Aston Martin droht beim ersten Formel-1-Rennen in Melbourne die Zwangsaufgabe
Die Krise bei Aston Martin geht weiter. Nach dem Debakel im Vorsaison-Test droht in Melbourne die mögliche Zwangsaufgabe nach der Einführungsrunde. Nur ein Honda-Update könnte das wohl verhindern.
02.03.2026 | 20:13 Uhr
Jetzt müssen Alonso- und Aston-Martin-Fans ganz stark sein.
Der Saisonauftakt nach der großen Regelrevolution stand bereits seit den Tests in Bahrain unter keinem guten Stern. Das Dream-Team von Milliardär Lawrence Stroll aus Stardesigner Adrian Newey, Werksmotorenlieferant Honda, Altmeister Fernando Alonso und Sohn Lance Stroll sollte Großes leisten und möglicherweise schon im kommenden Jahr um Titel fahren können. Stattdessen folgten in der Vorsaison Pleiten und Ernüchterung.
Einer der Problemquellen: Der neue Honda-Motor. Die Power Unit aus Sakura leidet unter Vibrationen, die das Hybridsystem beschädigen, wie der Hersteller zuletzt erklärte (Sky Sport berichtete). In Japan versucht man unter Hochdruck, diese gravierenden Probleme in den Griff zu kriegen.
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Endet der Australien-GP in Runde eins?
Doch nun droht in Australien (Rennen am Sonntag ab 04:55 Uhr LIVE auf Sky Sport) das nächste Debakel: Wie die italienische Ausgabe von Motorsport.com berichtet, könnte ein Teilemangel die Teilnahme am Rennen bedrohen. Sogar die Möglichkeit, das Team müsste den Auftakt ganz auslassen, hätte im Raum gestanden.
Doch das wolle man bei Aston Martin nicht nur aufgrund der Imageschäden, sondern auch aus Angst vor Strafen unbedingt vermeiden. So könnte der Nicht-Antritt eines Teams als Verstoß gegen das Concorde-Abkommen und den finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Formel 1 gewertet werden und bestraft werden.
Der Bericht legt dementsprechend die Möglichkeit dar, Aston Martin könnte lediglich die Minimaldistanz absolvieren. Ergo: Nach der Aufwärmrunde das Auto in der Box abstellen. Dafür müsste das Team am Samstag in der Qualifikation zudem eine Zeit innerhalb der 107-Prozent-Regel setzen.
Klingt dramatisch, aber: Sollte der Mangel an Ersatzteilen wirklich so gravierend und die Angst vor weiteren Schäden am Antrieb groß genug sein, scheint das Szenario realistisch - besonders, weil nur sieben Tage später in China direkt der nächste Grand Prix ansteht.
Gelingt die Last-Minute-Rettung?
Doch gibt es eventuell noch einen Funken Resthoffnung für das Team aus Silverstone? PlanetF1-Journalist Thomas Maher sieht das skizzierte Szenario als Extremfall. So soll ein Update von Honda noch am Freitag erprobt werden. Sollte sich dieses als Erfolg herausstellen und die gravierendsten Probleme der neuen Power Unit lösen, so bestehe weiterhin die Möglichkeit eines normalen ersten Rennwochenendes.
Damit dieses Update tatsächlich rechtzeitig fertig wird, entsandte Aston Martin Chef-Ingenieur Andy Cowell nach Japan. Der Antriebsexperte, der zuvor bei Mercedes bis 2020 einer der Architekten des Silberpfeil-Erfolgs war, soll dort den Entwicklungsprozess unterstützen.
Dennoch: Team und Hersteller fehlt es an Zeit. Sollte es wirklich zum Extremfall kommen und der britische Renner nur wenige Runden schaffen, wäre dies ein Super-GAU. In Anbetracht der Monster-Investition von Eigner Stroll inakzeptabel. Die Uhr tickt.
Mehr zum Autor Malte Göttlinger
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