Mehr Spiele, mehr Geld, mehr Style: Das ist neu in der NHL
Am Dienstag beginnt die neue NHL-Saison - und zum Auftakt wartet direkt das Duell der beiden vergangenen Stanley-Cup-Sieger: Titelverteidiger Carolina Hurricanes empfängt die Florida Panthers.
29.09.2026 | 15:15 Uhr
Die Saison 2026/27 bringt aber nicht nur sportlich reichlich neue Geschichten. Mehr Spiele, mehr Geld und ein neuer Look prägen die beste Eishockey-Liga der Welt. Sky Sport blickt auf die wichtigsten Themen - und die deutschen Stars.
Von Ben Heckner
100-Millionen-Dollar-Schallmauer durchbrochen
Die NHL legt zu: Erstmals seit 1993/94 bestreiten alle 32 Teams wieder 84 statt 82 Hauptrundenspiele. Insgesamt steigt die Zahl der Partien in der Regular Season damit auf 1344. Auch finanziell erreicht die Liga neue Dimensionen. Der Salary Cap steigt von 95,5 Millionen auf 104 Millionen US-Dollar pro Team. Damit haben die Franchises deutlich mehr Spielraum für ihre Kader - und die Stars dürfen sich über entsprechend größere Verträge freuen.
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Und selbst abseits des Eises wird die NHL lockerer. Der klassische Anzugzwang ist Geschichte. Statt Jacket und Krawatte dürfen die Spieler bei ihrer Ankunft in der Arena deutlich mehr Persönlichkeit zeigen. Die NHL wird damit auch modisch ein Stück moderner - und die mittlerweile berühmten "Game Arrival"-Bilder dürften in dieser Saison noch bunter werden.
Edmonton und Babcock: Alles für den Stanley Cup
Sportlich führt auch in dieser Saison kaum ein Weg an den Edmonton Oilers vorbei. Mit Leon Draisaitl und Connor McDavid verfügt Edmonton weiterhin über zwei der besten Offensivspieler der Welt. Das Ziel ist eindeutig: Der Stanley Cup soll endlich wieder nach Edmonton.
Besonders im Fokus steht dabei der neue Mann hinter der Bande: Mike Babcock. Der 63-Jährige kehrt nach mehreren Jahren Pause als NHL-Headcoach zurück und ist eine der umstrittensten Trainerfiguren der Liga. In der Vergangenheit berichteten ehemalige Spieler immer wieder kritisch über seinen Umgang mit Profis. Gleichzeitig ist seine sportliche Vita außergewöhnlich: Mit Detroit gewann Babcock 2008 den Stanley Cup, mit Kanada zweimal Olympia-Gold. Er ist der einzige Trainer der Geschichte, der Stanley Cup, Olympia, WM und World Cup gewinnen konnte.
Nun soll er ausgerechnet Draisaitl, McDavid und Co. zum ganz großen Triumph führen. Babcock traf sich vor seiner Verpflichtung unter anderem mit den beiden Superstars - und sprach anschließend von einer gemeinsamen Vorstellung davon, was Edmonton verändern müsse, um endlich wieder den Cup zu holen.
Boston wird zur deutschen NHL-Hochburg
Kaum ein Team dürfte aus deutscher Sicht spannender werden als die Boston Bruins. Schon in seiner ersten Saison als Headcoach führte Marco Sturm die Bruins überraschend zurück in die Playoffs. 100 Punkte standen am Ende der Hauptrunde, ehe Boston in der ersten Runde an Buffalo scheiterte.
Nun bekommt Sturm noch mehr deutsche Unterstützung: Mit JJ Peterka und Lukas Reichel stehen gleich zwei deutsche Angreifer im Bruins-Kader. Zusammen mit Superstar David Pastrnak soll die German Connection dafür sorgen, dass Boston nicht nur erneut die Playoffs erreicht, sondern dort den nächsten Schritt macht. Nach der überraschend starken vergangenen Saison könnten die Bruins zu einem der spannendsten Teams im Osten werden.
Seider und Stützle müssen den nächsten Schritt machen
Auch für Moritz Seider und Tim Stützle wird die neue Spielzeit richtungsweisend. Sowohl die Detroit Red Wings als auch die Ottawa Senators befinden sich seit Jahren in der Aufbauphase. Seider ist längst der wichtigste Verteidiger der Red Wings, Stützle der zentrale Offensivspieler Ottawas. Ihre Teams müssen den nächsten Schritt machen, andernfalls droht, aus Entwicklung langsam Stagnation zu werden.
Nico Sturm mit der größten deutschen Cup-Chance?
Die besten Chancen auf den Stanley Cup dürfte aus deutscher Sicht Nico Sturm haben. Der zweimalige Stanley-Cup-Sieger geht mit den Minnesota Wild in die Saison, erreichte in der vergangenen Spielzeit die zweite Playoff-Runde. Minnesota gehört zu den Teams, denen im starken Westen ein tiefer Run zuzutrauen ist. Sturm kennt die entscheidenden Wochen der Saison bestens und soll mit seiner Erfahrung, seinem physischen Spiel und seinen Qualitäten am Bullypunkt eine wichtige Rolle übernehmen.
Deutlich schwieriger dürfte der Weg für Philipp Grubauer werden. Mit den Seattle Kraken ist zunächst einmal die Rückkehr in die Playoffs das große Ziel.
Mehr Spiele, mehr Geld, mehr Style - und aus deutscher Sicht so viele spannende Geschichten wie selten zuvor. Die Jagd auf den Stanley Cup kann beginnen.
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