber ohne Umwege klären kann. Beste fängt den Ball dann ab, eine nachhaltig druckvolle zweite Welle kann Freiburg aber nicht aufziehen.
Vielleicht folgt jetzt nochmal was. Medina rückt gegen Beste raus und begeht ein eher überflüssiges Foul und verursacht so den Freistoß im rechten Halbfeld.
Vier Torschüsse, wohlgemerkt zusammenaddiert, sind echt dünn. Und das überrascht umso mehr, als dass beide Teams ja keinesfalls einen schwachen Auftritt hinlegen. Bayer und der Sport-Club agieren gleichermaßen konzentriert und zielstrebig. Was aber für vorne wie hinten gilt. Und so sind Abschlüsse eben Mangelware.
Beim folgenden Freistoß wackelt das Gehäuse: Schick köpft die scharfe Flanke von Miguel an den linken Pfosten. Ein Treffer hätte aber nicht gezählt: Im Vorfeld soll ein Offensivfoul vorgelegen haben.
Gelbe Karte
Treu versucht, einen schwierigen hohen Ball von Backhaus auf seine rechte Abwehrseite mit der Brust zu kontrollieren. Das gelingt nicht, Moreira ist dazwischen. Und wird von Treu umgesäbelt. Und JETZT zeigt Badstübner dann auch die erste Gelbe Karte der Partie.
Goto mit dem nächsten Foul im Mittelkreis, der Vorteil läuft aber über Quansah und Diaby, dessen Querpass ins Zentrum zur Ecke geblockt wird. Die schlägt wie gewohnt Garcia in die Mitte. Wo sich Lienhart im Luftkampf mit Schick behauptet. Es geht sogar mit Abstoß weiter.
Leverkusen will diese Phase nutzen, um das Umschaltspiel anzukurbeln. So wie Quansah jetzt. Goto hält noch weit vor der Mittellinie von hinten den Fuß rein, trifft Quansah leicht am Schienbein, das reicht aber dicke, um ihn zu Fall zu bringen. Und der Gegenangriff ist unterbunden. Auch hier lässt Badstübner die Gelbe stecken und bleibt seiner großzügigen Linie.
Beide Teams strahlen enorm viel Selbstvertrauen und Zuversicht im Spiel mit dem Ball aus. Das macht es stellenweise unmöglich, zu bewerten, in welche Richtung das Spiel gerade kippt. Jetzt sind es wieder die Freiburger, die etwas überlegen wirken, sich mit Ruhe und Geduld den Ball zuspielen. Und auf die Lücke oder den Fehler lauern.
Und die folgende Ecke von Garcia kann Leverkusen nicht aufs Tor, geschweige denn ins umleiten. Backhaus ist erneut mit den Fäusten zur Stelle.
Es wird also ruppiger. Freiburg hält dagegen. Vor allem in Person von Treu, der das nächste ausgezeichnete Tackling gegen Moreira fährt. Der will sich nach einem langen Ball mit seinem Tempo vorbeistehlen, wird aber im Strafraum sauber seitlich abgegrätscht.
Beste schlägt den Freistoß weit in den Sechzehner. Matanovic bekommt seinen Kopfball nicht aufs Tor gedrückt. Dahinter hätte Lienhart wahrscheinlich die bessere Position gehabt.
Dann das Foul von Diaby links im Mittelfeld gegen den Haken schlagenden Scherhant. Also der ist gleich dran.
Ein paar mehr Emotionen kommen jetzt auch rein, weil Diaby innerhalb kurzer Zeit zwei Fouls begeht. Vor allem das zweite, ein Tritt in die Wade von Matanovic, hat es durchaus in sich. Diaby holt sich widerspenstig den Rüffel ab, die Gelbe bleibt ihm noch erspart.
Leverkusen wird also besser und bespielt den Freiburger Strafraum immer vehementer. Aleix Garcia mit der tückischen Flanke aus dem linken Halbfeld, die senkt sich fies Richtung langes Eck. Backhaus nimmt sicherheitshalber die Faust und boxt den Ball raus.
Zwei Schüsse, zwei Tore. Und fast die Großchance für Moreira, um das Spiel blitzschnell zu drehen: Nach einem schnell gefahrenen Konter und dem langen Ball von Maza scheint der Weg frei, doch Treu geht viel Risiko bei seinem Tackling und wird dafür belohnt, grätscht den Ball weg und erwischt Moreira erst klar danach.
