Ferrari-Chef Vasseur greift durch: Ansage an Hamilton und Leclerc nach Mexiko-Zoff
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur hat nach dem teaminternen Streit zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc klare Konsequenzen angekündigt. Nach dem Großen Preis von Mexiko erinnerte der Franzose beide Fahrer daran, dass Ferrari immer an erster Stelle stehen müsse.
06.11.2026 | 20:46 Uhr
Der Konflikt zwischen Hamilton und Leclerc kostete Ferrari in Mexiko den Sieg. Vor dem Grand Prix von Sao Paulo zog Vasseur deshalb intern die Reißleine. Für Timo Glock kommen diese Aussagen viel zu spät.
Ferrari-Teamchef Fred Vasseur hat sich auf der Pressekonferenz rund um den Großen Preis von Sao Paulo (das Rennen am Sonntag, ab 16.30 Uhr, LIVE & EXKLUSIV) mit deutlichen Worten zum Zoff zwischen Lewis Hamilton und Charles Leclerc um den Mexiko-GP geäußert.
"Wir haben uns am Donnerstagabend zusammengesetzt. Es ist gut gewesen, es war eine Unterhaltung. Ich habe meine Position deutlich gemacht - und auch die Fahrer haben ihre Sichtweisen dargelegt. Jetzt schlagen wir eine neue Seite auf und fokussieren uns auf die nächsten Rennen", erklärte der 58-Jährige in Sao Paulo.
Vasseur legte nach: "Die Richtlinien sind immer noch dieselben. Ich denke, beide Fahrer sind etwas frustriert gewesen, weil sie jedes Wochenende direkt nebeneinander gestartet sind. Aber sie müssen sie gegenseitig respektieren. Beide sind Wettkämpfer mit großem Kampfgeist. Vor allem müssen sie aber die Marke Ferrari und das Team respektieren sowie auch die Leute, die in der Fabrik und an der Strecke arbeiten. Die Botschaft war klar und bleibt klar."
Ferrari verschenkt Mexiko-Sieg
Hamilton und Leclerc waren sich an der Spitze des Feldes nach dem Start noch in Runde eins in die Quere gekommen. Während Leclerc eine Fünf-Sekunden-Strafe erhielt, fiel Hamilton durch das Rad-an-Rad-Duell von P1 auf P3 zurück. Am Funk und auch nach dem Rennen tobte der F1-Rekordchampion am Funk. Max Verstappen gewann schließlich das Rennen. "Wenn du auf den Positionen eins und zwei bist, solltest du auch auf eins und zwei bleiben. Das haben wir nicht geschafft", so Vasseur.
Der Franzose betonte: "Sie arbeiten für das Team und das Team muss an erster Stelle kommen. In Mexiko haben wir kollektiv versagt. Das Ergebnis des Meetings war daher klar. Ein deutlicher Reminder, dass Ferrari zuerst kommt." Dennoch sieht Vasseur auch das Positive in diesem intensiven teaminternen Duell. "Beide sind sehr nah beieinander und wir müssen das managen. Es gibt positive und negative Momente - und ich kann mit den negativen umgehen", so Vasseur.
Glock kritisiert Vasseur
Hamilton hatte zuvor unter anderem von Vasseur gefordert, dass "alle am gleichen Strang ziehen" sollen. Der Ferrari-Teamchef hat nun klargemacht, wo die Grenzen für seine beiden Star-Piloten sind. "Ich war deutlich zu Lewis", sagte Vasseur und fügte noch hinzu: "Ich bitte sie nicht, beste Freunde zu sein. Ich fordere von ihnen nur, sich professionell zu verhalten und professionell zu arbeiten."
Für Timo Glock waren die Worte von Vasseur zu wenig und kamen vor allem zu spät. "Mir war das zu weich in der Aussage. Fred hat seine Position in dem Meeting mit den beiden klargemacht. Die muss er aber vorher klarmachen. Die muss vor dem Rennen klar gesetzt sein. Wenn ich so eine Chance habe, einen Doppelsieg einzufahren, muss vor einem Rennen die klare Ansage vom Teamchef kommen: ' Wer nach Turn 1 die Nase vorne hat, ist vorne'. Ende. Aus. Einen Reminder braucht es da nicht", meinte Sky Sport F1-Experte.
Auch Wolff schaltet sich ein
Auch Mercedes-Teamchef Toto Wolff mischte sich noch in die Diskussionen um den Streit der beiden Scuderia-Fahrer ein. "Für mich ist es eine Art Deja-vu. Ich habe genau dieselben Fragen wie Fred vier Jahre lang von 2013 bis 2016 bekommen, bis Nico (Rosberg; Anm. d. Red.) aufgehört hat. Wenn du zwei gute Fahrer zusammen in ein Team packst, zwei der besten, dann ecken die mal an. Beide wollen gewinnen - und diese Situation ist immer schwierig zu händeln", verglich der Österreicher das Szenario mit dem um Hamilton und Rosberg einst bei Mercedes.
"Ich verstehe sehr gut, was Fred aktuell durchmacht. Manchmal brauchst du eine ganz schwierige Situation, wie jetzt in Mexiko, um einen klaren Strich zu machen. Als Nico und Lewis den Unfall (Barcelona, 2016, Anm. d. Red.) hatten, haben wir damals deutlich gemacht, dass das jetzt das Limit war und es so nicht weitergeht", so Wolff weiter. An diesen Punkt sei Ferrari mit Hamilton und Leclerc nun mit Mexiko auch angelangt.
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