Rebensburg bei Shiffrin-Sieg hauchdünn an Medaille vorbei

Zwölf Hundertstelsekunden fehlen auf Bronze

Viktoria Rebensburg fährt beim Reisenslalom auf Rang vier.
Image: Viktoria Rebensburg fährt beim Reisenslalom auf Rang vier.  © Getty

Trotz einer Aufholjagd im zweiten Durchgang hat Viktoria Rebensburg (Kreuth) ihre dritte Medaille im Riesenslalom bei Olympischen Spielen knapp verpasst. Nach Rang acht im ersten Lauf erreichte die als Topfavoritin gestartete Olympiasiegerin von Vancouver 2010 im Yongpyong Alpine Centre in 2:20,60 Minuten Rang vier. Auf die Bronzemedaille fehlten Rebensburg zwölf Hundertstelsekunden.

"Platz vier ist immer bitter. Dafür kriegt man nix", sagte die 28-Jährige enttäuscht. Silber holte etwas überraschend Norwegens Ragnhild Mowinckel vor Federica Brignone. Manuela Mölgg (beide Italien) fiel nach ihrer Bestzeit im ersten Durchgang noch auf den achten Platz zurück - das "Wunderkind" Shiffrin sank jubelnd in den Schnee.

Rebensburg hingegen ließ den Kopf hängen. Sie hatte es geahnt: Schon nach dem ersten Durchgang klopfte sie sich fassungslos mit der Faust auf den goldenen Helm. Bereits im Steilhang hatte sie Probleme gehabt, dann unterlief ihr drei Tore vor dem Ziel an einer Bodenwelle ein dicker Patzer. "Ich habe mehr oder weniger gestanden, das ist echt blöd", sagte sie. Fast eine halbe Sekunde habe sie dort verloren.

Der Olympia-Zeitplan im Überblick
Der Olympia-Zeitplan im Überblick

Wann fallen die Entscheidungen um die Medaillen? Hier gibt's die Übersicht:

Riesen-Aufholjagd bleibt aus

Ihr Rückstand auf die Spitze: 0,83 Sekunden, von Bronze trennten sie 0,54 Sekunden. Keine Welten, aber: es lagen ja auch sieben Rennläuferinnen vor ihr - zu viele. Obwohl Rebensburg bei allen ihren bisherigen Medaillenläufen das Feld von hinten aufgerollt hatte.

Bei ihrem Olympiasieg 2010 war sie nach dem ersten Lauf nur Sechste, Gold aber nur 0,35 Sekunden entfernt. 2014, als sie Bronze gewann, kämpfte sie sich von Rang sechs noch zur Medaille, auf die sie vor dem Finale sogar 0,71 Sekunden Rückstand gehabt hatte. Ihr Meisterstück lieferte Rebensburg bei der WM 2017, als sie 0,99 Sekunden hinter dem Silberrang Elfte war - und Zweite wurde. Eine Wiederholung in Yongpyong gelang ihr nicht, obwohl ihr legendärer Kampfgeist aufblitzte.

Gut stürzt und räumt Fotografen ab

Sie wolle jetzt nicht groß rumrechnen, hatte Rebensburg mit Blick auf das Finale gesagt, aber: "Es ist immer was drin. Es gibt eine neue Chance, ich werde hart angreifen. Der Abstand ist mir egal." Der Hang und der Schnee, betonte sie, lägen ihr, "es ist super zu fahren, da kann man angreifen". Das tat sie, aber vergebens.

Mehr Olympia

Auch andere starke Rennläuferinnen verspielten ihre Chancen in Lauf eins. Weltmeisterin Tessa Worley (Frankreich) hatte als 14. bereits zu viel Rückstand, sie wurde Siebte. Lara Gut aus der Schweiz stürzte und räumte einen deutschen Fotografen ab - beide blieben unverletzt. (sid)