Der Grundstein zur WM ist gelegt - auch dank Nationaltrainer Nagelsmann!

Am Sonntag steigt das DFB-Team ins WM-Geschehen ein - mit guten Voraussetzungen für einen guten Start und eine gute Gruppenphase. Und das liegt nicht nur an den vermeintlich leicht zu lösenden Aufgaben.

Sky Sport Reporter Kerry Hau berichtet aus den USA über die deutsche Nationalmannschaft.
Image: Sky Sport Reporter Kerry Hau berichtet aus den USA über die deutsche Nationalmannschaft.  © Imago

Die Stimmung in der Mannschaft ist so gut wie lange nicht. Einen wichtigen Anteil daran, ebenso wie an der reibungslosen Vorbereitung, hat auch Julian Nagelsmann.

Ein Kommentar aus dem WM-Quartier des DFB-Teams in Winston-Salem von Kerry Hau

Ausgiebig diskutierte Fußball-Deutschland in den vergangenen Monaten über die Personalie Julian Nagelsmann.

Es gab berechtigte Kritik am Bundestrainer - oder besser gesagt: an dessen Kommunikation. Sorgte zunächst sein Umgang rund um die März-Länderspiele mit Publikumsliebling Deniz Undav für Irritationen, warf vor der Nominierung des WM-Kaders die Art und Weise der Degradierung von Oliver Baumann im Zuge der Rückholaktion von Manuel Neuer Fragen auf.

WM 2026: Fakten zur deutschen Nationalmannschaft

  • Gruppe: E
  • Gruppengegner: Curaçao, die Elfenbeinküste, Ecuador
  • Trainer: Julian Nagelsmann
  • Kapitän: Joshua Kimmich
  • WM-Teilnahmen: 21
  • Weltmeister-Titel: 4 (1954, 1974, 1990, 2014)

Starke Form und beste Stimmung

Die positive Nachricht kurz vor dem WM-Start gegen Curacao am Sonntag in Houston: Nagelsmann hat zumindest vorübergehend die richtigen Schlüsse daraus gezogen und seit der Zusammenkunft der Mannschaft in Herzogenaurach vor etwas mehr als zwei Wochen dazu beigetragen, den Grundstein für einen guten Turnierstart zu legen.

Die Stimmung im deutschen WM-Quartier in Winston-Salem? Ausgelassen. Harmonisch. Familiär. Das liegt in erster Linie daran, dass sich die Mannschaft sportlich von einer zufriedenstellenden Seite präsentiert.

Nagelsmann sorgt für Ruhe und Selbstvertrauen

Neben den Testspiel-Siegen gegen Finnland (4:0) und die USA (2:1) lassen auch mehrere intensive Trainingseinheiten das Team mit Selbstvertrauen ins Turnier starten - und kaum Zweifel am zehnten Länderspiel-Sieg in Folge aufkommen. Abwehr-Star Nico Schlotterbeck: "Wir sind bereit. Und wir haben Lust, zu zeigen, was in uns steckt!"

Wäre da nicht dieser eine Wermutstropfen - die bittere Verletzung von Shootingstar Lennart Karl - gewesen, könnte fast schon von einer perfekten Vorbereitung die Rede sein. Nagelsmanns Anteil daran ist nicht kleinzureden. Denn er hat - mithilfe von Sportchef Rudi Völler - mit schlüssigen Argumentationen für Ruhe gesorgt, vor allem das öffentlich breit diskutierte Torwartthema abmoderiert und auch sonst keinerlei Nebengeräusche, insbesondere keine politischen Debatten wie vor Katar, zugelassen.

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Eingespielte Startelf zum Auftakt

Wenn Nagelsmann in den vergangenen Wochen zu hören war, dann vor allem lautstark auf dem Trainingsplatz. In Interviews und auf Pressekonferenzen hielt er sich für seine Verhältnisse zurück. Und das Wichtigste: Er verzichtete auf unnötige taktische oder personelle Experimente.

Die Stammelf für den WM-Start ist in weiten Teilen klar: Im Tor steht Manuel Neuer, die Außenverteidiger-Positionen bekleiden Joshua Kimmich und Nathaniel Brown, das Abwehrzentrum bilden Jonathan Tah und Nico Schlotterbeck, davor starten Aleksandar Pavlovic und Felix Nmecha, und vorne wirbeln Leroy Sane, Florian Wirtz, Jamal Musiala sowie Kai Havertz. Von der Bank drängen sich hungrige Spieler wie David Raum, Leon Goretzka, Deniz Undav oder Jamie Leweling auf.

DFB-Team - der WM-Fahrplan

Datum Termin
21. Mai Nominierung des WM-Kaders
23. Mai DFB-Pokalfinale
27. Mai Start 1. WM-Trainingslager (Herzogenaurach)
30. Mai Champions-League-Finale
31. Mai Testspiel gegen Finnland (Mainz)
2. Juni Start 2. WM-Trainingslager (Chicago)
6. Juni Testspiel gegen die USA (Chicago)
8. Juni Bezug des WM-Quartiers (Winston-Salem)
11. Juni WM-Eröffnungsspiel
14. Juni 1. WM-Gruppenspiel gegen Curacao (Houston)
20. Juni 2. WM-Gruppenspiel gegen Elfenbeinküste (Toronto)
25. Juni 3. WM-Gruppenspiel gegen Ecuador (East Rutherford)

Gute Stimmung und Teamgeist

Deutschland zählt damit zwar nicht zu den Top-Favoriten bei dieser WM, wie auch die Spieler selbst wissen und öffentlich regelmäßig betonen. Kann die vielversprechende Stimmung - erzeugt durch gemeinsame Freizeitaktivitäten wie Cafe-Hopping durch Chicago, Pool-Planschen in Winston-Salem oder UNO-Battles im Teambus - mit ins Turnier genommen und stetig verbessert werden, ist dieser Truppe mit ihrer zweifellos vorhandenen Qualität aber auch an einem guten Tag zuzutrauen, über sich hinauszuwachsen und auch einen Titel-Anwärter wie Frankreich zu schlagen.

Wie Kapitän Joshua Kimmich sagte: "Es geht bei einem großen Turnier nicht zwingend darum, die besten Spieler zu haben. Es geht darum, die beste Mannschaft zu sein." Diese Truppe hat nach den Eindrücken der Vorbereitung das Potenzial, eine der besten Mannschaften zu werden. Am Sonntag bietet sich eine sehr gute Chance auf einen sehr guten Start.

Mehr zum Autor Kerry Hau

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