Mattia Binotto verkündet Audi-Entscheidung nach Trennung von Teamchef Jonathan Wheatley
Ex-Teamchef Jonathan Wheatley hatte seinen Posten zwischen den Rennwochenenden in China und Japan geräumt.
27.03.2026 | 09:29 Uhr
Nun erklärte Binotto in Suzuka, wie es beim deutschen Werksteam weitergeht.
Die Trennung von Wheatley kam für den 56-jährigen Italiener nach eigenen Angaben aus dem Nichts.
"Das kam sehr überraschend. Manchmal laufen die Dinge eben so. Letzten Freitag sagte Jonathan zu uns, dass er sich nicht langfristig bei Audi engagieren könne aus persönlichen Gründen. Das können wir nicht beurteilen, das müssen wir respektieren. Als Konsequenz haben wir als Team entschieden, ihn von seinen Aufgaben zu entbinden. Jonathan war sehr gut ins Team integriert und hatte einen wichtigen Einfluss", erzählte Binotto exklusiv am Sky Sport Mikrofon in Suzuka.
Der Leiter des Audi-F1-Projekts verkündete anschließend, dass er die Wheatley-Aufgaben nun selbst übernimmt: "Wir schauen nicht nach einem neuen Teamchef. Ich muss mich jetzt neu organisieren und die Strukturen des Teams näher analysieren. Es gibt so viel zutun in der Fabrik, jemand muss mich dabei unterstützen. Wir müssen das Team und das Auto entwickeln und ich muss voll fokussiert sein auf meinen Job. Wir denken nun nach, wie wir uns reorganisieren. Wir haben jetzt den April frei, das ist eine gute Gelegenheit, uns da neu aufzustellen. Wir haben dafür viele Ideen."
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Spannung zwischen Binotto und Wheatley
Für Ralf Schumacher sind die Binotto-Aussagen ein klares Indiz dafür, dass die Harmonie beim Team von Nico Hülkenberg und Gabriel Bortoleto hinter den Kulissen an der Führungsspitze nicht stimmte. "Ich nehme Mattia Binotto nicht so ganz ab, dass er nicht wusste, dass Jonathan Wheatley nicht so happy ist und woanders hingeht. Binotto möchte in Personalunion nun alleine entscheiden. Und da lag vorher meiner Meinung nach auch das Problem. Das ist natürlich keine Zukunft, denn viele Köche verderben den Brei. Da müssen die Zahnräder schon ineinandergreifen, ohne zu knirschen", so der Sky Sport F1-Experte.
Für Audi geht es nun darum, ohne Wheatley das F1-Projekt weiter in die richtige Entwicklung zu steuern. "Man muss bei Audi verstehen, warum an den ersten beiden Rennwochenenden jeweils nur ein Auto in den Grand Prix starten konnte. Grundsätzlich war der Eindruck dennoch positiv, aber man muss jetzt auch den nächsten Schritt machen. Man muss viel Erfahrung sammeln, weil man ja mit der Motoreneinheit der einzige Hersteller im Fahrerlager ist. Audi braucht Daten, daher muss man das Maximale an den Renntagen rausholen und dort viele Runden absolvieren", analysierte Sky Sport F1-Experte Timo Glock.
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