Vier Gründe! Darum macht das DHB-Team das EM-Finale klar
Deutschland steht bei der Handball-EM im Halbfinale. Dort bekommt es die Mannschaft von Bundestrainer Alfred Gislason mit Kroatien zu tun.
30.01.2026 | 10:51 Uhr
Sky Sport nennt vier Gründe, warum die DHB-Auswahl das EM-Finale erreicht.
Aus Herning berichtet Jonas Wahler
1. Deutschland kann K.o.-Spiele
Letzter Vorrundenspieltag: Nach der überraschenden Niederlage im Duell mit Serbien war das deutsche Team gegen Spanien unter Zugzwang. Und es hat geliefert. Ein Sieg war Pflicht, Deutschland bezwang die erste Handball-Großmacht in diesem Turnier. Auch zu Beginn der Hauptrunde stand gleich eine eminent wichtige Partie gegen Portugal an - das Team, das dem Weltmeister, Olympiasieger und Gastgeber Dänemark die erste Niederlage in der Jysge Bank Boxen seit 14 Jahren zugefügt hatte.
Auch hier war Deutschland da, nahm Revanche für das bittere Viertelfinal-Aus nach Verlängerung bei der letztjährigen WM. Und zum Abschluss der Hauptrunde: der Showdown mit Frankreich. Titelverteidiger. Siegen oder fliegen. Quasi ein Viertelfinale, wenn auch offiziell "nur" ein Hauptrundenspiel. Erstmals seit 28 Jahren schlug Deutschland die Franzosen bei einer EM - in absolut überzeugender Manier.
2. Deutschland hat gute Erinnerungen an Kroatien
Direkt vor der EM, also vor gerade einmal drei Wochen, holte sich das DHB-Team mit zwei Testspielen den Feinschliff für das Turnier. Der Gegner: Kroatien. Zwei Siege fuhr Deutschland ein, überzeugte dabei und schöpfte viel Selbstvertrauen. Beeindruckend: Auch im Hexenkessel von Zagreb vor über 15.000 Zuschauern behielt die DHB-Sieben die Nerven.
Natürlich darf Deutschland die Kroaten nicht auf die leichte Schulter nehmen, sich ob der zwei Testspielsiege in Sicherheit wähnen, aber dafür wird Trainer Alfred Gislason mit all seiner Erfahrung schon sorgen. Der Gegenüber des 66-Jährigen ist übrigens kein Unbekannter: Dagur Sigurdsson, ebenfalls Isländer - und 2016 Coach der Deutschen beim bislang letzten EM-Triumph.
3. Deutschland hat den "Heim"-Vorteil
Mit Sicherheit werden mehr deutsche Handball-Fans den Weg in die Jysge Bank Boxen finden. Aber nicht nur das. Während Deutschland seit Turnierbeginn in der alten Papierfabrik in Silkeborg residiert und nach Vor- und Hauptrunde bereits sieben Partien in der dänischen Handball-Hauptstadt Herning bestritten hat, trugen die Kroaten ihre Spiele im schwedischen Malmö aus.
Während das DHB-Team beim Siedler-von-Catan-Spielen sich "gegenseitig auf den Sack" ging und sich vom Handball ablenkte, wie Marko Grgic es formulierte, hieß es für Kroatien Koffer packen. Obendrein sah es der Spielplan vor, dass die Kroaten zwei Spiele in nur 24 Stunden absolvieren mussten, da die zweite Hauptrundengruppe einen Tag später begonnen hatte. Regenerationstechnisch ein klarer Nachteil.
4. Deutschland hat nicht nur auf dem Papier einen breiten Kader
Vor dem Turnier war viel die Rede vom breitesten Kader, den Deutschland je hatte. Und nach der Hauptrunde lässt sich konstatieren: Das stimmt! Zwar fehlt mit Kai Häfner nicht nur der beste deutsche Torschütze der laufenden HBL-Saison (151 Treffer, nur der dänische Welthandballer Mathias Gidsel hat mehr Tore erzielt), sondern auch der Spieler, der Deutschland das letzte Mal in ein EM-Finale geworfen hat - 2016 mit dem entscheidenden Tor in der Verlängerung gegen Norwegen.
Aber Bundestrainer Gislason braucht den 36-Jährigen gar nicht. Immer wieder kommen andere Spieler wie Kai aus der Kiste und drücken den Spielen ihren Stempel auf. Schluroff, Uscins, Köster, Semper. Jeder funktioniert mal. Und wenn vorne gar nichts läuft, hat man noch Andreas Wolff im Tor - einer von drei verbliebenen Europameistern von 2016. In der Hauptrunde waren dann Marko Grgic und gegen Frankreich Juri Knorr Matchwinner. Zwei Spieler, die zuvor eher unglücklich agiert hatten. Die Wetten, wer gegen Kroatien zum X-Faktor wird, werden ab sofort angenommen!
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