McNulty überrascht die Favoriten: US-Profi ist neuer Straßenrad-Weltmeister
Mit einer Überraschung endeten die Straßenrad-Weltmeisterschaften in Montréal. Der US-Amerikaner Brandon McNulty sicherte sich im Straßenrennen den Titel und krönte sich erstmals in seiner Karriere zum Weltmeister.
27.09.2026 | 21:34 Uhr
Ohne Titelverteidiger Tadej Pogacar nutzte Brandon McNulty seine Chance. Der Amerikaner triumphierte vor hochkarätiger Konkurrenz und schrieb Radsport-Geschichte.
US-Radprofi Brandon McNulty hat überraschend das Straßenrennen der WM in Montreal gewonnen und den verletzten Superstar Tadej Pogacar im Regenbogentrikot abgelöst. Der 28-Jährige verwies zum Abschluss der Titelkämpfe in Kanada nach 273,4 km den Australier Michael Matthews und Ex-Weltmeister Mathieu van der Poel aus den Niederlanden auf die Plätze und sicherte sich sensationell seinen ersten WM-Titel. McNulty ist der erste US-Weltmeister seit Lance Armstrong im Jahr 1993.
"Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll", sagte McNulty mit Tränen in den Augen: "Ich habe einfach weiter Gas gegeben. Ich habe heute früh mit meiner Frau darüber gescherzt. Es ist wie ein Wunder." McNulty ist der erste US-Weltmeister seit Lance Armstrong im Jahr 1993. Der Slowene Pogacar, Weltmeister von 2024 und 2025 und im Alltag McNultys Teamkollege, konnte seinen Titel aufgrund einer bei der Vuelta erlittenen Sturzverletzung nicht verteidigen.
Lipowitz ohne Chance
Die sechsköpfige deutsche Mannschaft um Florian Lipowitz hatte wie erwartet nichts mit der Entscheidung zu tun. Das Warten auf den ersten deutschen Weltmeister im Straßenrennen seit Rudi Altig 1966 geht weiter. Lipowitz, im Vorjahr Gesamtdritter der Frankreich-Rundfahrt, war nach einem Sturz bei der Tour im Juli erst kürzlich ins Renngeschehen zurückgekehrt und hatte keine realistische Siegchance.
Lipowitz verlor in der vorentscheidenden Phase rund 75 km vor dem Ziel den Anschluss an die Favoriten und erreichte das Ziel mit 7:02 Minuten Rückstand auf dem 47. Platz. Bester Deutscher wurde Ex-Meister Georg Zimmermann (38./+6:48). "Es war ein super harter Tag. Mir hat einfach ein bisschen der Punch gefehlt. Die letzte Stunde war heute einfach zu lang für mich", sagte Lipowitz im ZDF: "Aber ich bin trotzdem super happy, hier ins Ziel zu kommen."
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