Ralf Schumacher sieht WM-Duell zwischen Kimi Antonelli und Lando Norris
In Monza war er der "italienische Held", in Spanien der "Kaiser des Madrings": Kimi Antonelli ist der König der Rennstrecken. In Madrid ließ der Youngster seinem acht Jahre älteren Teamkollegen George Russell, auch in der Fahrerwertung derzeit Zweiter, keine Chance.
18.09.2026 | 14:15 Uhr
"Und das, glaube ich, frustriert George ein bisschen, weil er eben keinen Weg findet im Moment“, sagt Ralf Schumacher im F1-Podcast "Backstage Boxengasse". Der Sky Sport Experte schätzt die Situation bei Mercedes ein und sagt, wen er als härtesten WM-Gegner für Antonelli sieht.
"George Russell hat jetzt seinen Meister gefunden, Kimi Antonelli ist besser. Ich glaube, das wird sich ja nicht mehr ändern", erklärt Schumacher. Russell sei "einfach nicht flexibel genug, im Kopf die richtigen Dinge umzusetzen."
Als aussichtsreichsten Rivalen für Antonelli im Kampf um den WM-Titel sieht Schumacher Lando Norris. Der Titelverteidiger habe "eine interessante Wandlung" vollzogen, meint der Experte: "Lando hat unglaublich an Stärke gewonnen, nicht nur auf der Rennstrecke."
"Gefühl, dass Norris ein Coaching gehabt hat"
Angesichts des selbstbewussten Auftretens des McLaren-Piloten habe er "fast das Gefühl, dass Norris ein Coaching gehabt hat", vermutet Schumacher, "weil er jetzt auch immer wieder vehement sagt, er sollte genauso viel verdienen wie Max Verstappen, wie Lewis Hamilton, 'weil ich genauso gut bin oder besser bin'. Also er fordert das jetzt ein bisschen ein, er fordert einen auch wahrgenommen zu werden in seiner Position."
Dass er ein harter Konkurrent für Antonelli ist, zeigte Norris in Madrid. "Der hatte ja einen Speed, der wäre unschlagbar gewesen an dem Wochenende. Nur das virtuelle Safety-Car bremste den 26-Jährigen aus.
"Ich glaube, dass der McLaren besser ist. Aber der Mercedes wird nachziehen", meint Schumacher und ergänzt: "Ich würde sagen, unter normalen Umständen hat da keiner mehr eine Chance." Und wenn es doch einer schafft, an Antonelli vorbeizuziehen, dann Norris.
Russell bleibt nur die Rolle als Nummer zwei
"Vor allem kommt noch dazu, dass Max Verstappen seinen Vertrag bis 2030 verlängert hat. Da gab es noch ein bisschen Gerede im Hintergrund, ob Max eventuell mal zu McLaren kommt." Jetzt seien die Verhältnisse geklärt, was Norris zugutekomme. "Lando ist die Nummer eins bei McLaren, Kimi bei Mercedes und Max bei Red Bull", stellt Schumacher fest.
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Für Russell bleibe demnach nur die Rolle als Nummer zwei. "Er muss abwarten, kann hoffen, dass das Update oder das nächstjährige Auto seinem Fahrstil ein bisschen besser liegt. Dann fängt er bei Null an", erklärt Schumacher.
Aber auch als Nummer-zwei-Fahrer könne Russell eine wichtige Rolle ausfüllen.
"Er kann für die Teamweltmeisterschaft sorgen. Dementsprechend hat er da auch eine ganz gute Zukunft", meint der ehemalige F1-Pilot.
"Russell von Antonelli gebügelt"
Sollte es in dieser Saison doch noch einmal eng werden in der WM, "dann braucht Antonelli auch einen guten Wingman, der bei Strategie und so weiterhelfen könnte", erklärt der Experte und fasst Russels Situation zusammen:
"George ringt gerade mit sich selbst: Startet in der Saison, gewinnt gleich, gewinnt den ersten Sprint danach noch in Shanghai. Es sieht eigentlich alles danach aus, als wenn es seine Saison wird, an dem er so lange warten muss. Und dann wird er von einem Teenager, der jetzt mittlerweile 20 ist, gebügelt und sieht seine Felle hinwegschwimmen."
Schumachers Ausblick: "Es wird interessant sein, das weiter zu beobachten."
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