Kommentar: Zverev ist die Nummer eins der Welt – und hat sie sich verdient
Alexander Zverev ist Weltranglistenerster. Nach Grand-Slam-Titeln, außergewöhnlicher Konstanz und jahrelangem Kampf gegen Rückschläge hat sich der Deutsche seinen Platz an der Spitze des Tennissports mehr als verdient.
29.10.2026 | 21:00 Uhr
Mit dem Sprung auf Platz eins der Tennis-Weltrangliste hat Alexander Zverev Geschichte geschrieben. Die Diskussion darüber, ob er die Nummer eins sein sollte, ist dabei überflüssig. Die Zahlen haben längst geantwortet. Ein Kommentar von Sky Sport Reporter Paul Häuser.
"Die Tabelle lügt nicht", heißt es immer wieder in der Bundesliga.
Diese Floskel gilt noch viel mehr für die Tennis-Weltrangliste. Alexander Zverev hat ihn nun, den so heiß begehrten Platz an der Sonne und er hat sich diese Position mit enormer Disziplin, Willenskraft und mentaler Stärke hart erarbeitet.
Zverev ist immer wieder drangeblieben, auch nach heftigen Rückschlägen. Als die Chance plötzlich da war, hat Zverev überragend zugepackt, bei den French Open und bei den US Open. Er hat zwei Grand-Slam-Turniere abgeräumt und ist damit der beste Spieler der Saison. Der 29-Jährige spielt die beste Saison seiner Karriere und belohnt sich für all die Mühen, die er sein Leben lang mit seiner Familie, seinem Team investiert hat.
Zverev ist der fitteste Spieler der Welt
Er ist der beste Spieler der Welt, weil eben auch der fitteste Spieler der Welt. Ausgerechnet er, der Diabetiker. Seine großen Kontrahenten Carlos Alcaraz und Jannik Sinner sind abwechselnd längere Zeit verletzt ausgefallen, Zverev dagegen war immer da.
Die Tennis-Weltrangliste ist ein sehr interessantes, ein sehr ehrliches, aber auch ein sehr kompliziertes Konstrukt. Berechnet werden die Ergebnisse der Spieler aus den letzten 52 Wochen, nicht nur aus dem jeweiligen Kalenderjahr. Punkte aus dem Vorjahr müssen somit verteidigt werden, wenn man sich nicht verschlechtern möchte.
Die Rechnung, wann sich denn nun Alexander Zverev an Jannik Sinner vorbeischiebt, und die Spitze übernimmt, war besonders komplex. So komplex, dass sich sogar die ATP, die offizielle Tennis-Tour, verrechnete und zusätzlich für Verwirrung sorgte.
Voraussetzungen für eine lange Verweildauer an der Spitze sind gut
Nun hat es Zverev offiziell geschafft und die Rechnerei geht nun darum, wie lange er sich wohl ganz oben an der Spitze halten kann. Die Vorrausetzungen für eine lange Verweildauer als "Top of the Pops" sind gar nicht so schlecht für Zverev. Jannik Sinner kehrt erst zur neuen Saison wieder zurück und hat dann noch fünf Masters-Titel zu verteidigen. Und auf Carlos Alcaraz hat sich Zverev bereits einen gehörigen Puffer an Punkten aufgebaut.
Boris Becker war die letzte deutsche Nummer eins bei den Herren 1991, damals für insgesamt zwölf Wochen. Ich glaube, Zverev wird diesen Rekord deutlich knacken. Vielleicht kommt er am Ende sogar an die 34 Wochen von Angelique Kerber heran. In jedem Fall hat er erneut deutsche Sportgeschichte geschrieben.
Er ist derzeit der beste Spieler der Welt, denn die Tabelle lügt nicht.
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