Manchester City droht Eigentümer-Zwangsverkauf: Aufsichtsbehörde mit brisanter Aussage
Manchester City droht im Zuge des Finanzskandals im Extremfall ein Eigentümer-Zwangsverkauf. Der Chef der englischen Fußball-Aufsichtsbehörde IFR erklärte, dass Eigentümer zum Rückzug aus einem Klub aufgefordert werden können.
21.10.2026 | 11:05 Uhr
Der Fall Manchester City könnte eine neue Dimension erreichen. Neben Geldstrafen, Punktabzügen oder einem Zwangsabstieg steht nun erstmals auch die Zukunft der Eigentümer zur Debatte.
Im langjährigen Finanzstreit um Manchester City hat die englische Fußball-Aufsicht eine bemerkenswerte Möglichkeit ins Spiel gebracht.
David Kogan, Vorsitzender der Regulierungs- und Aufsichtsbehörde IFR für Schutz und Nachhaltigkeit im englischen Fußball, erklärte im Podcast The Rest is Football, dass seine Behörde unter bestimmten Umständen sogar einen Rückzug von Klub-Eigentümern verlangen könne.
"Wenn wir zu der Auffassung gelangen, dass ein Klub auf eine Weise geführt wird, die weder geeignet ist noch fair oder mit der nötigen Korrektheit erfolgt, haben wir die absolute Macht, Eigentümer aufzufordern, sich von einem Klub zurückzuziehen." Auf die Frage, ob sich Eigentümer einer solchen Aufforderung widersetzen könnten, antwortete Kogan unmissverständlich: "Nein.". Damit steht erstmals auch ein erzwungener Verkauf von Manchester City im Raum.
Premier League sprach Manchester City schuldig
Der englische Spitzenklub steht seit Jahren unter Verdacht, gegen nationale und internationale Finanzregeln verstoßen zu haben. Ende September sprach die Premier League den Vizemeister schuldig, zwischen 2009 und 2018 in rund 100 Fällen massiv gegen Finanzvorschriften verstoßen zu haben.
Die Cityzens weisen sämtliche Vorwürfe weiterhin zurück und legten fristgerecht Einspruch gegen den Liga-Beschluss ein. Scheich Mansour bin Zayed al-Nahyan hatte City im Jahr 2008 für rund 200 Millionen Euro übernommen.
Seitdem entwickelte sich der Klub dank milliardenschwerer Investitionen zu einer der erfolgreichsten Mannschaften Europas. Schätzungen zufolge flossen rund zwei Milliarden Euro in Transfers. Das Wirtschaftsmagazin Forbes taxierte den Wert des Klubs zuletzt auf rund 4,9 Milliarden Euro.
Welche Strafen sind möglich?
Bislang konzentrierte sich die Diskussion vor allem auf sportliche und finanzielle Konsequenzen. Im Fall einer endgültigen Verurteilung werden hohe Geldstrafen, Punktabzüge oder sogar ein Zwangsabstieg diskutiert. Ein möglicher Eigentümerwechsel war dagegen bislang kein Bestandteil der Debatte.
Die Aussagen von Kogan haben dieses Szenario nun erstmals öffentlich gemacht.
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