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VfB Stuttgart - 1. FSV Mainz 05

Bundesliga

Badstuber trifft beim Sieg

Der VfB Stuttgart ist endgültig zurück im Oberhaus

von Daniel Pfaff

27.08.2017 | 13:23 Uhr

Fast 1,5 Jahre mussten die Stuttgarter Fans darauf warten: Am 5. März 2016 hatte der VfB zuletzt einen Sieg in der 1. Bundesliga gefeiert. Nach dem bitteren Abstieg und dem sofortigen Wiederaufstieg feierten die Schwaben nun am zweiten Spieltag den ersten Dreier nach der Rückkehr ins Oberhaus.

Von einem "verdienten Sieg" sprach VfB-Trainer Hannes Wolf nach der Partie am Sky Mikro. Damit hatte er nicht unrecht - der Aufsteiger war gegen schwache Mainzer die bessere Mannschaft und hätte auch höher gewinnen können. Zweitliga-Torschützenkönig Simon Terodde scheiterte mit einem Foulelfmeter aber am Pfosten (81.).

VfB hofft auf Terodde

Für den 29-jährigen Routinier war es erst der siebte Einsatz im Oberhaus. In Stuttgart vertraut man darauf, dass bald der Knoten platzt und der zweifache Zweitliga-Torschützenkönig auch in der ersten Liga seinen Torinstinkt unter Beweis stellt.

Nach der Länderspielpause soll auch der aktuell verletzte Daniel Ginczek wieder eine Option für die Offensive sein. Angekommen in der Beletage des deutschen Fußballs ist der VfB schon jetzt. Es war sozusagen der letzte Schritt des Neuanfangs nach dem Abstieg 2016.

Mischael Reschke trug bei seinem ersten Heimspiel als VfB-Sportvorstand das Stuttgarter Trikot.
Image: Michael Reschke trug bei seinem ersten Heimspiel als VfB-Sportvorstand das Stuttgarter Trikot.

Reschke im VfB-Trikot

Sinnbildlich dafür steht der neue Sportdirektor Michael Reschke. Bei seiner Heimspielpremiere zeigte sich der ehemalige Technische Direktor des FC Bayern gleich im VfB-Trikot, was bei den Fans gut ankam. Die hatten dem VfB auch in der zweiten Liga die Treue gehalten, sorgten für einen unglaublichen Zuschauerschnitt von fast 50.000.

Viel mehr kamen zwar gegen Mainz auch nicht - das Stadion war mit 53.150 Fans nicht ganz ausverkauft. Dennoch sorgten die Stuttgarter Anhänger bei tropischen Temperaturen für eine tolle Atmosphäre, trugen so das Team zum ersten Saisonsieg.

Bereits vor der Partie sorgten die Fans mit dem langen Marsch zum Stadion für Gänsehautmomente. Coach Hannes Wolf war anschließend voll des Lobes und sprach von einer "großartigen Atmosphäre".

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Badstuber als Matchwinner

Einer, der eigentlich nicht für seine Torgefahr bekannt ist, aber definitiv das Zeug zum Publikumsliebling hat, sorgte gegen Mainz für den Sieg: Holger Badstuber gelang gegen den FSV im 177. Bundesliga-Einsatz sein erst zweiter Treffer.

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Badstuber: Typisch, dass sowas passiert

2822 Tage musste er nach der Torpremiere auf den nächsten Jubel vor den Fans warten. Die Verpflichtung des verletzungsanfälligen Ex-Münchners war alles andere als unumstritten.

Doch der 28-Jährige zeigte sich davon unbeeindruckt, organisierte die Dreierkette bei seinem Startelfdebüt ohne Schwierigkeiten und sorgte zusätzlich für das Tor des Tages. "Es ist irgendwie typisch, dass sowas passiert" sagte der Mann des Tages anschließend am Sky Mikro.

Neben Badstuber überzeugte mit Dennis Aogo auch ein weiterer erfahrener Neuzugang in Reihen der Schwaben. Mit seiner Ecke bereitete er Badstubers Treffer vor. Auch die jungen Profis Chadrac Akolo und Orel Mangala zeigten starke Vorstellungen - für beide war es erste das zweite Bundesligaspiel.

Reschke hofft noch auf erfahrene Spieler

Für die Verpflichtung der genannten Neuen zeichnete sich noch Jan Schindelmeiser verantwortlich, der mittlerweile durch Reschke ersetzt wurde. Schindelmeiser soll zum Verhängnis geworden sein, dass er zu sehr auf junge Spieler gesetzt hatte.

Zwar kamen im Sommer mit Ron-Robert Zieler, Dennis Aogo und Holger Badstuber auch erfahrene Kräfte, dennoch stellt der VfB mit RB Leipzig zusammen das jüngste Team der Liga, Trainer Hannes Wolf ist der drittjüngste Coach.

Stuttgart stellt neuen Sportvorstand vor

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Michael Reschke wird Nachfolger von Jan Schindelmeister

Nachfolger Reschke verkündete bei seiner Vorstellung: "Die Ausgangsposition der Mannschaft ist gut. Wir hoffen aber, dass wir noch erfahrene Spieler dazu bekommen." Als ersten Transfer präsentierte aber auch Reschke mit Santiago Lionel Ascacibar ein Talent.

Klassenerhalt als Ziel

Die jungen Wilden des VfB sind also nach dem Dreier in der Bundesliga zurück. Der Klassenerhalt soll im ersten Jahr das Saisonziel sein, die ersten drei Punkte auf dem Weg dahin wurden gesammelt.

Fehlen also noch 37 - ein weiter Weg, wie auch die VfB-Spieler wissen. Sowohl Badstuber als auch Aogo verfielen nach dem Heimerfolg nicht in Euphorie, sondern sprachen von "einer Menge Arbeit", die dem Team noch bevorsteht.

Trainer Hannes Wolf sah das ähnlich. Für diese Menge Arbeit bietet die gerade erst gestartete Saison aber ja auch noch genug Zeit.

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