Ralf Schumacher über Max Verstappen und dessen Zukunft bei Red Bull
Im Sky Sport F1-Podcast Backstage Boxengasse spricht Sky Sport F1-Experte Ralf Schumacher über den vierfachen Weltmeister Max Verstappen.
16.04.2026 | 23:10 Uhr
Dieser hat in der jüngeren Vergangenheit immer wieder scharfe Kritik an der neuen Formel 1 geäußert und sogar Abgangsgedanken ausgesprochen.
Vor allem die Regeländerungen, die ab dieser Saison neu greifen, sorgen beim Niederländer für große Frustration.
"Die Autos sind definitiv in den Kurven schon mal langsamer geworden. Das hängt mit dem Reifen und dem fehlenden Abtrieb zusammen. Die Jungs wollen wieder mit Vollgas in die Kurve reinfahren. Für Max Verstappen ist das genau das, ihm nimmt man mit dem neuen Reglement seine Spezialität. Genau dieses Vollgasreinfahren in die Kurven, da hat er immer den Unterschied gemacht. Für Lewis Hamilton hingegen scheint es Balsam auf die geschundene Seele zu sein, dass er jetzt etwas langsamer die Kurven rein rollt", erklärte Schumacher.
Lautstarke Verstappen-Kritik
Zusätzlich bereitet auch der RB22 dem Red-Bull-Superstar Schwierigkeiten. Mickrige zwölf WM-Zähler konnte Verstappen bislang an den ersten drei Rennwochenenden einfahren. "Das Auto von Red Bull ist eine Katastrophe, ist zu schwer, ist zu spitz zu fahren. Selbst Max kommt damit nicht aus. Ich habe gehört, da gibt es bald ein großes Update. Da sind alle gespannt. Ganz ehrlich, ich kann mir nicht vorstellen, dass das hilft", so Schumacher.
Seinen Frust machte der 28-Jährige zuletzt regelmäßig lautstark Luft. Die Deutlichkeit und Wortwahl gefällt Schumacher dabei nicht: "Max sollte sich mit seiner Kritik mehr zurückhalten, das würde in so einer Situation nicht schaden. Aber ich glaube, das weiß er jetzt auch selber, das hat er jetzt verstanden."
Weiterer Rückschlag für Verstappen
Der Abgang Gianpiero Lambiase ist ein weiterer Rückschlag für Verstappen. Ende 2027 wechselt der Renningenieur und enger Verstappen-Vertrauter zu McLaren. Seit 2016 arbeite das Duo gemeinsam bei Red Bull und gewann zusammen und vier Weltmeistertitel.
"Natürlich wird der Abgang Red Bull wehtun, aber im Moment liegen die Probleme ganz woanders. Das ist jetzt ein weiterer Stein, der nun fällt und ein weiteres Anzeichen dafür, dass das Team intern sehr zerrüttet ist. Alle wollen weg, wollen das sinkende Schiff so schnell wie möglich verlassen. Jeder möchte auch nochmal Kasse machen und einen lukrativen Vertrag unterzeichnen", wurde Schumacher deutlich.
Die Hauptschwierigkeit, gute Leute zu halten, liegt für Schumacher auf der Hand: "Da kommt wieder das Problem mit dem Budget Cap. Das heißt, das Team ist irgendwann gar nicht mehr der Lage, die guten Ingenieure zu halten. Diese kriegen natürlich von rechts und links wie verrückt sehr gute Angebote. Dementsprechend geht Red Bull einfach irgendwann das Geld aus und dann verteilen sich wieder die neuen Prinzen auf die neuen Teams mit ganz anderen Gehaltsstrukturen."
Steht ein Verstappen-Wechsel bevor?
Und was macht nun Verstappen? Wird er Lambiase folgen oder hält er Red Bull auch weiterhin die Treue? "Max Verstappen hat ja gesagt, dass, wenn Lambiase geht, er dann auch geht. Ich kann mir das daher schon vorstellen, dass Oscar Piastri zu Red Bull kommt und Max dann rübergeht zu McLaren, wenn er überhaupt weiterfährt", betonte Schumacher.
ZUM DURCHKLICKEN: Die Verträge der F1-Piloten
McLaren-CEO Zak Brown hatte sich in der Vergangenheit mehrfach offen für einen Papaya-Wechsel von Verstappen gezeigt. "Klar kann das ein Argument für Max sein, zu McLaren zu gehen. Max fährt jetzt auch schon die ganze Zeit Mercedes (in der GT3, 4h-Rennen auf der Nordschleife), also da scheint auch ein ganz guter Draht zu sein zur Vorstandsebene. Der McLaren ist ein Auto, was zumindest mal beim letzten Rennen in Japan hätte auch gewinnen können mit Piastri. Der Motor ist der beste im Moment. Außer Ferrari bleibt dann nur ein Mercedes-Team, das macht natürlich Sinn", meinte Schumacher.
Mehr zu den Autoren und Autorinnen auf skysport.de
Alle weiteren wichtigen Nachrichten aus der Sportwelt gibt es im News Update nachzulesen.