Tennis News: DTB-Frauen scheitern beim Billie Jean King Cup in Kasachstan
"Herz und Leidenschaft" reichen nicht! Kerber & Co. im Abstiegskampf
20.04.2022 | 17:55 Uhr
Abstiegskampf statt Titelchance: Das deutsche Tennisteam um Angelique Kerber scheitert trotz "Herz und Leidenschaft" in Kasachstan.
Nach der anstrengenden und erfolglosen Dienstreise ins weit entfernte Kasachstan versuchte Angelique Kerber, sich selbst den Trip schönzureden. Nein, ein optimaler Turnierplan sehe anders aus, aber sie sei mit "Herz und Leidenschaft" dabei gewesen: "Ich kann mir nichts vorwerfen."
Die 1:3-Niederlage in Nur-Sultan und somit den Abstiegskampf im früheren Fed Cup, der heute nach der großen Billie Jean King benannt ist, konnte sie aber nicht abwenden. Zweimal kämpfte Kerber über drei Sätze, ließ ihr "Herz auf dem Platz" und war daher "umso enttäuschter, dass es nicht geklappt hat".
Kerber mit hoher Auftakthürde bei Turnier in Stuttgart
In dieser Woche soll es besser klappen, doch auch beim Turnier in Stuttgart wartet bereits in der ersten Runde eine hohe Hürde auf Kerber. Ihr wurde die Weltranglistensechste Anett Kontaveit (Estland) zugelost, gegen die sie aber bislang erst eines von fünf Matches gewonnen hat. "Es ist keine einfache erste Runde. Ich schaue aber nicht so auf die Auslosung, sondern darauf, dass ich mein bestes Tennis spiele und das hier genieße", sagte Kerber am Montag.
In Kasachstan war die dreimalige Grand-Slam-Siegerin aus Kiel trotz allem die Hoffnungsträgerin in einem Team, das ohne sie kaum den Anspruch hat, unter den Top-Nationen mitzumischen. Doch Kerber hätte auf dem ungeliebten Sand über sich hinauswachsen müssen, um die variable Julia Putinzewa und die kraftvolle Jelena Rybakina zu bezwingen.
Immerhin steigerte sie sich: Nach dem 6:3, 3:6, 2:6 gegen Putinzewa hatte sie den Sieg gegen die Weltranglisten-19. Rybakina schon vor Augen, schlug im dritten Satz zum Matchgewinn auf, verlor aber 6:4, 3:6, 5:7. Da zuvor Laura Siegemund (Metzingen) gegen die kasachische Topspielerin chancenlos war (0:6, 1:6), reichte es nicht für das Finalturnier im Herbst (8. bis 13. November).
Kerber kündigt Teilnahme im Abstiegskampf an
Stattdessen heißt es Abstiegskampf. Wie Kerber am Montag durchblicken ließ, dürfte sie dann am Ende einer langen Saison wieder mitmischen. "Ich habe letztes Jahr die Finals in Prag mitgespielt und werde jetzt auch dabei sein. In guten wie in schlechten Zeiten", sagte sie: "Ich bin stolz, für dieses Land zu spielen. Vielleicht haben wir dieses Mal etwas Glück mit der Auslosung und dürfen zuhause antreten."
Nach Nur-Sultan wird das Tennis für die 34-Jährige nun wieder zum Einzelsport - mit großen Aufgaben, denn bislang läuft ihre Saison alles andere als optimal. Die Vorbereitung hatte eine Coronainfektion gestört, danach verließ Kerber nur in Indian Wells zweimal als Siegerin den Platz. Die Spiele in Kasachstan sah sie daher trotz der Enttäuschungen als Fortschritt, den es beim "Heimspiel" in Stuttgart zu untermauern gilt. Das hochklassig besetzte Turnier hat sie schon zweimal gewonnen - 2015 und 2016. Auch damals mit Herz und Leidenschaft.
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