Audi enthüllt ersten F1‑Boliden: Großer Traum – aber der Start wird „holprig“

Mit maximalem Aufwand, viel Pathos und jeder Menge „Wow‑Effekt“ hat Audi in Berlin das erste Formel‑1‑Auto seiner Geschichte präsentiert.

Der neue Audi Revolut R26. Copyright: Audi Revolut F1 Team
Image: Der neue Audi Revolut R26. Copyright: Audi Revolut F1 Team  © Sky

Der neue Bolide R26 steht für den Beginn einer Mission, die nicht weniger will als die Königsklasse langfristig zu erobern – doch der Weg dorthin wird alles andere als leicht.

Spektakel in Berlin - Audi setzt ein Ausrufezeichen

Lichtinstallationen, Nebel, haushohe Porträts von Nico Hülkenberg, Livemusik zwischen Klassik und Rap: Audi inszenierte den Einstieg in die Formel 1 wie einen neuen Blockbuster.

This is the beginning" - das war die Message des Abends. Und Teamchef Jonathan Wheatley machte direkt klar, was dieses „Beginning" bedeutet:

Wir sind nicht hier, um herumzualbern. Wir wissen, wo wir starten - und wo wir hinwollen. Wir wollen Audi zum erfolgreichsten Team der Formel‑1‑Geschichte machen.
Jonathan Wheatley, Audi Teamchef

Ein Satz, der selbst das bereits ambitionierte Ziel, 2030 um den WM‑Titel kämpfen zu wollen, noch einmal deutlich überstrahlt.

Der Druck ist groß - und Audi weiß das

So groß der Auftritt war, so realistisch klangen die Stimmen aus dem Team.
Nico Hülkenberg, der gemeinsam mit Top‑Talent Gabriel Bortoleto (21) das Fahrerduo bildet, stellte klar:

Es ist der Anfang einer sehr langen Reise. Es wird schwierige Zeiten und Rückschläge geben. Dieses Jahr wird bumpy.
Nico Hülkenberg

Audi übernimmt mit dem Einstieg das Sauber‑Team, das über ein Jahrzehnt am Ende des Feldes unterwegs war. Der Umbau zum Werksteam ist immens - personell, technisch, strukturell.

Motor aus Neuburg - und die nächste große Herausforderung

Ab dieser Saison spielt die Hybridtechnik eine noch größere Rolle. Der Elektromotor liefert künftig fast 50 Prozent der Gesamtleistung. Audi entwickelte die Power Unit komplett in Eigenregie in Neuburg.

Ein Vorteil für die Zukunft - aber kurzfristig könnte das den Ingolstädtern das Leben schwer machen. Konkurrenzmarken wie Mercedes oder Ferrari verfügen über jahrzehntelange Erfahrung in der Formel 1.

Das geht alles nicht an einem Tag. Normalerweise braucht das fünf bis sieben Jahre. In Melbourne geht es erst einmal darum: lernen, lernen, lernen.
Mattia Binotto, Audi Formel‑1‑Chef

„Mission 2030" - klar formuliert, klar finanziert

Audi scheut sich nicht, ambitionierte Ziele auszusprechen.
Doch intern ist man sich bewusst: Zum Topteam fehlt noch viel - wirklich viel.

Nur an einer Stelle nicht, wie Binotto scherzhaft anmerkte:

„Uns fehlt es überall - nur nicht bei der Finanzierung."

Nicht umsonst saß Audi‑CEO Gernot Döllner direkt neben ihm. Sorgen, die Marke könnte durch ein Scheitern beschädigt werden, teilt er nicht:

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Klares Nein. Wir haben Erfahrung, wir wissen, worum es im Rennsport geht, und wir haben einen langfristigen Plan.
Gernot Döllner, CEO Audi

Fazit: Ein großer Start - aber kein leichter Weg

Audi hat mit der Präsentation des R26 ein riesiges Ausrufezeichen gesetzt. Begeisterung, Technik, Vision - alles da. Doch genauso klar ist:
Der Anfang wird holprig.
Und dennoch: Der Grundstein für etwas Großes ist gelegt.

sid / Sky Sport

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