George Russell verliert seine Position als Nummer-eins-Fahrer bei Mercedes an Kimi Antonelli
Der Engländer war als absoluter WM-Favorit in die Saison gestartet.
11.05.2026 | 10:40 Uhr
Nach den ersten vier Rennen fährt Russell im Schatten von Mercedes-Teamkollege Kimi Antonelli.
Alle reden über Kimi Antonelli, keiner über George Russell.
Dabei sollte 2026 doch sein Jahr werden. Das Jahr, in dem Russell den ersten WM-Titel für Mercedes nach der glorreichen Ära von Lewis Hamilton in Silber einfährt.
Nach einem starken Jahr 2025 mit neun Podiumsplätzen inklusive der Siege in Kanada und Singapur ist Russell nach der großen Regelrevolution als der WM-Topfavorit in die Saison gestartet. Das Auftaktrennen in Australien dominierte er auch gleich, fuhr von der Pole souverän zum Sieg. Doch in China lief ihm sein junger Teamkollege Antonelli erstmals den Rang ab - und wieder dies eindrucksvoll in Japan und zuletzt in Miami. Während Antonelli den Grand Prix gewann, kam Russell mit 43 Sekunden Rückstand auf Rang vier ins Ziel.
Russell fährt in Miami hinterher
"Ich muss ganz ehrlich sagen, Kimi Antonelli hat in Miami George Russell komplett deklassiert. Das ist so. Die Abstände waren riesig, auch von den Rundenzeiten her. Also der ist in einer anderen Welt gefahren mit dem Mercedes. Das ist schon eine böse Klatsche für George Russell, gar keine Frage", wurde Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher im Sky Sport F1-Podcast Backstage Boxengasse deutlich.
"Für Toto Wolf ist die Situation perfekt, weil er jetzt seine Nummer eins hat. Seine Nummer eins, die um die WM fahren kann und Russell der Punkte sammeln kann. So sieht es im Moment aus. Und jetzt wird auch eins passieren im Team: Man wird immer mehr auf Antonelli hören. Zudem hat er natürlich mit seinem Renningenieur einen super Einfluss auf alles. Das wird für Russell interessant, ob er das Ruder noch mal umreißen kann. Ich glaube, es wird schwierig für ihn. Wenn es so weitergeht, ist er relativ schnell in der Nummer-zwei-Position, wie Valtteri Bottas damals", betonte der 50-Jährige.
Schumacher zählt Russell an
Dennoch schreibt Schumacher Russell im WM-Kampf noch nicht ab. 20 Punkte liegt der Brite hinter Spitzenreiter Antonelli im WM-Klassement, 18 Rennen stehen noch aus: "Russell ist ein super F1-Fahrer und hat mit seiner Erfahrung auch gute Chancen, um die WM mitzufahren. Trotzdem merkt man, dass es nicht mehr so rund läuft und er sich hinterfragt. Sein Teamkollege ist aktuell schneller und er selbst verkrampft. Die Situation erinnert mich an Oscar Piastri im Vorjahr. Die Frage ist jetzt, wie lange Russell braucht, um wieder aus der Situation herauszukommen."
Während Antonelli aktuell auf seiner Erfolgswelle reitet, fällt Russell es derzeit nicht einfach, die Delle zu kaschieren. "Aus meiner Sicht ist Russell nicht authentisch. George spielt ja so ein gewisses Spiel mit seiner englischen Höflichkeit. Und jetzt im Moment fällt ihm das so bisschen auf die Füße, wenn du halt nicht bist, wie du bist. Ich finde, es würde ihm auch gutstehen, sich mal menschlich zu äußern. Er kann die Situation ruhig mal ehrlich ansprechen, jeder merkt es auch von außen, dass es aktuell nicht läuft. Dennoch: die Saison ist noch lang, es kann sich noch alles drehen", meinte Schumacher.
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