Morgan Rogers, Elliot Anderson & Co.: PL-Klubs im Transferrausch
Die Klubs aus der höchsten englischen Spielklasse haben bereits mehr als 1,5 Milliarden Euro für neue Spieler ausgegeben.
22.07.2026 | 23:54 Uhr
137 Millionen Euro für Morgan Rogers, fast genauso viel für Elliot Anderson: Die englische Premier League geht auf dem Transfermarkt mal wieder in die Vollen.
Elliot wer? Morgan wie? Dies dürften sich einige deutsche Fußballfans, die Englands Partien im WM-Frust nicht aufmerksam verfolgen wollten, gefragt haben, als der englische Transferrekord zweimal in drei Wochen fiel. Im Fahrwasser der Weltmeisterschaft geben die milliardenschweren Premier-League-Klubs fast so viel Geld wie alle anderen Top-Ligen zusammen aus - und die Bundesliga kann einmal mehr nur staunen.
Erst avancierte Elliot Anderson Anfang Juli mit seinem 135-Millionen-Euro-Wechsel von Nottingham Forest zu Manchester City zum teuersten Engländer der Ligageschichte, am Dienstag löste ihn sein Nationalmannschaftskollege Morgan Rogers ab, für den der FC Chelsea stolze 137,30 Millionen Euro an Aston Villa zahlt. Insgesamt steht die englische Eliteklasse über einen Monat vor Schluss des Transferfensters bereits bei Ausgaben von 1,55 Milliarden Euro.
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Premier League im Ausgabenbereich weit enteilt
Zum Vergleich: Die Bundesliga (434,65 Mio.), Italiens Serie A (589,40 Mio.), die Ligue 1 aus Frankreich (252,95 Mio.) und die spanische La Liga (307,10 Mio.) haben laut transfermarkt.de zusammen (!) bis dato nahezu genauso viel investiert - nur geringfügig mehr. Es ist derweil nicht auszuschließen, dass die Premier League den im vergangenen Sommer aufgestellten Liga-Ausgabenrekord von 3,60 Milliarden Euro verbessert, denn bis zum 31. August darf weiter fleißig gehandelt werden.
Diese Entwicklung ist natürlich keineswegs neu. Schon seit Jahren können englische Vereine aggressiver als ihre europäische Konkurrenz auf dem Transfermarkt zuschlagen, weil ihnen die TV-Verträge wesentlich mehr Geld in die Kassen spülen. So hat ein Verein wie Brighton & Hove Albion, Europapokalstarter, aber keinesfalls Meisterkandidat, bereits 126,40 Millionen Euro für Zugänge aufgewendet und übertrifft damit den deutschen Spitzenreiter FC Bayern klar (103,45 Millionen Euro).
60 Millionen für Manzambi beinahe schon PL-Alltag
Für Marokkos WM-Star Ismael Saibari (kam von der PSV Eindhoven) und Nationalspieler Nathaniel Brown (Eintracht Frankfurt) mussten die Bayern je 50 Millionen Euro locker machen - eine Summe, die in England schon zum guten Ton gehört. Auch der bisherige Bundesliga-Rekordtransfer des Sommers, der Abgang der Schweizer WM-Entdeckung Johan Manzambi vom SC Freiburg zu Aston Villa, gilt mit 60 Millionen Euro für Insel-Verhältnisse dann doch eher als gewöhnliches Investment.
Derweil verpflichtete auch Newcastle United den ivorischen WM-Fahrer Bazoumana Toure von der TSG Hoffenheim für 50 Millionen Euro, Tottenham Hotspur holte Luka Vuskovic von der Leihe beim Hamburger SV zurück, um ihn für 54 Millionen Euro nach Brighton zu verkaufen. Überhaupt agierte Tottenham nach dem Beinahe-Abstieg in der Vorsaison mit Ausgaben von 267 Millionen Euro bislang als der "Big Spender", um den Kader auf Vordermann zu bringen.
Mit den Verpflichtungen von Sandro Tonali (für 109 Mio. von Newcastle) und Mateus Fernandes (für 99 Mio. von West Ham United) belegen die Spurs bei den bisherigen Top-Transfers die Plätze drei und vier hinter Rogers und Anderson. Und auch hier dürften wieder so einige deutsche Fans fragend die Nase rümpfen.
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