Formel-1-Kolumne: "Ungestümer Verstappen vergeigt Vettels Rennen"

Back on Track – die Formel-1-Kolumne von Sandra Baumgartner

Sandra Baumgartner berichtet in ihrer Kolumne über die aktuelle Formel-1-Saison (Bildquelle: Jerry Andre).
Image: Sandra Baumgartner berichtet in ihrer Kolumne über die aktuelle Formel-1-Saison (Bildquelle: Jerry Andre).

Formel-1-Reporterin Sandra Baumgartner spricht in ihrer Kolumne "Back on Track" über die aktuellen Themen in der Königsklasse des Motorsports auf skysport.de. Dieses Mal geht es um Max Verstappen, seine Entwicklung und Vettels Beteiligungen.

"Mad Max" wird Verstappen gerufen. Den Spitznamen trägt er wegen Szenen wie jetzt in Shanghai. Wiedermal hat der Niederländer Sebastian Vettel abgeräumt. Bastard oder Dummkopf - so bezeichnen ihn seine Gegner gerne. Seine Fahrweise zwischen Genie und Wahnsinn. Er probiert es auf der Strecke, wo er nur den Hauch einer Möglichkeit sieht. In den meisten Fällen geht das gut aus, bietet den Fans spektakuläre Rennaction. In anderen Fällen schüttele ich verwundert den Kopf und frage mich: "Was soll das?"

Verstappen sollte es besser wissen

In seinen ersten beiden Jahren haben alle seine ungestüme Art auf das Alter und die fehlende Erfahrung geschoben, beide Augen zugedrückt. Inzwischen ist er in seinem vierten Formel-1-Jahr und sollte es besser wissen. Rennsituationen besser einschätzen können.

Zum Nachlesen: So lief der GP in Shanghai
Zum Nachlesen: So lief der GP in Shanghai

Ricciardo siegt und Verstappen fährt in Vettel. Das Rennen in China im Blog.

Gerade zu Beginn dieser Saison wundere ich mich, wie oft er schon übers Ziel hinausgeschossen ist. Hat er denn gar nichts dazu gelernt? Mit dem Kopf durch die Wand oder Überholen mit der Brechstange bringt auf Dauer nichts. In Australien wäre er ohne Dreher auf einem besseren Platz ins Ziel gekommen. In Bahrain hat er sich mit der Kollision mit Hamilton selbst aus dem Rennen genommen. In China ging die Situation für ihn glimpflicher aus als für Vettel. Aber auf Dauer geht es darum, möglichst viele Punkte zu sammeln. Wenn Verstappen so weitermacht, wird das nichts.

Vettel ist Verstappens Lieblingsopfer

Verstappen sitzt zwar in einem Red Bull, aber er sollte sich nicht benehmen wie ein Stier, wenn er das rote Tuch sieht. Auch wenn die Ferraris leuchtend rot vor ihm auf der Strecke auftauchen. Sebastian Vettel scheint sein Lieblingsopfer zu sein. Schon im Jahr 2016 gerieten die beiden öfter aneinander in Mexiko oder Brasilien. 2017 dann der Dreiercrash mit Vettel, Verstappen und Räikkönen in Shanghai.

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Vettel nach Kollision in China nur Achter

Vettel vs. Verstappen - also jetzt in Runde drei. Der Niederländer hat sich bei Vettel für sein Verhalten entschuldigt. Also lernt er auch dazu. Jetzt sollte er lernen, sich besser im Griff zu haben. Zwei Wochen hat er jetzt Zeit bis zum nächsten Rennen in Baku, um sich darüber Gedanken zu machen.

Über mich:

Autonärrin, Motorsportliebhaberin, Petrolhead

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Motorsport ist, seit ich denken kann, mein absolute Leidenschaft. Seit sieben Jahren berichte ich als Journalistin für Sky über die Formel 1. Manchmal mit so viel Power, dass mir mein Kollege Noah Pudelko den redaktionsinternen Spitznamen "Die Düse" verpasst hat.

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