Tor
Toooor! BAYER LEVERKUSEN - SC Freiburg 1:1. Die Tore fallen trotzdem. Und das war richtig fein gemacht! Ein langer Ball springt von Schicks Hacke zufällig rechts ins Halbfeld vor den Freiburger Sechzehner. Makengo und Ginter sind sich uneinig, wer hingeht. So übernimmt Maza, legt nach rechts für Diaby raus. Der gibt flach ins Zentrum zurück, Schick stoppt fein mit der Hacke. Und der nachgerückte Maza schießt am Elfmeterpunkt mit dem rechten Außenspann unten links ins Eck ein.
Vorlage
Vorlage Patrik Schick
Wir müssen aber auch sagen, abgesehen vom Treffer, ist hier echt nicht so viel los. Ein paar Anläufe, eine Flanke von Scherhant, in die Hände von Flekken, der Rest? Ist nicht sehr aufregend.
Und diese Co-Produktion auf der rechten Seite, die wird auch Jürgen Klopp wohlwollend zur Kenntnis genommen haben. Der Bundestrainer sitzt zusammen mit Sven Bender und Rudi Völler auf der Tribüne. Und dürfte mindestens von seinem Linksverteidiger Treu angetan sein.
Das haben Treu und Beste auf der rechten Seite toll gemacht. Der verzögerte Doppelpass war der Dosenöffner zu diesem Treffer. Leverkusen wurde auf der rechten Seite richtig überrannt. Und im Strafraum gabs dann nichts mehr zu retten.
Tor
Toooooor! Bayer Leverkusen - SC FREIBURG 0:1. Der erste konstruktive Angriff führt gleich zum Treffer. Treu zieht rechts an der Mittellinie Moreira und Miguel auf sich, das macht die rechte Bahn für Beste frei, der fast auf der Seitenlinie nach vorne sprintet. Treu rennt hinterher und bekommt den kurzen Pass nach innen gelegt. Treu legt dann nochmal quer. Und Scherhant schiebt am linken Torraumeck sicher ein.
Vorlage
Vorlage Philipp Treu
Leverkusen kommt vorsichtig über die rechte Seite mit Maza und Diaby, der den Ball neben dem Strafraumeingang in den Strafraum hebelt. Aber nur den Kopf von Beste findet. Das ist alles noch Findungsphase. Und kein Schnellstart.
Die Flanke kommt an den Fünfer, wird aber von Tapsoba rausgeschädelt. Dann wird der Ball nochmal in den Sechzehner gehoben, tickt aber unberührt in die Arme von Flekken. Der will das Spiel schnell machen. Das geht aber schief, weil Aleix Garcia ein seltener technischer Fehler unterläuft.
Ein ganz schön zerstückelter Start also in diese Partie, die wir uns eigentlich temporeich und aufregend vorstellen. Erste spielerische Eindrücke können so nicht entstehen. Also greifen wir erstmal diesen Eckball auf, den Engelhardt rausholt, weil seine Hereingabe von links im Sechzehner abgewehrt wird. Scherhant hatte ihn da Richtung Grundlinie geschickt.
Ein Neustart geht schief, da fliegen sofort die nächsten Bälle. Doch es sind wohl die letzten. Nach fünf Minuten Spielunterbrechung läuft der Spielbetrieb wieder.
Das dauert ganz schön lang. Immer, wenn man glaubt, die letzte gelbe Filzkugel ist geflogen, fällt noch einer vom Himmel. SCF-Coach Schuster ist überhaupt nicht amüsiert, geht erbost in die Kurve und bittet um das Ende der Proteste.
Erst raucht es aus dem Freiburger Fanblock, dann fliegen nach etwas über zwei Minuten jede Menge Tennisbälle auf den Rasen. Und sorgen dafür, dass das gerade erst angelaufene Spiel für eine ganze Zeit unterbrochen werden muss. In einem Banner werden Materialverbote angeprangert, auf die mit diesem Protest aufmerksam gemacht wird.
Anpfiff von Schiedsrichter Florian Badstübner, das Duell Dritter gegen Vierter läuft!
