Michael Stich hat das frühe Scheitern von Alexander Zverev in Wimbledon in der dritten Runde gegen Matteo Berrettini analysiert und die Gründe für das Aus zusammengefasst.
"Berrettini hat Emotionen zugelassen, du siehst ihm diese Freude und das Glücksgefühl an. Es ist das, was ich bei Zverev wieder vermisst habe. Er spielt gutes Tennis, macht auch immer wieder einen Schritt nach vorne, aber am Ende gewinnt er dieses Match nicht. Berrettini hat ja nicht so viele Matches gewonnen, dass er unschlagbar wäre, gerade mit den Waffen, die Zverev hat. Aber es reichte nicht, weil diese Emotionalität diesen kleinen Unterschied gemacht hat", erklärte der Tennis-Experte im Sky Podcast Maddog und Wingman.
Stich kritisiert Zverev deutlich
Zverev war mit großen Hoffnungen auf ein erfolgreiches Turnier an die Church Road gereist, musste sich Berrettini aber in glatt in drei Sätzen geschlagen geben, wobei die Sätze zwei und drei im Tiebreak an den Italiener gingen. Der gebürtige Hamburger hatte im gesamten Match nur einen einzigen Breakball und schaffte es nicht, seinem Gegenüber den Aufschlag abzunehmen. Stich kritisierte Zverev für seine Herangehensweise.
"Du musst auf Rasen beim Return auch mal gambeln. Wenn jemand immer gut nach außen serviert, dann musst du dich halt mal zwei Meter weiter nach außen stellen und die Mitte aufmachen und anbieten. Es geht dabei nicht darum, den Punkt zu gewinnen, sondern die Sichtweise des Gegners zu verändern und ihn dazu zu bringen, sich etwas Neues zu überlegen. Das hat Zverev nicht gemacht, er ist immer bei der gleichen Routine geblieben und stand in der Mitte zwei Meter hinter der Grundlinie", so der Wimbledon-Champion von 1991.
Stich sieht feinen Unterschied
Daher konnte Stich auch die positive Analyse von Zverev selbst unmittelbar nach dem Aus nicht nachvollziehen. "Du gehst vom Platz und sagst, dass du zwar gut gespielt hast, aber nichts machen konntest. Das wäre mir aber einen Tick zu wenig, wenn ich nicht mal wenigstens was versucht habe", meinte der 54-Jährige. Stich sah zudem einen weiteren entscheidenden Unterschied zwischen Zverev und den Topspielern auf Rasen.
"Berrettini ist jemand, der dem Gegner nach dem Aufschlag immer das Gefühl vermittelt, dass er einen Schritt nach vorne geht und dem Ball entgegenkommt. Zverev serviert den ersten Aufschlag und macht dann den Schritt zurück, weil er sich in der tieferen Position dann einfindet. Mental macht das einen Riesenunterschied, weil der Gegner beim Return den Ball nur zurück chippen muss, um in den Ballwechsel zu kommen. Das ist der feine Unterschied. Und Zverevs Anspruch muss es nun mal sein, dieses Spiel zu gewinnen", so Stich.
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