Mögliche Wende im Formel-1-Motoren-Poker! Red Bull als Zünglein an der Waage

Seit Wochen brodelt die Gerüchteküche um einen Motor-Trick für die neue Antriebsgeneration. Audi, Honda und Ferrari wollen ihn unterbinden. Nun könnte Red Bull das Zünglein an der Waage werden.

Toto Wolff (l.) und Kimi Antonelli müssen um die Legalität des 2026er Mercedes-Motors bangen.
Image: Toto Wolff (l.) und Kimi Antonelli müssen um die Legalität des 2026er Mercedes-Motors bangen.  © Imago

Ist das die Wende im Motoren-Poker?

Mercedes kämpft um seinen Kompressions-Trick. Erst vor kurzem machte Teamboss Toto Wolff mit einer öffentlichkeitswirksamen Ansage Schlagzeilen: Weniger beschweren, mehr "macht eure Arbeit". 100 Prozent legal sei der Motor mit dem Stern, der bei Messungen die erlaubte Kompression von 16:1 behalte, im Rennbetrieb jedoch mit einem Wert von 18:1 unterwegs sein soll.

MERCEDES 🇩🇪

  • Name: Mercedes-AMG Petronas Formula One Team
  • Gründungsjahr: 2010
  • Unternehmenssitz: Brackley, Großbritannien
  • Vorgänger: Tyrrell, British American Racing, Honda Racing F1, Brawn GP
  • Konstrukteurs-Titel: 8 (2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021)
  • Teamchef: Toto Wolff
  • Fahrer: George Russell (GBR), Kimi Antonelli (ITA)
  • Testfahrer: -

Dieser leistungssteigernde Trick, der bis zu 15 PS bringen könnte, stieß den anderen Herstellern sauer auf. Doch bisher trafen die Beschwerden von Audi, Honda und Ferrari auf wenig fruchtbaren Boden. Dies könnte sich nun geändert haben - möglicherweise, weil Red Bull Mercedes den Stock zwischen die Beine werfen will.

So hielten sich lange Gerüchte, der erste selbst entwickelte Motor des Teams um Max Verstappen könnte den selben Trick verwenden. Doch in den letzten Wochen wiegelte der Rennstall aus Milton Keyes ab. Funktioniert der Trick am neuen RB22 einfach nicht?

Red Bull als Zünglein an der Waage

Das würde den anderen Herstellern in die Karten spielen. Sie wollen die FIA zeitnah von einer Anpassung des Messverfahrens überzeugen. Das Aggregat soll nicht mehr kalt, sondern mit aufgewärmten Komponenten überprüft werden. Es wäre das Ende des Tricks. Um das umzusetzen, braucht es jedoch eine sogenannte Super-Mehrheit: Vier von fünf Herstellern, die FIA und die Formel 1 müssten sich einig sein. Bei einem Treffen in der vergangenen Woche zwischen den Parteien war das Thema wohl wieder weit oben auf der Agenda.

Ein Umschwung scheint möglich. FIA und die Rennserie sind für gewöhnlich einer Meinung - Red Bull, bisher neutral, könnte die Mehrheit also nun herstellen.

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Der Grund dafür scheint ganz simpel zu sein: Sollte sich für das Team der eigene Trick als nicht effektiv genug erweisen, könnte eine Allianz mit dem Rest der Hersteller Mercedes und seine Kunden erheblich schwächen. Mit Weltmeister McLaren ist da gleich noch ein weiterer Spitzen-Konkurrent dabei.

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Lange wird die Entscheidung nicht mehr auf sich warten lassen: Am 1. März werden die Motoren offiziell homologiert. Für Änderungen am Antrieb bleibt also nicht mehr viel Zeit. Würde der Mercedes-Motor für illegal erklärt, müsste das Team aufwändig neu entwickeln. Wenn der Trick jedoch bestehen darf, muss der Rest des Paddocks nachziehen. Eine weitreichende Entscheidung.

Darum geht es beim Kompressions-Trick

Im Zuge der diversen Reglement-Veränderungen für 2026 wurden auch die Spezifikationen des 1,6 Liter-Verbrennungsmotors der Fahrzeuge angepasst. Dabei in der Hauptrolle: Das Verdichtungsverhältnis der Zylinder.

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Während des Shakedowns konnte Mercedes bereits glänzen. Besonders am dritten Tag: Die Top-Zeit der Sitzung lieferte George Russell im Mercedes mit 1:17.580.

Durften die Aggregate bis zur vergangenen Saison im Rennbetrieb noch ein Verdichtungsverhalten von 18:1 besitzen, so wurde dieses in diesem Jahr auf 16:1 nach unten geregelt. Das bedeutet einen Kraftverlust des Verbrenners, die durch die gesteigerte Power der Elektrokomponenten kompensiert werden soll. So weit, so gut.

Doch schnell machten Gerüchte die Runde: Mehrere Teams hätten einen Trick gefunden, um das Kompressionsverhalten wieder anzuheben. Gelingen soll dies mit sich nach Temperatur verändernden Komponenten. Da der Motor laut Plan des Weltmotorsportverband FIA nur "kalt", also statisch überprüft werden soll, gelinge so ein erheblicher Leistungsgewinn. Streckenabhängig geht es dabei um mehrere Zehntelsekunden pro Runde.

Mehr zum Autor Malte Göttlinger

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