Wimbledon: Alexander Zverev vor Härtetest gegen Matteo Berrettini
Enge Prognosen: Rasenspezialist als erster Prüfstein für Zverev
08.07.2023 | 09:17 Uhr
Alexander Zverev bekommt es in der 3. Runde von Wimbledon mit Matteo Berrettini zu tun. Der Italiener ist ein echter Rasenspezialist und stand 2021 an der Church Road sogar im Finale. Die Sky Wimbledon-Kommentatoren Stefan Hempel und Marcel Meinert erwarten ein ganz heißes Duell.
Trotz erstem Satzverlust und einem Wortgefecht mit dem Stuhlschiedsrichter gewann Zverev sein Zweitrundenmatch letztendlich souverän. Nach dem niederländischen Qualifikanten Gijs Brouwer zum Auftakt war auch der japanischen Lucky Loser Yosuke Watanuki letztendlich kein Stolperstein für den 26-jährigen Hamburger.
"Zverev muss sich gegen die großen Namen zwar schon noch steigern, aber er ist zügig durch seine ersten beiden Matches gekommen und konnte da Kraft sparen. Er hat den Fokus über lange Zeit hochgehalten, ist auch geduldig geblieben, als seine Gegner gute Phasen hatten. Das zeichnet einen Topspieler aus", analysierte Sky Wimbledon-Kommentator Stefan Hempel, der Zverevs Zweitrundenduell begleitete.
Berrettini trumpft auf
Bereits am Samstag muss Zverev wieder ran, und zwar gegen Matteo Berrettini (3. Match auf Court 1). "Er hat einen überraschend guten Eindruck bislang hinterlassen. Berrettini war vor Wimbledon fast drei Monate lang nicht in Erscheinung getreten, hatte sich in Monte-Carlo mal wieder verletzt und sein Comeback in Stuttgart auf Rasen war völlig missglückt. Berrettini wusste selbst nicht, ob er überhaupt in Wimbledon antreten könnte", meinte Sky Wimbledon-Kommentator Marcel Meinert, der Berrettinis Dreisatzsieg in Runde zwei gegen Alex de Minaur (AUS/15) verfolgte.
"Berrettini hat davon profitiert, dass seine Erstrundenpartie gegen Lorenzo Sonego aufgrund der Unterbrechung wegen Dunkelheit geteilt wurde. Und gegen de Minaur hat er ein blitzsauberes Match gespielt, da hat wirklich alles gepasst. Mit seinem starken Rasentennis ist er 2021 auch bis ins Finale gekommen. Er hat einen super Aufschlag und eine der druckvollsten Vorhände auf der Tour. Mir hat auch sein Spiel am Netz in den ersten beiden Runden gut gefallen, obwohl er da sogar noch Luft nach oben hat", so Meinert weiter.
Zverev kennt Berrettini gut
Die Stärken und Schwächen von Berrettini kennt Zverev ganz genau. Bruder Mischa verriet bei Sky, dass Alexander erst vor ein paar Tagen mit dem 27-Jährigen trainiert habe und sich so auf seinen nächsten Gegner schon ein wenig einstellen konnte. Die Bilanz spricht mit 4:1 auch klar für den Deutschen. Alle Matches fanden allerdings zwischen 2018 und 2021 bereits statt, ein direktes Duell auf Rasen gab es bisher nicht.
"Mich hat es gar nicht überrascht, dass er so stark spielt. Ich hatte schon vor dem Turnier gedacht, dass er in die dritte Runde kommt. Er hat einen Aufschlag mit 230 km/h, hat mit die stärkste Vorhand überhaupt und einen tollen Rückhand-Slice. Ich habe Berrettini in der dritten Runde erwartet", sagte Alexander Zverev am Sky Mikrofon und fügte noch hinzu: "Ich fühle mich physisch ordentlich. Gegen Matteo wird es aber ein sehr schwieriges Match. Das ist mir bewusst."
Zverev leicht favorisiert
Für Zverev wird geht es darum, dem Spiel seinen Stempel aufzudrücken und viele Returns zurück ins Feld zu bringen, um in die Ballwechsel zu kommen. "Auf seinen Aufschlag konnte er sich zudem über weite Strecken bislang verlassen. Gegen Berrettini wird er diesen auch brauchen. Ich denke, dass Zverev den Vorteil hat, dass er trotz der engen Taktung vom Zeitplan her der frischere Spieler ist. Außerdem spielt er so gut wie nie auf seinem schlechtesten Belag und zeigt kaum Schwankungen", analysierte Hempel.
Er sieht die deutsche Nummer eins vor dem Duell leicht favorisiert. "Berrettini fühlt sich in Wimbledon sichtlich wohl. Das wird der erste echte Prüfstein für Zverev. Er muss seinen Fokus weiter schärfen und vor allem in den wichtigen Momenten clever spielen. Gelingt ihm das, hat er gute Chancen. Aber natürlich wird auch die Tagesform eine Rolle spielen. Ich denke, dass Zverev das Ding knapp ziehen wird: Zverev in 5."
Duell mit Alcaraz möglich
Auch Meinert glaubt an einen positiven Ausgang aus deutscher Sicht: "Man kann schon sagen, dass Berrettini nach den Eindrücken aus den ersten Runden in Wimbledon auf dem Weg zurück zu alter Klasse ist. Er muss das jetzt aber auch konstant unter Beweis stellen. Die Frage ist auch, wie sein Körper die Belastungen wegsteckt. Aber in Top-Form ist das ein komplett offenes Match, da muss sich der Deutsche ganz schön in Acht nehmen. Dennoch sage auch ich: Zverev in 5."
Sollte Zverev die Hürde Berrettini nehmen, würde auf den letzten verbliebenen deutschen Spieler im Turnier als "Belohnung" im Achtelfinale entweder Nicolas Jarry (CHI/25) oder US-Open-Champion Carlos Alcaraz (ESP/1) warten.
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