Vielmehr konzentriert sich Freiburg jetzt mit vollem Fokus darauf, die Tabellenführung zurückzuerobern und den besten Saisonstart der Klubgeschichte auszubauen. Gegen Bayer 04 ist der Sport-Club allerdings seit sieben Bundesligaspielen sieglos bei vier Niederlagen und drei Remis, letztmals im Oktober 2018 blieb Freiburg gegen Leverkusen ohne Gegentor, und auch das nur bei einem 0:0. In Leverkusen setzte es zuletzt drei Pleiten in Folge.
Die kassierte das Schuster-Team am Donnerstag zum Auftakt in die Conference League zu Hause gegen Jablonec. Das 3:2 war der achte Sieg im neunten Pflichtspiel der Saison bei einem Remis. Es beinhaltete aber auch schwächere Phasen, die dem nicht sehr hoch eingestuften Gegner erlaubten, sich ins Spiel zurückzubeißen. Am Ende ist das aber auch nicht mehr als das gefundene Haar in der Suppe.
Mit dem SC Freiburg erwartet Leverkusen heute aber ein anderes Niveau als am Donnerstag bei einem stark ersatzgeschwächten Lech Posen. Der Sport-Club ist mittlerweile so gut und in der Spitze der Bundesliga etabliert, er bekommt nicht nur Anerkennung von gegnerischen Geschäftsführern wie Simon Rolfes ("total gefestigte Mannschaft", "längst keine Überraschung mehr"). Er ist jetzt auch so weit, dass er sich bei einem 3:2-Sieg über zwei Gegentore ärgert.
Bayer 04 nahm außerdem die Kenntnis aus Polen mit, dass der Konkurrenzkampf im weitestgehend gleichwertig besetzten Kader in Betrieb ist. Richtig ärgerlich kommt da allerdings die erneute Verletzung von Martin Terrier daher. Und die Bestätigung, dass Gegentorflutspiele wie gegen Elversberg (2:3) oder Mainz (4:3) eher Ausnahmen sind. Fünf der sechs Pflichtspielsiege wurden ohne Gegentor eingefahren.
Leverkusen empfängt Freiburg mit vier Siegen in Folge im Rücken, gleichzeitig konnte Trainer Martinez zuletzt beim 4:0 in Posen ein wenig rotieren und Einsatzzeit verteilen. Das hat den etwas wackeligen Saisonstart mit einer überraschenden Niederlage gegen Elversberg und einem 2:2 gegen den widerspenstigen FC Augsburg etwas kaschiert und geradegebogen.
Zwei im Europapokal erfolgreiche Teams, die vor dem Spieltag ungeschlagenen Tabellenführer des SC Freiburg, die formstarken Leverkusener mit einem treffsicheren Goalgetter Patrik Schick in ihren Reihen: Die Erwartungen sind hoch, wenn sich gleich der Sport-Club und die Werkself im Rheinland gegenüberstehen. Bayer 04 hat dabei die Chance, nach Punkten mit Freiburg aufzuschließen.
Auch für den SC Freiburg begann am Donnerstag die Saison im Europapokal. Beim 3:2-Auftaktsieg gegen FK Jablonec aus Tschechien spielten Backhaus, Ginter und Eggestein wie heute von Anfang an. Sie sind die damit die einzigen drei Profis, die die Mehrbelastung direkt zu spüren bekommen. Treu, Lienhart, Makengo, Engelhardt, Beste, Goto, Scherhant und Matanovic werden allesamt neu berufen.
So beginnt der SC Freiburg: Backhaus - Treu, Ginter, Lienhart, Makengo - Eggestein, Engelhardt - Beste, Goto, Scherhant - Matanovic.
Bayer 04 war am Donnerstag in der Europa League erfolgreich und gewann mit 4:0 bei Lech Posen. Trainer Martinez tauscht im Vergleich dazu auf fünf Positionen. Quansah, Medina, Diaby, Moreira und Schick rücken neu in die Startelf, wobei Schick zuletzt schon früh eingewechselt werden musste, zwei Mal traf und dann wieder früh raus durfte. Vazquez, Bade, Tella, Tillman und der verletzte Terrier räumen ihre Plätze.
So spielt Bayer 04 Leverkusen: Flekken - Quansah, Tapsoba, Medina, Miguel - Fernandez, Garcia - Diaby, Maza, Moreira - Schick.
Herzlich willkommen in der Bundesliga zur Begegnung des 6. Spieltages zwischen Bayer Leverkusen und dem SC Freiburg.