Alexander Zverev wirkt vor dem Wimbledon-Finale gegen Jannik Sinner stärker denn je

Vor einem Jahr sprach Alexander Zverev in Wimbledon noch offen über mentale Probleme und verlorene Freude am Tennis. Heute steht er im Finale und wirkt stärker denn je.

Alexander Zverev beim Final-Einzug in Wimbledon.
Image: Alexander Zverev steht erstmals in seiner Karriere im Wimbledon-Finale.  © Imago

Wer hätte das vor einem Jahr gedacht?

Alexander Zverev war gerade in der ersten Runde von Wimbledon knapp in fünf Sätzen an dem Franzosen Arthur Rinderknech gescheitert und lieferte eine denkwürdige Pressekonferenz. Zverev sprach offen über seine mentalen Probleme, die verlorene Lust am Tennis und einem dunklen Punkt in seinem Leben.

Zwölf Monate später sieht die Welt ganz anders aus: Zverev hat sich aus dieser Krise mehr als befreit. Er hat sich Träume erfüllt und ist der Tennisspieler, der er sein will.

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French-Open-Triumph hat alles verändert

Der Grand-Slam-Triumph in Paris hat alles verändert. Zverev muss niemandem mehr etwas beweisen. Der Rucksack des "Unvollendeten" ist abgeschüttelt. Roland Garros war die Erfüllung seiner Sehnsucht und nun kann der 29-Jährige viel befreiter aufspielen. Er ist hungrig und will mehr und genau das sehen wir bei diesem Wimbledon-Turnier.

Der Sieg gegen seinen vorherigen Angstgegner Taylor Fritz war eine perfekte Darbietung seines neuen Power-Tennis und im Halbfinale gegen den Lokalmatador Arthur Fery hat Zverev daran anknüpfen können. Kriegt er nun auch solch einen Leistung im großen Finale gegen Jannik Sinner auf dem Centre Court hin - in seinem ersten Wimbledon-Endspiel?

Ich sage ja. Zverev serviert traumwandlerisch sicher, seine Vorhand läuft so aggressiv durch wie noch nie, seine Court-Position ist nun auch auf Rasen deutlich weiter vorne. Gegen Jannik Sinner hat er die letzten neun Duelle verloren, dazu die letzten sechs Partien jeweils ohne Sinner einen Satz abzuringen.

Start als wichtiger Faktor

Ein guter Start wird für Zverev sehr wichtig sein, um Sinner zu signalisieren, dass sich in diesem Match-up nun wieder etwas verändert hat. Sinner spielt jetzt gegen den Grand-Slam-Champion Zverev, der mit einem völlig anderen Selbstbewusstsein daherkommt. Dieses Selbstbewusstsein muss Sinner auch in den engen Situationen spüren und dann kann dieses Finale auch ein richtiges Duell werden, in dem Zverev Sinner an sein Limit bringt.

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Es geht nur mit viel Mut, der Aggressivität auf die direkten Punkte zu gehen und auf den Longline-Schuss zu gehen. Zverev hat es gegen Fritz bereits gezeigt, aber Sinner ist die ultimative Herausforderung. Zverev brennt darauf. Er will Sinner sein neues offensives Spiel aufzwingen und ihn so richtig challengen.

Das sind für mich beste Voraussetzungen für ein episches Endspiel und so kann Zverev Sinner endlich mal wieder in einen richtigen Battle reinziehen, das Spiel auf eine sehr physische Ebene bringen und am Ende vielleicht sogar triumphieren.

Anschnallen liebe Tennisfans, das wird eine wilde Fahrt mit diesem Sascha Zverev auf einem völlig neuen Level.

Mehr zum Autor Paul Häuser

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